Es ist nicht nur das, wonach es aussieht

Fokus - Richten

Die von Kohler vorgestellte, mittlerweile patentierte Weiterentwicklung des Schnellwechselkassetten-Systems macht aus einer Richtmaschine ein Multitalent mit maximalem Kundennutzen.

18. November 2009

Was zunächst wie eine der Schnellwechselkassetten aussieht, die von verschiedensten Herstellern von und für Richtmaschinen angeboten werden, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein Alleskönner der modernen Richttechnik.

Dieses kombinierte Wechselsystem wurde von Kohler Maschinenbau speziell auf die Bedürfnisse von Produktionen mit stark wechselndem Materialspektrum, zum Beispiel im Bereich Stahl-Service-Center, hin entwickelt.

Keine Probleme mit unterschiedlichen Werkstoffen ...

Es ermöglicht den schnellen Wechsel der kompletten oberen und unteren Richtkassette, um beispielsweise durch Einsatz einer zweiten Kassette mit einem weiteren Walzendurchmesser den Arbeitsbereich der Richtmaschine zu erweitern. Damit kann ein deutlich größerer Banddicken- und Festigkeitsbereich mit einer Maschine abgedeckt werden.

Beim Kassettenwechsel wird die komplette Richtkassette mit den Gelenkwellen motorisch aus der Maschine herausgefahren und gegen eine Kassette mit einem anderen Walzendurchmesser getauscht. Auf diese Weise kann immer mit dem bestmöglichen Walzendurchmesser für ein bestimmtes Material gefahren werden, was ein optimales Richtergebnis garantiert.

Wie von der bewährten Kohler-Schnellwechseleinrichtung bekannt, ist es zusätzlich möglich, die Schieberplatten einzeln aus der Maschine zu fahren, um eine schnelle Oberflächenkontrolle der Richtwalzen zu gewähren. Dies hat den Vorteil, dass unerwünschte Markierungen auf dem Coil-Material durch Verschmutzungen auf den Richtwalzen sehr schnell erkannt und behoben werden können.

... und Verschmutzungen

Auch der Wechsel einzelner Richtwalzen kann damit ohne Demontageaufwand schnell und sicher bewerkstelligt werden. Ob nun ein Identifikationsetikett des Coils an einer Richtwalze klebt, oder ob sich Schmutz in die unteren Kassette abgelagert hat, alles kein Problem. In wenigen Minuten kann es weitergehen.

Bei herkömmlichen Maschinen dagegen muss zunächst die Kassette ausgebaut und außerhalb geöffnet werden, um eine Diagnose oder eine effektive Reinigung zu ermöglichen, was jedoch längere Stillstände zur Folge hat. Hier liegt also ein ganz erheblicher und geldwerter Vorteil dieses Kohler-Systems.

Einen weiteren Vorteil bietet das Wechselsystem, wenn unterschiedliche Materialien, möglicherweise mit unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten und -anforderungen, verarbeitet werden müssen.

Um die Zeit für die Reinigung der Kassetten für einen Materialwechsel, zum Beispiel von Stahl auf Aluminium, einzusparen, braucht lediglich eine zweite Kassette eingefahren zu werden, die ausschließlich für die Produktion dieses einen Materials benutzt wird.

Die Reinigung der Kassette kann problemlos parallel zur Produktion außerhalb der Maschine stattfinden. In diesem Fall ist es möglich, die Gelenkwellen beim Öffnen der Kassette in der Kassette zu belassen, was den Aufwand und die Reinigungszeit minimiert.

Eine eng liegende Abstützung mit größtmöglichen Stützrollen und Zwischenwalzen sind ebenso integrierbar wie eine Walzendurchbiegung. Diese erlaubt zusätzlich das Beseitigen von Rand- oder Mittelwellen, wodurch beste Richtergebnisse erzielt werden.

Franz Müllerleile

Hintergrund

Seit über 45 Jahren auf dem Markt, ist die Kohler Maschinenbau GmbH ein weltweit renommierter Hersteller von Bandzuführanlagen für Pressen und Stanzautomaten. Dieses Spektrum schließt Richtmaschinen für Bänder und Teile, Hochkantrichtanlagen, Ab- und Aufwickel-

haspeln sowie Pressenautomatisierungssysteme ein. Ebenso werden Anlagen für die Automobil- und Stahlindustrie, die Langteilefertigung sowie Sonderanlagen hergestellt.

Weltweit wurden über 5000 Anlagen produziert und vertrieben. Alle Leistungen und das sehr umfangreiche Produktprogramm werden auf der Website von Kohler in sechs Sprachen präsentiert.

Das Traditionsunternehmen beschäftigt 130 Mitarbeiter am Standort im badischen Friesenheim.

Erschienen in Ausgabe: 11-12/2009