Faserlaser für Rohrbearbeitung XXL

Technik/Rohrbearbeitung

Rohre mit Durchmessern bis 254 Millimeter (10 Zoll) bearbeitet die Trulaser Tube 7000 fiber. Ihr Festkörperlaser und die Funktion Rapidcut verleihen ihr hohe Schnittgeschwindigkeiten.

22. März 2018
© Trumpf
Bild 1: Faserlaser für Rohrbearbeitung XXL (© Trumpf)

Filigrane Rohre für Büromöbel oder große Profile für Landmaschinen – die neue Trulaser Tube 7000 fiber bearbeitet beides – und das extrem schnell. In der Rohrschneidanlage treffen die hohen Geschwindigkeiten des Festkörperlasers auf ein breites Bearbeitungsspektrum. Sie schneidet Rohre und Profile mit Durchmessern bis 254 Millimeter und einer Materialstärke bis 10 Millimeter. Auch hochwertige Schrägschnitte bis 45 Grad fertigt die Maschine. Das Hochtechnologieunternehmen Trumpf zeigt die Trulaser Tube 7000 fiber im April auf seiner Hausmesse Intech in Ditzingen und auf der Messe Tube in Düsseldorf.

Hohe Schnittgeschwindigkeit

Das Herzstück der Maschine ist der vier Kilowatt starke Scheibenlaser Trudisk 4001, ein Hochleistungslaser aus Trumpf-eigener Fertigung. Die Strahlquelle ist robust und erreicht die für Festkörperlaser typischen hohen Schnittgeschwindigkeiten.

Die Funktion Rapidcut erhöht die Produktivität der Maschine zusätzlich. Überlagerte Bewegungen der Rohrachse und des Schneidkopfes steigern die Dynamik auf mehr als das Vierfache.

Das Ergebnis: Die hohen Vorschübe des Festkörperlasers machen sich bereits bei kleinen Konturen bemerkbar. Den Einstechvorgang beschleunigt Pierceline. Diese Option ist ein Beispiel für Funktionen, die Trumpf von der Blech- auf die Rohrbearbeitung übertragen hat. Auch bei den Schneiddaten haben die Entwickler Know-how aus dem Laserflachbett-Bereich einfließen lassen.

Insgesamt bearbeitet die Trulaser Tube 7000 fiber Rohre und Profile schneller als ihre Schwester mit CO2-Laser. »Wenn wir den typischen Teilemix unserer Kunden betrachten, erhöhen wir die Produktivität um 15 Prozent – allein dank Festkörperlasertechnik. Je nach Teilegeometrie kann Rapidcut diesen Wert noch deutlich steigern«, erklärt Karl Schmid, Leiter Produktmanagement im Bereich Laser-Rohrschneiden.

Durchdachter Strahlschutz

Lasersicherheit ist besonders bei Maschinen mit Festkörperlaser ein wichtiges Thema. Der Strahlschutz der Trulaser Tube 7000 fiber ist so konstruiert, dass der Bediener uneingeschränkten Zugang zur Be- und Entladeseite der Maschine hat. »Unsere durchdachte und technisch anspruchsvolle Strahlschutzlösung gewährt Lasersicherheit der Klasse 1. Gleichzeitig bekommt der Bediener problemlos Zugang zur Be- und Entladeseite und zum Arbeitsraum. Einzelne große Rohre kann er ungehindert mit einem Kran beladen«, sagt Schmid.

Umfassende Automatisierung

Mit dem Loadmaster Tube arbeitet die Trulaser Tube 7000 fiber vollautomatisch. Das Rohrmagazin der Beladeeinheit fasst bis zu vier Tonnen Rohmaterial. Der Loadmaster Tube nimmt alle notwendigen Einstellungen automatisch vor und verkürzt damit Rüstzeiten. Vor dem Beladen vergleicht eine Software die Geometrie der Rohre und Profile mit den hinterlegten Daten der Steuerung. So stellt sie sicher, dass das richtige Material beladen wurde. Ein Greifersystem übergibt die Rohre aus dem Magazin an die Maschine. Materialschonende Spannfutter positionieren und halten das Rohr. Sensoren überwachen die Spanntechnik und sorgen dafür, dass sie sich an jede Rohr- und Profilgeometrie automatisch anpasst.

Für kleine Serien und Sonderprofile kann der Bediener die einschwenkbare Förderstrecke nutzen. Sie belädt die Maschine ebenfalls automatisch. Darüber hinaus lassen sich einzelne Rohre jederzeit manuell beladen. Beim Entladen der Fertigteile prüfen Sensoren, ob die Maschine sie korrekt ausgeschleust hat. Je nach Bedarf transportieren Bandtische die Teile direkt in Gitterboxen oder in Behälter – auch sortiert. Im automatisierten Betrieb kann der Bediener die Fertigteile von den Bandtischen auf einer ergonomischen Arbeitshöhe entnehmen.

Fit für die vernetzte Zukunft

Damit Kunden auch sinkende Losgrößen wirtschaftlich fertigen können, setzt Trumpf auf flexible Automatisierungslösungen. Darüber hinaus integriert das Unternehmen immer mehr Prozessschritte in den Rohrschneidanlagen. So spart der Kunde Zeit und Aufwand. Ein Beispiel dafür ist die Spritzschutzvorrichtung der Trulaser Tube 7000 fiber.

Sie verhindert Spritzer auf der Rohrinnenseite und sorgt so dafür, dass die nachträgliche Reinigung der Rohre entfällt.

Die Trulaser Tube 7000 fiber verfügt außerdem über die Schnittstelle Central Link, mit der sich Maschinendaten erheben und auswerten lassen.

So kann der Kunde den Produktionsplan seiner Anlage optimal gestalten und auch kleinere Losgrößen effizient einlasten. Um in der Anfangsphase die Auslastung des Lasers zu steigern, können Anwender sie im Lasernetzwerk betreiben. Sie steigen so kostengünstiger in die neue Technologie ein. Im Lasernetz nutzt die Rohrschneidanlage die Strahlquelle einer bereits vorhandenen Maschine, die Investition in die Anlage reduziert sich also um den Laser.

Tube Stand 6A08/A09/E22 www.trumpf.com

Zahlen & Fakten

Das Hochtechnologieunternehmen TRUMPF bietet Fertigungslösungen in den Bereichen Werkzeugmaschinen und Lasertechnik. Die digitale Vernetzung der produzierenden Industrie treibt das Unternehmen durch Beratung, Plattform- und Softwareangebote voran. Trumpf gilt als Technologie- und Marktführer bei Werkzeugmaschinen für die flexible Blechbearbeitung und bei industriellen Lasern.

Im Geschäftsjahr 2016/17 erwirtschaftete die Gruppe mit rund 12.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,11 Milliarden Euro. Mit mehr als 70 Tochtergesellschaften ist sie in fast allen europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika sowie in Asien vertreten. Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und der Schweiz, in Polen, Tschechien, den USA, Mexiko, China und Japan.

Erschienen in Ausgabe: 02/2018

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