Einfach und sicher fixieren

Technik/Befestigen

Mit der Innenspannschraube (ISS) von Haboe lassen sich zylindrische Bauteile wie Rundstäbe oder Rohrprofile einfach, schnell und sicher fixieren.

22. April 2013

Ob als Spannmittel im Maschinenbau, als Befestigungslösung in der Sensortechnik Anschlagmittel für Werkstücke und Werkzeuge in der Zerspanungstechnik oder die Befestigung von Displays – mit der ISS sind die Dinge schnell positioniert und ebenso im Handumdrehen wieder gelöst.

Im Vergleich zu bisherigen Befestigungslösungen bietet die Haboe-ISS eine wesentlich schnellere und einfachere Fixierung zylindrischer Komponenten, da nur ein metrisches Gewinde benötigt wird, in das die ISS eingeschraubt wird. Diese Simplizität bringt eine hohe Kosteneinsparung, Montagefreundlichkeit und Sicherheit. Auch Umrüsten wird erleichtert, denn ein minimales Lockern oder Anziehen der ISS ermöglicht die stufenlose Verstellbarkeit oder den Austausch von Bauteilen.

Die ISS – standardmäßig aus Edelstahl 1.4305 – gibt es ab Lager in verschiedenen Größen mit Spannmöglichkeiten von 3 bis 25 mm. Aufgrund flexibler Fertigungsmöglichkeiten kann Böhl auch größere Typen realisieren. Die ISS wird in eine Bohrung oder Mutter mit einfachem metrischen Gewinde eingeschraubt, bis der Kopf der ISS auf der Planfläche des Bauteils aufliegt. Ist der Rundstab durchgeschoben und positioniert, wird mittels Spezialschlüssel die ISS gegen das Gewinde verschoben und dadurch geringfügig und vollständig reversibel gedehnt. Diese leichte Dehnung reicht aus, den Durchmesser der ISS soweit zu verringern, dass das eingeschobene Bauteil sicher eingespannt wird. Der Durchmesser und der Anpressdruck ist auf den jeweiligen Anwendungsfall modifizierbar. Damit lässt sich das Bauteil auch als Rutschkupplung auf einer Welle nutzen.

In Tests hat sich die Zuverlässigkeit der ISS gezeigt: An einen Edelstahlstab mit einem Durchmesser von zwöf Millimeter, der von einer einzelnen Standard-ISS – aus Edelstahl – gehalten wird, kann problemlos ein Gewicht von über 100 kg befestigt werden. Mit einer entsprechenden Beschichtung sind sogar über 350 kg erreichbar. Mit Werkstoff- und Formanpassungen können physikalische und optische Eigenschaften verändert werden, etwa für den Einsatz in sensiblen Bereichen wie der Hygienetechnik. Neben der Edelstahl-ISS gibt es auch Varianten aus Aluminium und Kunststoff. Bisher ist es beim Einsetzen von Sensoren üblich, Mutter und Kontermutter aufzuschrauben, auf die richtige Höhe zu bringen und anschließend festzuziehen. Das Positionieren des Sensors gestaltet sich dadurch aufwendig. Mit der ISS können Sensoren direkt stufenlos in Position gebracht werden. Zum Fixieren reicht ein kurzes Festziehen beziehungsweise Lockern der ISS. Die Aluminium- oder Kunststoffausführung sorgt außerdem dafür, dass die Messgenauigkeit nicht verändert wird, da durch die ISS-Befestigung keine magnetischen Einflüsse entstehen. Beim Einsatz der ISS brauchen die Sensoren kein Gewinde zur Befestigung. Die Kunststoffversion hat zudem eine Isolator-Funktion. Auch lassen sich Sensoren in der Halterung abdichten. Aufgrund einer Kraftbegrenzung wird eine Beschädigung der Sensoren verhindert.

Ebenso interessant ist die Nutzung der ISS als Welle-Nabe-Verbindung: Fräser und Bohrer lassen sich damit im Handumdrehen spannen. Auch das Fixieren von Messuhren gelingt schnell und sicher.

Weitere Anwendungsbeispiele für die ISS sind der Möbelbau, Messebau, Ladenbau und Werbung, die Hygienetechnik oder um Druckleitungen zuverlässig zu verbinden zum Durchleiten von Medien bis 70 bar.

Walter Lutz, Fachjournalist aus Haiger

Hintergrund

Die Haboe Edelstahl-Systeme GmbH wurde 1999 im hessischen Rosenthal gegründet und hat sich im wesentlichen auf den Vertrieb von Edelstahlelementen für den Geländerbau spezialisiert. Schlüsselprodukt ist das eigene System, das – im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Systemen – auf dem Grundsatz ›stecken, schrauben, kleben‹ beruht. Aufwendige Schweißarbeiten werden komplett vermieden. Dieses System wurde durch die erfahrenen Mitarbeiter in langjährigen Forschungen entwickelt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass zusammen mit den Partnerunternehmen der Böhl-Gruppe auch Sonderlösungen nach Kundenwunsch gefertigt werden können. Durch diesen einfachen Zugang zu hochmodernen CNC-Dreh- und -Fräsmaschinen sind selbst große Projekte in kurzen Zeiträumen zu realisieren. Zur Böhl-Gruppe gehören neben den Haboe-Edelstahl-Systemen die Hebö Maschinenfabrik und die Habö CNC Dreh- und Frästechnik.

Erschienen in Ausgabe: 03/2013