Fixe Verbindung

Rationelles Roboterschweissen ermöglicht eine transportable Kompaktanlage der C-Serie von Cloos. Der Traktorenbauer AGCO fügt damit Dickblech-Teile wesentlich schneller als bisher.

28. August 2006

Ludwig Litschko bringt es auf den Punkt: Mit der neuen Roboterschweißanlage können wir unsere Teile im Schnitt ein Drittel schneller fügen als mit den bisher von uns eingesetzten Robotersystemen. Der Leiter Schweißtechnik beim Traktorenhersteller AGCO GmbH & Co. OHG - ehemals Fendt - in Asbach-Bäumenheim spricht von einer transportablen Kompaktanlage der C-Serie der Carl Cloos Schweißtechnik GmbH, Haiger. Sie tut seit Oktober 2005 ihren Dienst. Bei der für einen universellen Einsatz konzipierten Einrichtung sind Roboter und Werkstückmanipulator auf einer Fläche von 6 m x 6 m auf einer gemeinsamen Grundplatte montiert. Schweißtechnik und Steuerschrank befinden sich im Außenbereich der Anlage, was die Bedienung erleichtert.

Universell nutzbar

Zur Basisausstattung gehört ein für den harten Industrieeinsatz konzipierter Sechs-Achsen-Industrieroboter Romat 350 mit einer maximalen Tragkapazität von 15 kg und einer Wiederholgenauigkeit von <0,1 mm. Dank seines großen Aktionsradius sind selbst voluminöse Bauteile für ihn gut zugänglich. Ausgelegt ist die Anlage für Werkstücke bis 1.400 mm Durchmesser. Das zu schweißende Teilespektrum reicht von Kleinteilen wie Schalt- und Umlenkhebeln sowie Haltebügeln über Klappen und Lager bis zu großen, dickwandigen Achsträgern. Die Stückzahlen liegen meist zwischen etwa 30 und 150. Die Teile bestehen aus Stahl - St 37 oder St 52 - im Dickenbereich zwischen 3 und 50 mm, am gängigsten sind 10 bis 30 mm. Gefügt werden sie per MAG-Schweißen - auch in Mehrlagentechnik - mit Massiv- oder Fülldraht, wobei die Schweißzeiten zwischen 5 und 15 min liegen. Die Anlage eignet sich auch für weitere gängige Lichtbogenschweißverfahren sowie für Hochleistungsprozesse wie das MIG/MAG-Tandem-Schweißen. Für die bei AGCO zu erledigenden Fügeaufgaben wurde die Einrichtung mit einem 400-A-High-End-Impulsschweißgerät des Typs GLC 403 Quinto ausgerüstet.

Bequem programmiert

Alle relevanten Parameter und Einstellungen lassen sich bei diesem exakt abgestimmten System bequem vom portablen Roboter-Programmierhandgerät PHG aus verwalten - und dies sogar während des Schweißens. Bei allen Metall-Schutzgas-Schweißprozessen sorgt die wählbare Funktion Spaz (spritzerarmes Zünden) für ein weiches, sicheres Zünden. Durch die integrierte selbst lernende Schweißdatenüberwachung lassen sich Fügeprozess und Prozessqualität kontrollieren und die Reproduzierbarkeit optimieren. Unabhängig von Werkstoff, Blechdicke und Schweißaufgabe liefert das System gute, reproduzierbare Ergebnisse, bestätigt Ludwig Litschko. Der Produktivitätsgewinn lässt den Leiter Schweißtechnik positiv in die Zukunft blicken: Er geht davon aus, dass sich die Anlage in ein bis zwei Jahren amortisiert. Derzeit ist sie zweischichtig im Einsatz, Ziel ist ein Drei-Schicht-Betrieb an sechs Tagen in der Woche.

Erschienen in Ausgabe: 08/2006