Entgraten im automatisierten Prozess

Die Produktpalette von Lissmac bietet für fast jeden Anwender in der blechverarbeitenden Industrie eine passende Lösung. Meist sind jedoch Stand-Alone-Maschinen oder kombinierte Schleif- und Kantenbearbeitungslinien gefragt. Doch wie das Beispiel Gardena zeigt, lassen sich Lissmac-Maschinen auch in automatisierte Fertigungsprozesse integrieren.

20. August 2018
Egal ob Heckenscheren, Strauchscheren, Astscheren oder Baumscheren  mit den Schneidgeräten von Gardena sind sowohl Hobbygärtner als auch ambitionierte Landschaftspfleger immer im grünen Bereich. Die Klingen werden aufwendig hergestellt und weisen eine hohe Qualitäten für ein langes Leben auf. (Bild: Gardena)
Bild 1: Entgraten im automatisierten Prozess (Egal ob Heckenscheren, Strauchscheren, Astscheren oder Baumscheren mit den Schneidgeräten von Gardena sind sowohl Hobbygärtner als auch ambitionierte Landschaftspfleger immer im grünen Bereich. Die Klingen werden aufwendig hergestellt und weisen eine hohe Qualitäten für ein langes Leben auf. (Bild: Gardena))

Gardena gilt nicht nur bei Hobby- oder Berufsgärtnern als Inbegriff eines einzigartigen Sortiments mit hochwertigen Gartengeräten. Die Geräte in markanter türkiser Farbe stechen dem Besucher von Garten- und Baucenter sofort ins Auge. Als Tochter der schwedischen Husqvarna-Gruppe und mit Sitz in Ulm fertigt Gardena im Werk Niederstotzingen mit rund 250 Mitarbeitern alles, was mit mechanischen Schneidgeräten zu tun hat. In der umfangreichen Produktpalette sind das beispielsweise Grasscheren, Balkonscheren, Heckenscheren und Astscheren.

Laserschneidteile müssen gratfrei sein

„Wir produzieren hier vor allem die Klingen für unsere mechanischen Schneidgeräte, die je nach Produktanforderung und Wirtschaftlichkeit gestanzt oder lasergeschnitten werden“, erklärt Alexander Mack, Werksleiter bei Gardena. Dabei ist es egal, mit welchem Verfahren die Teile gefertigt werden – bei jedem Fall entsteht an den Teilen ein bestimmter Grat. „Laserschneidteile weisen beispielsweise immer einen sogenannten Mikrograt auf. Für die Nachfolgeprozesse müssen diese Teile aber absolut Grat frei sein“, erläutert Mack.

Für die Bänder und Platinen, die jährlich bearbeitet werden, hat Gardena zahlreiche Pressen von Müller Weingarten und Kaiser sowie mittlerweile acht Laseranlagen der Marken Trumpf und Mazak am Laufen. Zusammen mit zwei der Mazak-Flachbett-Laseranlagen und zwei baugleichen Lissmac-SBM-XS-300-G1E1-Entgratmaschinen hat Mack und sein Team einen automatisierten und nahezu mannlosen Fertigungsprozess installiert.

Roboter stellt Transport sicher

Als Bindeglied zwischen Flachbett-Laseranlagen und Entgratmaschinen stellt innerhalb der Fertigungsinseln je ein Roboter den Transport der Teile sicher. Dieser nimmt die auf den Laseranlagen geschnittenen Teile, meist aus C- oder Edelstahl und in den Dicken von 1,4 bis 5,5 Millimeter, aus der Platine und legt sie nacheinander auf das Einlaufband der Entgratmaschine.

Die SBM XS 300 G1E1 mit einer Arbeitsbreite von 300 Millimetern hat Lissmac speziell für derartige Kleinteile konzipiert und ist geradezu ideal für die Bearbeitung der Gardena-Klingen mit Abmessungen zwischen 40 mal 120 und 50 mal 200 Millimetern. Die Teile werden dabei in einem Durchgang beidseitig bearbeitet. Dafür hat die Entgratmaschine, mit einem Einlauf- und einem Auslaufband, zwei separate Bearbeitungsebenen.

Klingen sicher entgraten

Pro Bearbeitungsebene sorgen jeweils ein Querschleifaggregat sowie ein Rotationsschleifkopf für eine sichere und gleichmäßige Entgratung der Klingen. Sie bewegen sich und zusätzlich die Schleiflamellenwalzen rotierend über dem Werkstück. Für die Verbindung zwischen oberer und unterer Bearbeitungsebene sorgt eine Wendestation, mit der die Teile so umgelenkt werden, dass die jeweils zu bearbeitende Seite des Werkstücks nach oben zeigt.

„Mithilfe der Wendestation und der damit möglichen beidseitigen Bearbeitung in einem Durchgang kommt uns eine erhebliche Zeiteinsparung bei der Entgratung der Teile zugute“, sagt Benjamin Stock, Prozessingenieur bei Gardena. Darüber hinaus trägt der hohe Automatisierungsgrad zu einer wirtschaftlichen und prozesssicheren Bearbeitung auch bei häufig wechselnden Teilen bei. 60 Prozent Zeiteinsparung sind deshalb mit der Lissmac SBM XS 300 G1E1 in der Praxis keine Seltenheit.

Passgenaue Integration

Über das Auslaufband gelangen die fertig entgrateten Teile in eine Transportkiste. Sobald diese das vorgegebene Ladegewicht erreicht hat, wird sie vom Roboter abgeholt und seitlich neben der Anlage zur Abholung gestapelt. Für die Beschickung der Lissmac-Maschine und der Entnahme der beladenen Transportkiste wechselt der Roboter automatisch die jeweiligen erforderlichen Greifwerkzeuge.

Die im Entgratprozess entstehenden Schleifstäube werden aus der Schleifkabine über Rohre von einem Lissmac-Trockenentstauber DDE 1500 mit Zyklonvorabscheider für Stahl und Edelstahl direkt neben der Entgratmaschine abgesaugt. Für Alexander Mack und sein Team lag der Grund für die Investition in eine Lissmac-Entgratmaschine vor allem in der Möglichkeit der passgenauen Integration in den automatisierten Prozess der Klingenfertigung. „Damit haben wir in der Klingenfertigung an Flexibilität und Sicherheit gewonnen“, erklärt Alexander Mack.