Entgraten genügt nicht

Immer häufiger werden auch Kantenverrundung und Oberflächenbearbeitung verlangt

Waren früher Blechentgratungsmaschinen ausschließlich zum Entfernen von Brenn- oder Stanzgraten eingesetzt, so fordern Blechbearbeiter heute neben der Entfernung des Grates und dem Entschärfen der Kanten oft zusätzlich das Schleifen der Oberfläche, die besonders starke Verrundung der Kanten und sogar die Entfernung der Oxydschicht wie zum Beispiel bei sauerstoff-lasergeschnittenen Teilen.

09. April 2001

Die Maschinenfabrik Paul Ernst, Eschelbronn, entwickelt ihre Palette an Blechentgratungs- und Schleifautomaten konsequent weiter und bietet heute für praktisch alle Anforderungen rund um die Blechentgratung eine passende Lösung.

Für reine Entgratungsaufgaben ist nach wie vor die hochelastische Schleifwalze das überlegene System, da nur sie in der Lage ist, Toleranzen und Verzug auszugleichen und durch einen erhöhten Druck im Kantenbereich speziell den Grat zu bearbeiten, während die Oberfläche nicht nennenswert geschliffen wird.

Ebenfalls für das Entschärfen der Kanten stehen nach wie vor Drahtbürstenwalzen zur Verfügung, die durch ihre kinetische Energie die Kanten verrunden. Für Bleche, die im Sichtbereich montiert werden, und für Blechteile, die häufig angefaßt werden, sind die Anforderungen in letzter Zeit jedoch deutlich gestiegen.

Bei den oben beschriebenen Anwendungen wird zum Beispiel ein Oberflächenstrukturschliff gefordert, ähnlich wie man dies von vorgeschliffenen Blechen kennt. Für Bleche, die häufig angefaßt werden, fordern viele Kunden eine extreme starke Verrundung der Kanten.

Für den Oberflächenstrukturschliff wird eine Breitbandeinheit eingesetzt, bei der das Schleifmittel aufgrund der geringen Abflachung der Kontaktwalze in der Breitbandeinheit eine kurze Kommaspur erzeugt.

Soll ein besonders feines Finish erzeugt werden, kann der Breitbandeinheit noch eine zusätzliche gewickelte Schleifvliesbürste nachgeschaltet werden.

Für extreme Kantenverrundung stehen Lamellenwalzen, die mit Schleifmittelstreifen bestückt sind, zur Verfügung. Diese arbeiten zerspanend und erzeugen eine Fase an den Werkstückkanten.

Two-in-one: Wechseldrehkopf

Der Einsatz der Schleiflamellenwalzen bringt höhere laufende Kosten mit sich und ist je nach Einsatzzweck des bearbeiteten Bleches unter Umständen überdimensioniert. Aus diesem Grund hat Ernst eine Maschine entwickelt, die eine bedarfsgerechte Bearbeitung erlaubt. Mit dem Ernst-Wechseldrehkopf stehen je nach Anwendung entweder zwei Edelstahlbürsten oder zwei Schleiflamellenwalzen zur Verfügung. So können speziell Zulieferer ihren Kunden die optimale Qualität liefern, ohne die laufenden Kosten unnötig zu steigern.

Durch den Einsatz von Spezialbürstwalzen läßt sich sogar die Oxydschicht auf den Schmalseiten von Sauerstofflaser geschnittene Blechen entfernen (bis zu einer Werkstückstärke von 6 mm), damit beim anschließenden Lackieren keine Haftungsproblem auftreten.

Erschienen in Ausgabe: 12/2000