Forschungszentrum für ultrahochfeste Automobilstähle

Tata Steel hat eine hochmoderne Anlage zur Entwicklung von crash-sicheren Stählen in Betrieb genommen. Die Forschungsanlage soll Fahrzeugherstellern dabei helfen, ihre Autos sicherer und kraftstoffsparender zu machen. Zur Entwicklung dieser neuen Generation leichter, hochfester und crash-sicherer Stähle investierte Tata Steel 2,3 Millionen Euro an seinem Standort im niederländischen IJmuiden.

25. März 2013

Die Investition in Forschung und Entwicklung ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit von Tata Steel mit einigen führenden europäischen Fahrzeugherstellern. Auf diese Weise will das Unternehmen die Anforderungen der Hersteller an zukünftige Fahrzeuge noch besser verstehen. Durch die Anlage kann Tata Steel seine Kunden außerdem bei der Integration der neuen ultrahochfesten Stähle in neue Fahrzeugmodelle unterstützen.

Die Anlage ist weltweit die technologisch fortschrittlichste ihrer Art. Sie kombiniert die Leistungsmerkmale kommerzieller Fertigungslinien mit speziellen Forschungsmethoden zur Kontrolle und Messung von Luftgemisch, Temperatur, Geschwindigkeit, sowie Kraft- und Reibungseinwirkung. Der Ausbau erfolgte durch die beiden führenden Ausrüstungslieferanten Schuler und Schwartz und umfasst eine Linie zum Presshärten, die das erhitzte Stahlband direkt zu Fahrzeugteilen umformt.

Henrik Adam, Chief Commercial Officer von Tata Steel in Europa, sagte: „Wir haben diese Investition auf der Grundlage von Gesprächen mit unseren Automobilkunden und ihren Vorstellungen über zukünftige Fahrzeuge getätigt. Der Ausbau unserer Forschungseinrichtung erlaubt uns eine noch engere Zusammenarbeit mit ihnen. Das betrifft nicht nur die Entwicklung der von ihnen zunehmend benötigten neuen und fortschrittlichen Stähle. Wir unterstützen sie auch dabei, die Performance der eigenen Anlagen bei der Verarbeitung dieser Stähle zu verbessern.“

Das Presshärten wird von Automobilherstellern und ihren Zulieferern vermehrt dazu eingesetzt, komplexe Karosserieteile zu fertigen, die hohen Krafteinwirkungen standhalten. Die Stähle, mit denen diese Teile gefertigt werden, müssen ultrahochfest und so leicht wie möglich sein. Auf diese Weise können eine höchstmögliche Sicherheit und Umweltverträglichkeit erzielt werden.

Pressgehärtete Stahlbauteile werden inzwischen in so großen Mengen eingesetzt, dass sie gemessen an ihrem Gewicht bei einigen neuen Modellen mehr als 20 Prozent der Karosserie ausmachen. Die Nutzung von Stählen, deren Härte durch den Zusatz von Bor noch verbessert wurde, nimmt besonders schnell zu. Tata Steel entwickelt zinkbeschichtete Borstähle, die einen hervorragenden Korrosionsschutz im Vergleich zu anderen Borstahlgüten bieten. Im Juni 2012 stellte das Unternehmen sein zinkbeschichtetes Stahlprodukt mit dem Markennamen HQ1500 ZnX vor.