"Festigkeitsfanatiker"

Lösung in LaserHybrid-geschweißtem Alu-Leichtbau

BBR schaut gerne hinter die Kulissen, oder unter die Oberfläche. So war der „zerlegte“ VW-Phaeton „ein gefundenes Fressen“. Was das ganze mit Schweißen zu tun hat? Lesen Sie selbst.

08. Januar 2004

Seit Oktober 2002 produzieren die Wolfsburger VW-Fachleute in ihrem Aluminium-Leichtbau-Zentrum erfolgreich die Türen für den Phaeton in Serie. Sie gehören zu den ersten Anwendern, die eine Innovation aus der F&E-Abteilung von Fronius in die industrielle Produktionspraxis umsetzen. Das LaserHybrid-Schweißen, von dem österreichischen Schweißsystemhersteller zur Industrietauglichkeit entwickelt, ist bei VW das Fügeverfahren der Wahl.

Die Phaeton-Türen bestehen aus einer Rahmenkonstruktion von Aluminiumguß, -blechen und -strangpreßprofilen. Sie verleihen dem Fahrzeug mit dem Höchstanspruch an Sicherheitsstandards seinen unübertroffen hohen Seitenaufprallschutz. Im Ergebnis der gemeinsamen Entwicklung sind die VW-Techniker von ihrer Lösung und der Technologie des LaserHybrid-Schweißens „Marke Fronius“ überzeugt.

„Unser erklärtes Ziel ist es, die festeste und steifste Tür zu bauen, die es derzeit weltweit bei Personenkraftfahrzeugen gibt“, nennt Abteilungsleiter Dr. Thomas Graf eindeutig die Zielrichtung und den Anspruch der Produkt-Innovation. Als Fügeverfahren war ursprünglich das Laser-Schweißen vorgesehen. Seinen Vorteilen stehen jedoch Nachteile gegenüber: Dazu gehören die relativ geringe Spaltüberbrückbarkeit und die eher ungünstigen, komplizierteren Fügegeometrien. Diese Nachteile eliminiert das von den österreichischen Schweiß-Experten entwickelte LaserHybrid-Verfahren. Dessen Resultate sind für die wichtigen und sicherheits-relevanten Stellen entscheidend. Denn das Verfahren kombiniert Laserschweißen und Lichtbogenschweißen so miteinander, daß sich die Vorzüge beider ergänzen und darüber hinaus noch zusätzliche positive Synergieeffekte entstehen. Den Schweißprozeß haben Hersteller und Anwender optimiert und die erforderliche Prozeßsicherheit ist gewonnen. Das Anpassen der Komponenten, das Festlegen der Kennlinien und das Einstellen der Parameter führen sie kontinuierlich durch. Ergebnisse sind einerseits marktwerte Anwender-Erfahrungen in der Hochtechnologie und andererseits die Qualität des Produktes: Die Phaeton-Türen bestanden sowohl im europäischen Crash-Test wie auch in dem weit anspruchsvolleren nach der US-amerikanischen Norm.

Für Dr. Thomas Graf und seine Mitarbeiter bei VW besteht kein Zweifel daran, daß die weitere Entwicklung in Richtung LaserHybrid-Schweißen und Zusammenarbeit mit Fronius weist.

Erschienen in Ausgabe: 11/2003