Elektromobilität und Leichtbau

Hervorragend ausgebildete und hoch motivierte Fachkräfte sind der Schlüssel dafür, dass Deutschland zu einem Leitanbieter für Elektromobilität werden kann. Eine der Facetten für eine erfolgreiche Markteinführung von Elektrofahrzeugen ist der Leichtbau, der in einem Workshop am 29. Juni vormittags auf der „Nationalen Bildungskonferenz Elektromobilität“ in Ulm behandelt wird.

16. Juni 2011
Faserverstärkte Kunststoffe (FVK) sind sehr schadenstolerant und bei Fahrzeugrädern Aluminium deutlich überlegen. Je nach Länge der Verstärkungsfasern werden Faserkunststoffverbünde in kurz-, lang- und endlosfaserverstärkte Kunststoffe unterschieden.
Bild 1: Elektromobilität und Leichtbau (Faserverstärkte Kunststoffe (FVK) sind sehr schadenstolerant und bei Fahrzeugrädern Aluminium deutlich überlegen. Je nach Länge der Verstärkungsfasern werden Faserkunststoffverbünde in kurz-, lang- und endlosfaserverstärkte Kunststoffe unterschieden.)

Die Bildungskonferenz ist Teil der im Mai 2010 von der Bundesregierung und der Industrie konstituierten „Nationalen Plattform Elektromobilität“ (NPE). Das Forum Leichtbau wird am zweiten Konferenztag als interaktiver Workshop von Dr. Roman Götter, Geschäftsführer der Fraunhofer Academy, moderiert und soll wie die gesamte Konferenz dazu führen, dass Akteure aus allen relevanten Arbeitsgebieten der akademischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung Vorschläge im Rahmen einer Kompetenzroadmap konkretisieren. Aufbauend auf diesen Ergebnissen soll ein nationales Netzwerk zur Aus- und Weiterbildung im Bereich Elektromobilität etabliert werden.

Der Leichtbau – stabile, sichere, aber leichtgewichtige Konstruktionen – ist eine der Schlüsseltechnologien, um trotz vorhandener Restriktionen heutiger Stromspeicher lange Reichweiten und damit die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen beim Verbraucher zu schaffen. Im Forum Leichtbau werden hochkarätige Impulsreferate erwartet:

Qualifizierung mit Leichtigkeit? – Kompetenzentwicklung bei der BMW Group für das Megacity Vehicle; Dr. Christoph Anz, BMW.

Leichtbau für die Elektromobilität – Neue Inhalte in der Hochschulausbildung; Prof. Dr.-Ing. Jörg Wellnitz, HAW Ingolstadt.

Know-how-Transfer für die Praktiker – Hochwertige Faserverbundstrukturen für den Leichtbau; Prof. Dr. Andreas Groß, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM.

Qualifizierung für die Qualitätssicherung – Neue Kompetenzen für die Herstellung und Reparatur von Leichtbaustrukturen; Dr.-Ing. Bernd Valeske, Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP.

Die parallele Ausstellung umfasst mehr als 15 Projekte aus Handwerk, Industrie, akademischen und privaten Bildungs- sowie Forschungseinrichtungen mit Schwerpunkt Bildung für Elektromobilität. Gezeigt werden beispielhafte Projekte, bei denen spezielle Bildungsinhalte in neuer Weise vermittelt und mit neuen Medien verbreitet werden. Darüber hinaus findet die neue Definition bekannter Berufsbilder und die Anpassung bekannter Berufe an die speziellen Herausforderungen der Elektromobilität besondere Aufmerksamkeit.

In der im Mai 2010 von Bundesregierung und Industrie konstituierten Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) arbeiten namhafte Vertreter aus Politik, Unternehmen und Wissenschaft in sieben Arbeitsgruppen eng zusammen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat auf Basis der Empfehlungen der Arbeitsgruppe 6 „Ausbildung und Qualifizierung“ der Nationalen Plattform Elektromobilität die Initiative für die erste Nationale Bildungskonferenz umgesetzt.

Am 28. und 29. Juni 2011 werden in Ulm aufbauend auf den Ergebnissen des nationalen Netzwerks zur Aus- und Weiterbildung im Bereich Elektromobilität weitere Erkenntnisse in einem Kongress, in weiterführenden Foren und in Ausstellungen modifiziert, diskutiert und präsentiert, um die aktive Gestaltung und Umsetzung der Qualifizierungsoffensive für die Zukunft der Ausbildung von Ingenieuren, Facharbeitern und Gesellen voranzutreiben.