Flexible Nahtbreiten schweißen

Scanlab und das Tochterunternehmen Blackbird kündigen auf der Fachmesse „Laser World of Photonics“ ein neues 3D-Scan-System für robotergestützte Schweiß-Anwendungen an. Intelliweld II Ft ist mit einer integrierten Zoom-Achse ausgestattet, die variable Spotdurchmesser und flexible Nahtbreiten ermöglicht. Der kompakte und industrietaugliche Systemaufbau bietet eine hohe Flexibilität und Prozessanpassung, insbesondere für die weitverbreiteten Überlappschweißverbindungen.

14. Juli 2015

Remote-Schweißen mit Scan-Systemen, die an Industrieroboter montiert sind, ist ein weitverbreitetes Bearbeitungsverfahren in der Automobilfertigung. Dabei übernimmt das Scan-System die Feinpositionierung des Laserstrahls und vermeidet zeitraubende Neupositionierungen des Roboters. In den letzten Jahren wurden die Auslastungsgrade der Strahlquelle und die Produktivität in der Fertigung gesteigert. Scanlab stellt in München einen vollfunktionsfähigen Prototypen des Intelliweld II Ft vor, der den Anwendern mehr Freiheiten und Flexibilität bietet. Dank der zusätzlichen Zoom-Achse kann der Fokusdurchmesser um den Faktor 1,5 stufenlos und dynamisch vergrößert werden – bei gleichbleibender Intensitätsverteilung (‚top-hat‘-Profil). Die Nahtbreite kann innerhalb einer Naht oder bei unterschiedlichen Schweißnähten auf einem oder verschiedenen Bauteilen flexibel angepasst werden.

Seit einigen Jahren hat sich die kombinierte Systemlösung aus Intelliweld-Scan-System und der industriellen Ansteuerung Scancontrolunit von Blackbird in der Praxis im 24/7-Einsatz bewährt. Das Lösungspaket eines Scan-Kopfes mit Vorfokus-Optik ist auf Vision-gestützte Anwendungen optimiert, wie das Kehlnahtschweißen mit präziser Kantenverfolgung mit 0,1 mm Genauigkeit. Auch die Mechanik des Scan-Kopfes wird den Anforderungen der industriellen Fertigung gerecht: ein abgedichtetes Gehäuse mit versiegeltem Optikpfad und ein Wechselschutzglas mit neu entwickelter Schutzglasüberwachung. Das System ist mit Galvanometer-Scannern der neuesten Generation bestückt, was unter anderem die Positionsdrift minimiert. Die optischen Komponenten sind auf Scheiben- und Faserlaser bis acht Kilowatt Leistung ausgelegt. Darüber hinaus enthält es einen internen Flash-Speicher zur Speicherung von Konfigurationsdaten und Korrekturfiles. Das Intelliweld-II-Ft-Scan-System ist ab dem vierten Quartal 2015 bestellbar.

Auch die bewährte Scancontrolunit wird ab Januar 2016 in einer neuen Version erhältlich sein. Die neue Version der Steuereinheit ist modular für ein 19-Zoll-Rack ausgelegt. So ist sie einfach erweiterbar und im Servicefall können Module schnell vor Ort getauscht werden. Das Bedienfeld ist zukünftig von der eigentlichen Kontrolleinheit abgesetzt und kann – räumlich getrennt von der Roboterzelle – nach Bedarf installiert werden.