"Eine Klasse für sich"

Technik/Sägen

Auch wenn man sie nicht unbedingt braucht wie etwa der Stahlhandel oder der Stahlbau: Mit einer eigenen Sägemaschine kann mancher mittelständische Metallverarbeiter Geld sparen – und an Flexibilität gewinnen.

29. August 2017
Laut Christian Behringer »eine Klasse für sich«: die HBE320-523 GA. Bildquelle: Behringer
Bild 1: "Eine Klasse für sich" (Laut Christian Behringer »eine Klasse für sich«: die HBE320-523 GA. Bildquelle: Behringer)

Die Erschließung neuer Geschäftsfelder, ein umfangreicheres Lieferspektrum oder ein Ersatz für ältere Maschinen – dies sind die häufigsten Argumente für Anwender, in eine aktuelle, leistungsfähigere Gehrungssägemaschine zu investieren.

Mit dem neuen Automaten der HBE-Baureihe von Behringer lassen sich nun die Vorzüge moderner Hochleistungsmaschinen für individuelle Sägeaufgaben mit den bewährten, soliden Merkmalen einer klassischen Gehrungssäge perfekt kombinieren. »Wir haben bewusst diverse Features unserer Highend-Modelle integriert. Das macht unsere HBE320-523GA zu einer Klasse für sich«, ist sich Geschäftsführer Christian Behringer sicher. Hohe Schnittleistungen, einfache Handhabung und präzise Winkelschnitte seien wesentliche Attribute der HBE320-523GA. Mit ihrem umfangreichen Anwendungsspektrum decke sie alle Erfordernisse im Stahlbau und Stahlhandel ab. Auch mittelständische Betriebe, in denen der neue HBE-Automat zeitweise bedienerlos laufen muss, seien Einsatzgebiete. »Prozesssicherheit und Tempo spielen eine entscheidende Rolle; die Maschine muss zügig und sauber eine große Bandbreite verschiedener Materialien trennen«, ergänzt Behringer. Mit einem Schnittbereich im Flachmaterial von 520 x 320 mm sowie beidseitigen Gehrungen von 45° und bis 30° links erweist sie sich als Generalist für viele Sägeaufgaben. »Aus Kosten- und Flexibilitätsgründen werden Profile meistens in Ausgangslängen bis 12 Meter gekauft und auf Maß gesägt«, so Christian Behringer weiter. Baustahl- ebenso wie Edelstahlprofile stellen für die Maschine kein Problem dar.

Konstruktiv decken sich viele Merkmale der neuen Gehrungssägemaschine mit denen der bereits erfolgreichen HBE-Dynamic-Baureihe. Das Führungssystem in verwindungssteifer Portalkonstruktion und die beidseitige Lagerung der Bandlaufräder sorgen für Laufruhe und präzise Schnitte. Die bandführenden Teile bestehen aus schwingungsdämpfendem Grauguss, was sich positiv auf die Qualität der Schnittoberfläche und die Standzeit der Bänder auswirkt. Elektrisch angetriebene Spänebürsten reinigen das Band von anhaftenden Spänen – ein Plus für mehr Prozesssicherheit.

Durch die Neigung der Bandlaufräder reduziert sich die Biegewechselbelastung des Bandes, was eine hohe Standzeit ermöglicht. Die vollautomatische Höheneinstellung des Sägerahmens entsprechend der Materialhöhe und die Absenkung der Säge in Eilgeschwindigkeit reduzieren die Nebenzeiten enorm. Mit der Schrägstellung des Sägebandes lassen sich beispielsweise Träger, Winkeleisen und U-Profile sowie Vierkant-Hohlprofile schneller und gratarmer sägen.

Die Sägeeinheit ist auf einem groß dimensionierten Axialwälzlager leichtgängig gelagert und schwenkbar. Der geschlossene Materialtisch erleichtert das Material-Handling direkt an der Schnittstelle. Eine Mikrosprüheinrichtung ist serienmäßig an der Maschine vorhanden.

Die Maschine kann mit Zu- und Abfuhrrollenbahnen, Messeinrichtungen und Quertransportsystemen sowie mit einer NC-Winkelverstellung entsprechend ergänzt und ausgestattet werden. Diese prozesssicheren, kundenspezifischen Transportlösungen liefert die Behringer GmbH aus dem hauseigenen Stahlbau.

Greifen, sortieren, stapeln

Eine innovative Säge-Roboter-Kombination erleichtert Anwendern unterschiedlicher Branchen den Bearbeitungsprozess. Ein intelligentes, kundenspezifisches Layout, bestehend aus leistungsstarken Sägemaschinen, einem Roboter, Magazinen und Rollenbahnen sorgt für Unabhängigkeit im Mehrschichtbetrieb.

Wahlweise eine Bandsägemaschine, wie die HBE321A, oder eine Hochleistungskreissäge HCS150E ist das Herzstück der Anlage und wird dem Roboter vorgeschaltet. Die Anlage kann mit einem Magazin seitlich der Rollenbahn kombiniert werden, um die Ausgangslängen zu puffern und ausreichend Material für die bedienerlose Nachtschicht vorzuhalten. Die Beladung des Magazins erfolgt über den Hallenkran, die Übergabe der vereinzelten Stäbe oder Rohre auf die Zufuhrrollenbahn mittels geeigneter Vorrichtungen.

Die Sägemaschinen trennen die Ausgangslängen in definierte Abschnitte. Abgestimmt auf die Anwendung und Branche werden Voll-, Hohl- und Profilmaterialien wirtschaftlich und präzise bearbeitet.

Eine Nachschubzange sichert einen reibungslosen Schnittguttransport in die Maschinen. Das Material wird immer optimal gespannt. Der Nachschubgreifer fährt nah an das Sägewerkzeug heran. Dadurch können die Reststücklängen um über 50 Prozent reduziert werden. Der Greifer ist linear geführt und wird über einen geregelten Antrieb positioniert.

Abfuhrseitig übernimmt ein Roboter mit Magnetgreifer die getrennten Teile. Nach der Übergabe können verschiedene Stationen angefahren werden. Der Transport auf eine Reinigungs-, Mess- oder Abstapelstation erfolgt programmgesteuert. Der Roboter stellt die Teile auf ein automatisch getaktetes Band, das jedes Gutteil einzeln in die Reinigungsstation zum Ausblasen sowie zum Entgraten fördert. Am Ende des Bandes nimmt der Roboter das gereinigte Teil ab. Auch der Messplatz ist im Arbeitsbereich des Roboters angeordnet. Der gereinigte Abschnitt wird vom Roboter in eine passgenaue Vorrichtung plaziert. Ein Messtaster fährt anschließend über den positionierten Abschnitt und ermittelt so, ob Längentoleranzen und Ebenheit eingehalten wurden. Nach der Prüfung werden die Gutteile vom Roboter geordnet auf eine Palette sortiert, die von einer Transportrollenbahn im Prozessablauf bereitgestellt wird.

Dem gesamten System liegt ein Sicherheitskonzept zugrunde, das den Bediener jederzeit optimal schützt. Bei den Maschinen handelt es sich in der Regel um Standardlösungen, die nach Bedarf um Peripherie-Einrichtungen erweitert werden können.

Blechexpo, Stand 4503Emo Halle 15, Stand D38

Zahlen & Fakten

Die Behringer GmbH, 1919 gegründet, befindet sich in dritter Generation in Familienbesitz. Die Geschäfte führen Christian und Rolf Behringer. Am Stammsitz in Kirchardt sind etwa 350 Menschen beschäftigt, bei Eisele in Weilheim/Teck rund 60 und bei Vernet in Dijon zirka 140. Der Gesamtumsatz liegt knapp unter 70 Mio. €, der Exportanteil liegt bei 60 Prozent.

Erschienen in Ausgabe: 05/2017