Feuerverzinker erfüllen Anforderungen

Hersteller tragender Stahlbauteile wie Schlossereien oder Metall- und Stahlbauunternehmen müssen sich kurzfristig auf das neue europäische Stahlbauregelwerk DIN EN 1090 ff einstellen. Feuerverzinkereien, die tragende Stahlbauteile gemäß DASt-Richtlinie 022 verzinken dürfen, erfüllen bereits jetzt die Anforderungen der DIN EN 1090 ff.

13. August 2012

Am 30. Juni 2014 endet die sogenannte Koexistenzphase, in der parallel noch die bisherige nationale Normenfamilie DIN 18800 und das neue europäische Stahlbauregelwerk DIN EN 1090 ff gelten. Danach, das heißt ab 1. Juli 2014, ist DIN EN 1090 ff verbindlich anzuwenden.

Spätestens ab diesem Termin dürfen Hersteller tragender Stahlbauteile diese Bauprodukte in den EU-Mitgliedstaaten nur noch mit CE-Kennzeichnung auf den Markt bringen. Mit dem CE-Zeichen wird die Übereinstimmung (Konformität) eines Produktes mit den jeweils maßgeblichen Richtlinien und den technischen Spezifikationen dokumentiert. Zu den neuen Aufgaben eines Herstellers von Bauprodukten gehört zudem die Einrichtung und Durchführung einer werkseigenen Produktionskontrolle (WPK).

Für eine Zertifizierung müssen Hersteller der notifizierten Stelle gegenüber nachweisen, dass sie über das fachlich qualifizierte Personal verfügen, dokumentierte Prozesse und ihr WPK-System anwenden sowie die erforderliche technische Ausstattung besitzen.

Feuerverzinkereien bereits zertifiziert

In der neuen Ausführungsnorm EN 1090-2 „Teil 2: Technische Regeln für die Ausführung von Stahltragwerken“ ist auch der Korrosionsschutz für Stahlbauteile geregelt. Demnach hat der Hersteller, der die Konformität des Produktes mit den technischen Spezifikationen durch Vergabe des CE-Kennzeichens bestätigt, auch für die fachgerechte Ausführung des Korrosionsschutzes endgültig die Verantwortung zu tragen. Korrosionsschutzarbeiten werden üblicherweise im Lohnauftrag von Dritten ausgeführt. Das bedeutet, dass der Hersteller, i. d. R. das ausführende Metall- oder Stahlbauunternehmen, auch die Übereinstimmung der untervergebenen Korrosionsschutzarbeiten mit den dafür geltenden technischen Regeln sicherstellen muss. Dazu muss gewährleistet sein, dass die Unternehmen, die im Auftrag des Herstellers tätig werden, entweder über die WPK des Herstellers abgedeckt und geprüft sind oder eine für die entsprechende Tätigkeit eigene zertifizierte WPK besitzen und die Übereinstimmung damit nachweisen können.

Die einfache Bescheinigung eines zertifizierten Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN 9001 ist für den Nachweis dabei nicht ausreichend. Die Ausführung des Korrosionsschutzes durch Feuerverzinken ist für den bauaufsichtlichen Bereich über die Norm DIN EN ISO 1461 in Verbindung mit der DASt-Richtlinie 022 geregelt. Die DASt-Richtlinie 022 umfasst auch den Aufbau einer eigenen WPK im Verzinkungsunternehmen mit jährlicher Fremdüberwachung durch eine durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) anerkannte Prüf-, Überwachungs-, und Zertifizierungstelle (PÜZ-Stelle).

Nach erfolgter und bestandener Prüfung erhält die Verzinkerei ein Übereinstimmungszertifikat mit der Berechtigung das Ü-Zeichen auf den Produkten bzw. auf dem Lieferschein zu führen. Feuerverzinkereien können ihrem Auftraggeber die Übereinstimmung der erbrachten Leistung nach den gültigen technischen Regeln mit dem Ü-Zeichen nach DASt-Richtlinie 022 nachweisen. Dies versetzt den Stahl- und Metallbauer in die Lage hinsichtlich des Korrosionsschutzes ohne nennenswerten Mehraufwand den Anforderungen hinsichtlich des neuen europäischen Stahlbauregelwerkes EN 1090 ff gerecht zu werden.

Details zur Ausführung des Korrosionsschutzes und zur Dokumentation sollten individuell zwischen den beteiligten Parteien im Vorfeld vertraglich geregelt werden.