Einstellung der Information über durchschnittliche Stahlschrottpreise durch die Wirtschaftsvereinigung Stahl

IBU aktuell
04. Februar 2016
Bildquelle: Klaas Hartz / pixelio.de
Bild 1: Einstellung der Information über durchschnittliche Stahlschrottpreise durch die Wirtschaftsvereinigung Stahl (Bildquelle: Klaas Hartz / pixelio.de)

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl (WVS) hatte im Oktober 2015 angekündigt, die Ermittlung der durchschnittlichen Stahlschrott-Einkaufspreise, die PwC (Pricewaterhouse Coopers) im Auftrag der WVS durchgeführt hatte, zum Jahreswechsel 2015/2016 einzustellen. Dieses Informationssystem wird nach derzeitigem Stand auch von keiner anderen Organisation fortgeführt werden.

Da die Beobachtung des Stahlschrottmarktes für zahlreiche Unternehmen der Stahl verarbeitenden Branchen eine hohe Bedeutung hat, wurde im Auftrag des WSM Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung eine Analyse möglicher Alternativ-Informationsquellen erstellt. Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass der Erzeugerpreisindex ›Sekundärrohstoffe aus Eisen- und Stahlschrott‹ (GP09-383222000) des Statistischen Bundesamtes geeignet wäre, die monatliche Preisentwicklung abzubilden. Der Preisindex mit Basisjahr 2010 (= 100) basiert auf den Umsatzmeldungen von Stahlschrotthändlern an die statistischen Landesämter. Das Statistische Bundesamt aggregiert diese Preis- und Mengenmeldungen der Händler auf Bundesebene.

Damit bildet dieser Erzeugerpreisindex nahezu exakt die Entwicklung der bisherigen Information über die Einkaufspreise der Stahlwerke ab, da die Umsätze der Stahlschrotthändler identisch sind mit den Eingangsrechnungen der Stahlwerke. Der einzige Unterschied dürfte darin liegen, dass die von den Stahlschrotthändlern belieferten Stahlwerke nicht 1:1 identisch sind mit den im Marktinformationssystem der Wirtschaftsvereinigung Stahl erfassten. Man kann jedoch annehmen, dass die monatliche Preisentwicklung davon allenfalls marginal beeinflusst ist. Die Indizes der Erzeugerpreise des Statistischen Bundesamtes sind online über das Datenbanksystem Genesis abrufbar.

Eine weitere Alternative zum bisherigen Stahlschrottpreis der Wirtschaftsvereinigung Stahl stellen laut der Analyse die durchschnittlichen Stahlschrottpreise der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) dar, die deutschlandweit ermittelt und über deren Internetseite zur Verfügung gestellt werden. Diese Durchschnittspreise basieren auf Meldungen von Preisen und Mengen von Mitgliedsunternehmen der BDSV, die an eine neutrale Meldestelle (Securecalc) gehen. Der Meldezeitraum geht vom 1. bis zum 20. des laufenden Monats.

Die zu meldenden Preise sind ausschließlich Ab-Stations-Preise (Lagerverkaufspreise – frei Waggon, frei LKW oder frei Schiff verladen ab Platz). Die Preise für die Neuschrottsorten 2 und 8 werden in diesem System zusammen erfasst.

Die Verbände können den Erzeugerpreisindex des statistischen Bundesamts und die von der BDSV ermittelten Durchschnittspreise als unverbindliche Empfehlungen zur Verfügung stellen. 

Erschienen in Ausgabe: 01/2016