Es funkt im Norden

Plasmaschneiden

Plasmatechnik sorgt bei einem der grössten Deutschen Edelstahlzuschneider im doppelten Sinn für guten Schnitt: Hofmeister & Meincke schneidet bis 125 mm dicke Edelstahlbleche mit zwei Anlagen von Kjellberg Finsterwalde zu.

19. August 2009
Guter Schnitt: Die Anlage HiFocus 360i mit ihrem 18 Meter langen Schneidtisch ermöglicht präzise und nahezu senkrechte Schnitte in allen Materialstärken. Das praktische Schnellwechselsystem für Brennerköpfe senkt die Stillstandszeiten der Plasmaschneidanlage.
Bild 1: Es funkt im Norden (Guter Schnitt: Die Anlage HiFocus 360i mit ihrem 18 Meter langen Schneidtisch ermöglicht präzise und nahezu senkrechte Schnitte in allen Materialstärken. Das praktische Schnellwechselsystem für Brennerköpfe senkt die Stillstandszeiten der Plasmaschneidanlage.)

Nackte Kennzahlen sagen einiges über ein Unternehmen aus, aber nicht alles. Die Hofmeister & Meincke GmbH & Co. KG startete am 7. Januar 1908 in Bremen als technisches Handelshaus, das sich zu einer mittelständischen Gruppe mit 19 Niederlassungen und rund 650 Mitarbeitern weiterentwickelt hat. Heute entstehen 200.000 verschiedene Artikel für mehr als 25.000 Kunden.

Von den ›harten‹ zu den ›weichen‹ Fakten, die auch auf der Homepage des Unternehmens stehen: »Philosophie bedeutet, den Regeln praktischer Klugheit zu folgen. Das machen wir bei Hofmeister & Meincke seit über 100 Jahren.« Eine der hanseatischen »Regeln praktischer Klugheit« lautet: »Wir lassen uns in Qualität und Service von niemandem überbieten.«

Die Bremer »denken daher vor und verbessern sämtliche Prozesse kontinuierlich«. Das Vordenken betraf auch den Zuschnitt von Edelstahlblechen, die die Niederlassung in Weyhe-Dreye übernimmt. Monatlich schneidet dieser Betrieb mit 16 Mitarbeitern 200 t Edelstahl unterschiedlichster Sorten zu. Der Jobshop hat sich auf die schnelle und flexible Fertigung in Losgröße 1 oder Kleinserie spezialisiert. Eine umfangreiche Lagerhaltung gängiger Stahlsorten beschleunigt die Reaktion auf Kundenwünsche.

Eine Hauptrolle spielt auch der Service: Der Kunde kann sein gewünschtes Teil entweder im Original oder auch als Zeichnung zusenden. Die Arbeitsvorbereitung arbeitet die Vorgaben auf, digitalisiert Musterstücke oder Handzeichnungen und sendet die Daten direkt in die Produktion. Der Bediener erhält so auf digitalem Weg außer der Stückliste auch eine Zeichnung der zu schneidenden Teile. Das Verbessern aller Prozesse wirkte sich auch auf das Ende der Bearbeitung aus: Die übrig gebliebenen Blechkonturen wandern ins Lager; die Software ›Restmaterialverwaltung‹ speichert Maße und Lagerort.

Dieses Beispiel verweist auf den hohen Stellenwert der effizienten Gestaltung der Prozesse: Hofmeister & Meincke setzt auf kurze Wege, optimierte Verfahrensabläufe sowie auf erfahrene und motivierte Bediener, die an entsprechend leistungsfähigen Anlagen arbeiten.

Das Unternehmen benutzt bereits seit den 70er-Jahren Plasmaschneidsysteme von Kjellberg. Diese ersten Anlagen der PA-Reihe wurden etwa drei Jahrzehnte lang eingesetzt. Eine neue, leistungsstärkere Finefocus 1600 ersetzte 2003 die altgediente, immer noch zuverlässige Technik. Weil die neue Anlage auch unter Wasser schneidet, kann sie unterschiedlichste Werkstoffe von 35 bis 125 mm Stärke in sehr guter Qualität und mit hoher Geschwindigkeit bearbeiten.

Die Plasmatechnik kam bei den Hanseaten gut an: Bereits vier Jahre später folgte eine Hifocus 360i, deren Sato-Führungssystem (3,5 m mal 18 m) die Logistik wesentlich vereinfacht: Es erlaubt während des Zuschnitts den gleichzeitigen Abtransport bereits zugeschnittenen Materials und das Auflegen neuer Platten. So lassen sich unproduktive Nebenzeiten minimieren. Weitere Zeitersparnis ermöglicht das Brenner-Schnellwechselsystem: Man kann während des Schneidens schon den zweiten Wechselkopf bestücken. Der Wechsel zum nächsten Auftrag geschieht daher sehr schnell, denn der Bediener muss das Schneidsystem nur für wenige Sekunden zum Umrüsten anhalten.

Die Bremer schneiden auf der Hifocus 360i nur Materialstärken von 3 bis 35 mm, obwohl sie auch 80 mm dicke Bleche bearbeiten könnten. »So sind beide Systeme bestens ausgelastet«, erklärt Mario Kredel, stellvertretender Teamleiter bei Hofmeister & Meincke. »Natürlich schneiden wir auch mal 50 mm dicke Edelstähle auf der 360i, um bei Auftragsspitzen schneller reagieren zu können.« Die Anlagentechnik kann sich auch in Sachen Genauigkeit sehen lassen. Die Winkelabweichungen betragen 0° bis 2° bei Blechdicken von 10 bis 15 mm und von 15 bis 35 mm.

Positive Erfahrungen

Das überzeugt auch Tim Wilke. Der Produktionsleiter bestätigt, dass man »mit Kjellberg schon lange positive Erfahrungen sammeln konnte«. Neben der ausgereiften Anlagentechnik und den sehr geringen Winkelabweichungen lobt er den guten Service: »Sei es der technische Service oder unser Ansprechpartner im Vertrieb, es ist immer jemand erreichbar rund um die Uhr. Unsere Kunden schätzen es, pünktlich, schnell und in hoher Schnittqualität beliefert zu werden.«

Ein wichtiger Aspekt für die Anhänger der ›Regeln praktischer Klugheit‹, lautet doch einer ihrer Grundsätze: »Die Kunden stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen, denn ihr Vertrauen ist unser wichtigstes Kapital.«

Dipl.-Ing. Nikolaus Fecht

Fachjournalist

Erschienen in Ausgabe: 8-9/2009