Entgraten entfällt

Technik/Rohrschneiden

Seit 25 Jahren bietet FZH ein breites Spektrum an Lohn- und Konstruktionsarbeiten sowie Baugruppenfertigung an. Das 30 Mann starke Team verfügt sowohl über praktisches Know-how und jahrelange Maschinenbauerfahrung als auch CAD-Arbeitsplätze und CNC-Fräs- und -Drehzentren.

27. November 2012

Widmete man sich zu Beginn noch hauptsächlich den Fräs- und Dreharbeiten für andere, so spezialisierte sich FZH gerade in den letzten Jahren vornehmlich im Bereich Sondermaschinenbau insbesondere auf Rohrschneideanlagen. Heute steht der Name FZH branchenweit für Qualität und Funktionsvielfalt, wie zahlreiche zufriedene nationale und internationale Kunden beweisen. Geschäftsführer Georg Heinz reizen »besonders das außergewöhnliche, die komplizierten Aufgaben und die scheinbar unmöglichen Projekte. Wir freuen uns, wenn wir mit den Kunden gemeinsam die ganz speziell für sie perfekte Lösung finden.«

Rohre praktisch gratfrei trennen

Auf so einem Weg ist auch der bekannte FZH-Vario-Rohrschneider – das heutige Aushängeschild von FZH – entstanden: »Viele Kunden störte die bis dahin unvermeidbare Gratbildung und Verunreinigung des Rohres während des Trennprozesses. Derartige Abschnitte können so nicht weiterverarbeitet werden, weil die nachfolgenden Prozesse negativ beeinflusst würden.«

Eine praktischere und kostengünstigere Möglichkeit musste her. Resultat: das Rohrschneidsystem Vario, das die vollautomatische, sekundenschnelle Trennung von dünnen bis extrem dünnwandigen Rohren ganz ohne Spanbildung ermöglicht. Die Schneidräder werden beim Vario II im Eilgang kurvengesteuert an das Produkt herangeführt.

Die bereits am Bedienpult im Vorfeld eingegebenen Parameter regeln den Schneidvorgang. Drei sehr scharfe Schneidräder rotieren nun blitzschnell um das eingeführte Rohr und schon fällt der erste gratfreie Abschnitt in die dahinter geschaltete Weiterverarbeitung. Automatisch wird das nächste Rohr zugeführt, zeitgleich findet die Folgebearbeitung des abgetrennten Teils statt.

Der beim üblichen Absägen entstehende Grat wird bei diesem Vorgang nahezu ausgeschlossen – und noch besser: Es entsteht je nach verwendetem Schneidmesser am Rohrabschnitt ein kleiner, definierter Radius, der bei der weiteren Bearbeitung sehr hilfreich sein kann. Lästiges Umrüsten oder eine Zweitmaschine zum Entraten fallen komplett weg. Energieeffizient und kostensparend erleichtert dieses ausgeklügelte System den Fertigungsprozess. Kürzere Bearbeitungszeiten, keine Verformungen der Rohre, keine Spannabdrücke sind einige Vorteile, die den Fertigungsalltag erheblich erleichtern.

Georg Heinz voller Stolz: »Bis heute sind unsere Rohrschneider in Großserienfertigungen, etwa der Automobilindustrie und der Klimatechnik, im Einsatz, Die stetige Nachfrage nach ganz speziellen Modifizierungen für bestimmte Materialen und Durchmesser veranlassten uns, die Rohrschneiderserie weiter auszubauen. Die neueste Generation der FZH-Rohrschneider wird also in kürze kleinere Stückzahlen wirtschaftlich trennen.«

Bei der halbautomatischen Anlage fällt die computergesteuerte Bearbeitung weg, die Zuführung erfolgt durch den Bediener. Die dadurch resultierenden angepassten Investitionskosten dürften vor allem Kunden mit geringeren Stückzahlen interessieren.

Auch für den ›kleinen Hunger‹

Für Handwerksbetriebe mit sehr kleinen, jedoch individuellen Projekten wird es in Zukunft eine noch kostengünstigere Alternative geben. Schneidvorgang und Bestückung erfolgen dann manuell.

Die Handwerksmaschinen sowie die voll- und halbautomatischen Anlagen können in drei verschiedenen Baugrößen geliefert werden. Darüber hinaus sind alle Größen auch als fliegende Einrichtung in Rohrproduktionsanlagen integrierbar.

Aktuell startet die Produktion mit den neuen Spannsystemen. Damit findet im Voll- und Halbautomaten ein axialer Reißprozess statt. Dadurch sollen die Grate an den Innenkanten minimiert werden.

Georg Heinz hat schon neue Ideen: Der aktuelle Schneidkopf soll eine V-förmige Rinne erhalten, so dass das Rohr wahlweise axial oder vertikal eingeführt werden kann.

Erschienen in Ausgabe: 07/2012