Flexibles Flaggschiff

Seit fast einem halben Jahrhundert steht der Name Merkle in der Schweißtechnik für Technologie, Qualität und Wirtschaftlichkeit. Dieser Tradition folgend hat das Unternehmen aus Kötz die Schweißgeräte seiner Hightech-Inverter-Serie Highpulse einem Technologiesprung unterzogen sowie das Design konsequent auf bessere Übersicht und Bedienbarkeit umgestellt.

28. November 2013

Alle Leistungsklassen dieser neuen Gerätegeneration sind nun Multi-Prozess-Schweißanlagen mit Merkmalen, wie sie vergleichbar auf dem globalen Markt kaum zu finden sind – ob kompakt und tragbar als Allrounder (HP 280 K und HP 350 K), als fahrbares Industriegerät in leistungsstarker, kompakter und übersichtlicher Bauform (HP 452 KW und HP 552 KW), als High-End-Version mit separatem Drahtvorschubgerät (HP 352 DW, HP 452 DW, HP 552 DW) sowie für den Einsatz auch am Roboter.

Multi-Prozess-Stromquellen: hochdynamisch und vielseitig

Neben den Standard-Fügeprozessen Metall-Inertgas/Metall-Aktivgas (MIG/MAG)- und Elektroden(E)-Hand-Schweißen hat Merkle gleich sechs weitere innovative MIG/MAG-Prozesse in diese hochdynamischen Stromquellen integriert: Pulsearc für extrem spritzerarmes Schweißen durch kurzschlussfreien Ein-Tropfen-Werkstoffübergang, optimal auch für das Verarbeiten von Aluminium und dessen Legierungen, sicheres und spritzerarmes Zünden, große Variationsmöglichkeiten der Impulsparameter und Impulsformen zum Erstellen von Kennlinien nach Wunsch. Gegenüber dem MAG-Standard-Schweißen unter dem Schutzgas CO2 ist der Spritzerauswurf auf ein Achtel reduziert.

Beim „Interpulse“-Fügeprozess überlagert ein zweiter Impulsprozess den Grundimpuls, was insbesondere für das Aluminium- und Edelstahlschweißen neue Maßstäbe setzt: Diese Prozessvariante erzeugt Nähte in WIG-Güte mit MIG-Geschwindigkeit.

Pfeilgerade, druckvoll, richtungsstabil

30 Prozent tieferer Einbrand, 100 Prozent schneller, 100 Prozent ohne jegliche Spritzeranhaftung kennzeichnen laut Hersteller die neue, aus der hochdynamischen Spannungsregelung resultierenden, Highspeed-Formel des MIG/MAG-Schweißens – den Deeparc-Prozess mit seinem kurzen aber pfeilgeraden druckvollen und damit richtungsstabilen Sprühlichtbogen. Dieser steht zudem für höchste Güte an un-, niedrig- sowie hochlegierten Stählen – frei von störenden Einbrandkerben – sowie für hervorragende Wurzel- wie Flankenerfassung; dies selbst noch bei einem freien Drahtende (Stickout) von 40 Millimetern.

Mit „kaltem Prozess“ Spalte überbrücken

Auch der Coldmig-Kurzlichtbogen-Prozess von Merkle zeichnet sich durch die Prozentzahlen 30, 100, 100 aus: 30 Prozent geringere Wärmeeinbringung für optimales Verbinden von Dünnblechen zwischen 0,6 und 3 Millimetern Dicke; 100 Prozent Spaltüberbrückbarkeit mit neuen Qualitätsmaßstäben auch bei komplexen Anforderungen.

Tannenbaum war gestern

Der neueste Fügeprozess aus der Kötzer Entwicklungsabteilung Highup kombiniert heiße Hochstrom-Phasen mit reduzierter Wärmeeinbringung und sorgt so für verblüffend leichtes Steignahtschweißen. Gegenüber dem klassischen Tannenbaum-Schweißen ist der Schweißer laut Merkle bis zu 100 Prozent schneller mit seiner Naht fertig. Dieser Prozess ist zudem extrem leicht zu beherrschen: Die verblüffend leichte Handhabung lässt selbst weniger geübtes Personal Steignähte in Profiqualität fertigen.

Lichtbögen einfach selbst kombinieren

Die jüngste Neuentwicklung aus dem Hause Merkle ist das einzigartige Proswitch-Verfahren. Damit lassen sich die unterschiedlichsten MSG-Schweißprozesse miteinander kombinieren. Somit eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für die verschiedensten Anwendungen: Ob Kurz- oder Sprühlichtbogen, Pulse-Arc-, Deeparc- oder Coldmig-Prozess, alles lässt sich einfach miteinander kombinieren. Die Reihenfolge, die Anzahl der Prozesse sowie die Zeitintervalle sind frei wählbar. Das Schweißen einer V-Naht kann beispielweise ohne Badsicherung erfolgen. Die Kombination des heißen Pulsearc-Lichtbogens (Aufschmelzen der Kanten) mit dem energiereduzierten Coldmig-Prozess (Abkühlung des Schmelzbades) ermöglicht diese Anwendung.

Praktisch, hilfreich und schön

Eine weitere Besonderheit für leichtes und wirtschaftliches Fügen mit den Highpulse-Schweißanlagen ist das Tedac-System für stufenlose Energieregelung und Anzeige am Arbeitsplatz direkt am Schweißbrenner per Schiebetaster und Kontroll-LED im Handgriff. Auch bereits programmierte Arbeitspunkte (Jobs) lassen sich so ohne Standortwechsel abrufen. Auch das neue Design der Highpulse-Anlagen ist auf Wirtschaftlichkeit und Komfort ausgerichtet: Farblich harmonisch und intuitiv über Symbole bedienbar ist das Erscheinungsbild von Stromquelle und Steuerung ein Novum in der Branche. Die Einstell- und Regelknöpfe lassen sich hervorragend auch mit den Schutzhandschuhen bedienen; das alphanumerische Display erleichtert dem Experten mit Text und Grafik die Grundeinstellungen an der Highpulse vorzunehmen.

Für seine Flaggschiff-Reihe Highpulse bietet das Unternehmen zudem ein zertifiziertes Kennlinienpaket mit einer Vielzahl qualifizierter Schweißanweisungen (WPS). Mit diesem Paket aus zurzeit 9 Kennlinien mit 52 Jobs sowie den dazu gehörigen Schweißanweisungen erleichtert Merkle den Nutzern seiner Schweißanlagen die eigene Zertifizierung nach DIN EN 1090. Vielfach wird dadurch sogar eine aufwändige und kostspielige Verfahrensprüfung nach DIN EN 15614-1 hinfällig.