Fertigungsunternehmen schöpfen Leistungsreserven zu wenig aus

Felten-Vergleichsstudie: Gegenüber dem Vorjahr nur geringfügige Verbesserungen

04. Juni 2009

In den Produktionsprozessen der deutschen Fertigungsunternehmen befinden sich hohe Leistungsreserven, und gegenüber dem Vorjahr wurden lediglich geringfügige Verbesserungen erzielt. So weist eine Vergleichsstudie der Felten Group unter fast 400 Unternehmen aus, dass derzeit in drei von fünf Betrieben weniger als 85 % der Leistungspotenziale ausgeschöpft werden. Lediglich 17 % der befragten Unternehmen bewerten ihre Produktionsprozesse als nur noch geringfügig optimierbar. Als Ursachen für die ungenutzten Leistungsreserven geben die Unternehmen insbesondere eine unzureichende Integration der Fertigungs- und Geschäftsprozesse an. Über zwei Drittel der Betriebe stellen dies als ein zentrales Problem fest. Zudem fehlt es bei ähnlich vielen an einer wünschenswerten Durchlaufgeschwindigkeit in den Produktionsabläufen und das Ressourcenmanagement weist Schwächen auf. Auch die Flexibilität der Fertigungssteuerung entspricht bei zwei Dritteln der Unternehmen nicht den Praxisanforderungen. Sie wird gegenüber 2008 von 6 % mehr Unternehmen (65 %) problematisiert, auch bei der Quote der Produktionsfehler ist die Zahl der unzufriedenen Firmen um 4 % auf insgesamt 62 % gestiegen. Dagegen hat sich die Integration in die nachgelagerten Prozesse etwas verbessert. Eine weitere Schwäche besteht nach der Felten-Erhebung in jedem zweiten Fall in der unzureichenden Kostentransparenz bei den Fertigungsprozessen. Dagegen schneidet die Termingenauigkeit vergleichsweise gut ab. Sie stellt gegenwärtig nur bei 37 % der Fertigungsunternehmen ein nennenswertes Problem dar. Hier hat sich gegenüber dem Vorjahr eine vergleichsweise deutliche Verbesserung ergeben. Als Konsequenz dieser Verhältnisse steht die Optimierung der Fertigungsprozesse für drei Viertel der Unternehmen ganz oben auf der Agenda. 43 % messen ihr sogar eine „sehr hohe“ Priorität in den aktuellen unternehmerischen Planungen bei, weitere 29 % weisen den Optimierungsmaßnahmen eine „hohe“ strategische Bedeutung zu. Nur jeder achte Produktionsbetrieb sieht derzeit keine Erfordernisse, sich diesem Thema mit großer Aufmerksamkeit zu widmen. „Durch die aktuelle Konjunktursituation sind die Unternehmen noch stärker als bisher gezwungen, die Effizienz ihrer Produktionsprozesse kritisch auf den Prüfstand zu stellen“, urteilt Werner Felten, Geschäftsführer des Softwarehauses.