Der Plan zum Erreichen des 30-Prozent-Ziels beruht auf drei Wegen, die das Potenzial haben, eine spürbare CO2-Senkung zu erreichen. Dazu gehören:

· Stahlerzeugung mit sauberer Energie, bei der diese als Energiequelle für die Stahlproduktion auf Wasserstoffbasis verwendet wird und längerfristig für Stahlerzeugung durch Elektrolyse;

· Stahlerzeugung mit zirkulärem Kohlenstoff, bei der zirkuläre Energiequellen wie Abfall-Biomasse verwendet werden, um Kohle als fossilen Energieträger bei der Stahlerzeugung zu ersetzen;

· Abscheidung und Speicherung fossiler Kohlenstoff-Energieträger, bei der die derzeitige Methode der Stahlerzeugung beibehalten wird, der Kohlenstoff jedoch abgefangen, gespeichert oder wiederverwendet wird, anstatt in die Atmosphäre abgegeben zu werden.

Umzusetzende Initiativen und Technologien

· Carbalyst – fängt Abgase aus dem Hochofen auf und wandelt sie biologisch in Bioethanol um. Das 120 Millionen Euro teure Startprojekt in Gent wird voraussichtlich im Jahr 2020 abgeschlossen sein.

· IGAR – fängt CO2-Abfälle aus dem Hochofen auf und wandelt sie in synthetisches Gas um, das anstelle von fossilen Brennstoffen in den Hochofen zurückgeführt werden kann, um Eisenerz zu reduzieren. Eine industrielle Pilotanlage wird derzeit in Dünkirchen in Frankreich vorbereitet.

· Torero – Investition in Höhe von 40 Millionen Euro zur Umwandlung von Altholz in Biokohle, um die derzeit in den Hochofen eingespeiste fossile Kohle zu ersetzen. Die erste großtechnische Demonstrationsanlage in Gent wird voraussichtlich Ende 2020 in Betrieb gehen.

· Eisenerz mit Wasserstoff reduzieren – 65-Millionen-Euro-Investition am Standort Hamburg zur verstärkten Nutzung von Wasserstoff für die direkte Reduktion von Eisenerz.

· Kohlenstoffabscheidung und -speicherung – Einführung neuer Technologien, um die Kosten für die Abscheidung, Reinigung und Verflüssigung von CO2 aus Abgasen zu senken. Ein Pilotprojekt zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung wird 2020 in Dünkirchen gestartet, um 0,5 Tonnen CO2 pro Stunde von den Stahlherstellungsgasen abzuscheiden.

Ein großer Schritt in die richtige Richtung

Geert Van Poelvoorde, CEO von Arcelormittal Europe – Flat Products, erklärt: »Wir setzen uns für die Dekarbonisierung der Stahlindustrie ein.« Das geschehe im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens und der Verpflichtung der Europäischen Union, bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität zu erreichen. »Unsere Roadmap und das Emissionsreduktionsziel von 30 Prozent bis 2030 für Europa sind ein großer Schritt in die richtige Richtung. Wir haben in den vergangenen Jahren eine Reihe von Technologien getestet und jetzt ist die Zeit gekommen, diese in die Tat umzusetzen – mit Unterstützung der EU und ihrer Mitgliedsstaaten«, so Geert Van Poelvoorde weiter.

Arcelormittal unterstützt den Green Deal der Europäischen Kommission und ist der Ansicht, dass die richtigen Marktmechanismen ein entscheidender Faktor für emissionsarme Stahlerzeugung sind. Dazu gehören ein CO2-Grenzausgleich und der Just Transition Fund, um in Forschung, Innovation und grüne Technologie zu investieren.