Einweihung mit Würze

Untersuchungen zeigen, dass Kaufentscheidungen oft zugunsten eines etwas teureren Anbieters gefällt werden, dessen Dienstleistungsangebot überzeugt. Trumpf hat hier Vorbildliches auf die Beine gestellt.

27. November 2007
In der Maschinenhalle setzt sich die Pädagogik fort. Tische, Stühle, Monitore und Flip-Charts sorgen für entspanntes Lernen.
Bild 1: Einweihung mit Würze (In der Maschinenhalle setzt sich die Pädagogik fort. Tische, Stühle, Monitore und Flip-Charts sorgen für entspanntes Lernen.)

Trumpf setzt seit jeher Meilensteine, wenn es gilt, neuen Ideen zum Durchbruch zu verhelfen. So war es nur konsequent, eine ehemalige Gewürzmühle, die sich in Sichtweite zum Stammwerk in Ditzingen befand, zu einem Dienstleistungszentrum vom Feinsten auszubauen. Das Vorzeige-Unternehmen setzte selbst im Umbau noch Maßstäbe. So hob Frau Professor Regine Leibinger, Barkow Leibinger Architekten, in ihrer Festrede vor rund 200 Gästen den teureren Umbau des alten Gebäudes hervor, um Zeichen gegen die Wegwerf- beziehungsweise in diesem Fall Abrissmentalität zu setzen.

Komplette Kundenbetreuung

Frau Dr. Nicola Leibinger Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung, hob die Bedeutung von Dienstleistungen für den Unternehmenserfolg besonders heraus. Trumpf bietet eine komplette Rundum-Betreuung entlang des Lebenszyklus seiner Maschinen. Dazu gehören die Finanzierung durch eine eigene Leasing-Gesellschaft, eine umfassende Auswahl an Stanz- und Biegewerkzeugen, eine vorbildliche Ersatzteilversorgung, Schulungen und Beratungsdienstleistungen, ein leistungsfähiger CAD/CAM-Support, Nachrüstungen für Altmaschinen, die Rücknahme von Gebrauchtmaschinen und der klassische technische Kundendienst. Mit dem 30 Millionen Euro teueren Gebäude ist Trumpf nun nach 18 Monaten Bauzeit in der Lage, jährlich 8.000 Schulungsteilnehmer adäquat für den Einsatz an den hochmodernen Trumpf-Maschinen zu schulen und Ersatzteilwünsche innerhalb kürzester Zeit zu befriedigen. Neueste Erkennt­nisse bezüglich Logistik und Pädagogik flossen in das Projekt ein. So wird etwa durch verschiedenfarbige Lagerkästen visualisiert, ob sich der darin befindliche Gegenstand in Bewegung, in Lagerung oder im Versandstatus befindet. Übersichtliche elektronische oder papierene Plantafeln informieren stets umfassend über das aktuelle und geplante Geschehen. Elektronisch gesteuerte Lampen, die den gesuchten Artikel beleuchten, beugen Fehlverpackung durch Ermüdung oder Ablenkung der Fachkraft vor. Selbst allseits bekannte Parkscheiben sind in den reibungslosen Logistikvorgang sinnvoll eingebunden. Ein angenehmer Gewürzduft, der Zeugnis vom früheren Nutzungszweck der Halle ablegt, strömt durch das 16 Meter hohe Hochregallager. 28.000 Artikel mit einem Wert von 28 Millionen Euro beherbergt das Lager, das einen Umschlag von 5,5-mal pro Jahr erzielt. 60 Mitarbeiter in diesem Bereich sorgen für jährlich 200.000 Versandvorgänge an 12.000 Kunden in 85 Ländern. Mit einer Auslieferquote von 99,8 Prozent und einer Next-Day-Quote von 85 Prozent stellt dieses Konzept seine Spitzenleistung eindrucksvoll unter Beweis.

Gezielte Wissensvermehrung

Dem steht das neue Schulungszentrum, das sich einen Stock höher über dem Ersatzteillager befindet, in nichts nach. Vorbei sind nun die Zeiten, als Trumpf aus Platzmangel im alten Schulungsgebäude auf Hotels ausweichen musste. Das neue Schulungszentrum wartet mit einem wohldurchdachten, runden Konzept auf. Zahlreiche Details zeugen von der hohen Kompetenz der beauftragten Planer. So sind etwa auf der Gangseite der Eingangstüren zu den Schulungsräumen keine simplen Hinweistafeln angebracht, sondern kleine Monitore montiert, die mit Bildern untermalt umfassend Auskunft über den im Schulungsraum stattfindenden Kurs geben. Die Schulungsräume selbst sind mit Beamern, Computer, pädagogischem Netzwerk und teilweise mit Schulungsmaschinen ausgerüstet. In kleinen bis mittelgroßen Gruppen vermitteln 36 feste und fünf freie Mitarbeiter modernstes Wissen aus der Welt rund um die Blechbearbeitung. Durch die Ausstattung der Schulungsräume mit jeweils zwei Beamern sind die Referenten in der Lage, flexibel den Unterricht zu gestalten. Beispielsweise sind die Monitorbilder der Teilnehmer oder Hilfsgrafiken zum leichteren Verständnis einblendbar.

Know-how in der Box

Die hohe Zahl an Referenten machte eine besondere Lösung für deren Unterrichtsvorbereitung nötig. So ist ein eigener Raum vorhanden, der fahrbare Kleinschränke mit den persönlichen Unterrichtsmitteln der Referenten beherbergt. An zahlreichen Plätzen können die Referenten ihre Schulungsunterlagen und einen Laptop ? Tageslichtprojektoren sind in den Schulungsräumen nicht mehr vorhanden ? optimal auf das Referat vorbereiten. Dieser Schrank wird in das Klassenzimmer geschoben, der Laptop an das Netzwerk angeschlossen und schon be­ginnt der Kurs. Selbstverständlich kommen auch ausländische Trumpf-Gäste nicht zu kurz. 40 freie Mitarbeiter übersetzen den Unterricht in 17 Sprachen. Dieser Hochbetrieb führt dazu, dass tausende Tassen Kaffee durch die durstigen Kehlen der jährlich 8.000 Teilnehmer, die sich auf 1.500 Kurse verteilen, rinnen. Diese hohen Teilnehmerzahlen zeigen, wie stark die Nachfrage nach Schulungen durch die Abnehmer der Werkzeugmaschinen ist. In den Schulungskursen sind Theorie und Praxis eng verzahnt. Teilweise in den Schulungsräumen am Laser, hauptsächlich jedoch im Maschinenraum wird das theoretisch erworbene Wissen in die Praxis umgesetzt. Hierzu stehen modernste, aus der aktuellen Serie stammende Maschinen zur Verfügung. Diese Maschinen werden in regelmäßigen Abständen ausgetauscht, um die Hochwertigkeit des Maschinenparks zu gewährleisten.

Und Die Entwicklung geht weiter

Das Dienstleistungszentrum ist nicht das letzte Großprojekt, das sich das Vorzeigeunternehmen für die nächsten Jahre vorgenommen hat. Die Vorbereitungen für den Bau eines neuen Entwicklungszentrums für Werkzeugmaschinen haben bereits begonnen. Bis Mitte 2009 wird zudem die bestehende Laserfabrik vergrößert. Die Kosten werden auf rund 50 Millionen Euro veranschlagt. Durch diese Expansionspläne wird natürlich die Belegschaft kräftig aufgestockt. Die künftig 3.000 Mitarbeiter erhalten daher eine neue, 15 Millionen Euro teuere Betriebskantine, die im Sommer 2009 den Betrieb aufnehmen wird. Trumpf hat schon vor langer Zeit erkannt, dass erfolgreiche Unternehmen nur durch motivierte, engagierte Mitarbeiter entstehen. Deren Begeisterung überträgt sich auf das Produkt und letztendlich auf den Kunden. Einem Ergebnis dieser vorbildlichen Personalpolitik konnte in der Eröffnung gelauscht werden. Denn das werkseigene Musiker-Ensemble gab der Eröffnungsveranstaltung mit Werken von Abba, Stevie Wonder, Jerry Gray und Eric Idle die musikalische Würze. _

Wolfgang Fottner

Erschienen in Ausgabe: 08/2007