Eine erfolgreiche Familientradition

Technik/Biegen und Abkanten

Der Name LVD leitet sich von den Gründervätern Jacques Lefebvre, Marc Vanneste und Robert Dewulf ab. Schon Anfang der 1950er war LVD bekannt als Hersteller von Tiefzieh- und Abkantpressen. Schließlich haben kontinuierliches Wachstum und die Übernahme von Strippit sowie die Aufnahme von Laserschneidanlagen ins Produktportfolio dazu geführt, dass LVD heute zu den international führenden Unternehmen im Bereich Laser-, Stanz- und Biegetechnik zählt.

02. Oktober 2018
© Dr. Fleckenstein
Bild 1: Eine erfolgreiche Familientradition (© Dr. Fleckenstein)

Mittlerweile verfügt LVD über eine große Bandbreite integrierter Produkte für den weltweiten Markt der Blechbe- und -verarbeitung. Die Unternehmensgruppe besitzt sechs Produktionswerke: eines in Belgien, zwei in der Slowakei und zwei in China sowie eines in den USA. LVD ist in mehr als 45 Ländern aktiv, hat in 26 Ländern eigene Tochtergesellschaften gegründet und Fremdgesellschaften übernommen.

In jeder dieser Regionen unterhalten die Belgier Vertriebs- und Serviceeinrichtungen. Das ist allein deswegen schon notwendig, weil Anlagen und Komponenten von LVD in Produktionslinien weltweit installiert sind – unter anderem in einigen der international bekanntesten Industrieunternehmen. LVD bietet Stanzmaschinen, Abkantpressen, Laserschneidanlagen und Tafelscheren sowie innovative Software und modular aufgebaute Automatisierungssysteme.

Inzwischen zählt die Unternehmensgruppe mehr als 30.000 Kunden aus unterschiedlichen Industriebereichen – von der Gastronomie bis hin zur Verteidigung. Zu den Schlüsselindustrien, die LVD beliefert, gehören das Transportwesen, der Maschinenbau, die Wehrtechnik, der Nahrungsmittel- und Gastronomiebedarf, die Bauindustrie, die Energiewirtschaft, der landwirtschaftliche Gerätebau, die individuelle Auftragsfertigung von Metallwaren, die Fertigungsindustrie für elektronische Geräte, die Medizin und Wissenschaft, die Gerätebauindustrie sowie der Stahlhandel.

In einem persönlichen Gespräch mit dem Geschäftsführer der LVD GmbH, Dr. Marc Fleckenstein, erfuhr bbr einiges über das Unternehmen. So wurde deutlich, dass heute die zweite und zum Teil auch schon die dritte Generation aller drei Gründerfamilien aktiv, das heißt operativ in der Geschäftsführung mitarbeiten. Dazu zählen unter anderem die Bereiche Produktion, Finanzen, Strategieplanung und Vertrieb. »Die Familie ist in allen diesen Bereichen top-informiert und fasst tatkräftig mit an.

Ein Geheimnis des LVD-Erfolges ist die Tatsache, dass man keine langwierigen Geschäftsführer-Meetings anberaumen muss, sondern die Familien sich auf kurzem Wege treffen, besprechen und entsprechend schnell auf Marktveränderungen reagieren können. Das ist ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil für uns«, erklärt Dr. Fleckenstein. LVD bietet eine umfassende Auswahl an Maschinen, Software und Zubehör an, und von der Einstiegsmaschine bis hin zu automatisierten Blech-BAZ genießen LVD-Produkte einen guten Ruf wegen ihrer Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Energieeffizienz.

»Ein weiterer unschätzbarer Vorteil ist unsere Belegschaft«, fährt Dr. Fleckenstein fort. »Unsere Ingenieure und Facharbeiter haben die entsprechenden Erfahrungen, um den Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden, und jedes Mitglied der LVD-Gruppe ist darauf aus, die Herausforderungen der Kunden anzunehmen und die bestmögliche Anlage zu liefern, die den heutigen Produktionsanforderungen entspricht.« 

LVD produziert seine Abkantpressen und die Lasermaschinen in Belgien. Dazu Dr. Fleckenstein: »Unsere Baureihen erstrecken sich von kostengünstigen CNC-Maschinen über Abkantpressen mit mehreren Achsen, inklusive patentierter LVD-Easyform-Laser-Biegetechnologie, bis hin zu kundenspezifischen Anlagen, die auch außergewöhnliche Biegeanforderungen bewältigen. Ferner eine ganze Reihe hocheffizienter Laserschneidmaschinen: von günstigen Einstiegsmodellen bis zu fortschrittlichen Laserbearbeitungszentren mit integrierten Lagerlösungen und kompletter Prozesssteuerung.

Zum Produktsortiment gehören auch Tafelscheren, einschließlich CNC-Tafelscheren, und kundenspezifische Scheranlagen. Die einfachen Scheren produzieren wir in China, weil sich die Fertigung zu westlichen Lohnkosten nicht mehr rechnet. Allerdings produzieren und liefern wir in Asien auch CNC-Scheren. Grundsätzlich gilt: Wenn ein Kunde eine Maschine aus einem bestimmten Werk haben will, dann versuchen wir, das möglich zu machen.« 

Das weiß man bei LVD nur zu gut und beherzigt das auch entsprechend. Dazu erklärt Dr. Fleckenstein: »Unsere Maschinen sind keineswegs nur Standard. Wir konzipieren und bauen unsere Anlagen nach Kundenwunsch zunächst bei uns im Werk und laden dann unsere Kunden zur Abnahme in unser Werk ein. Nachdem alle Kundenwünsche erfüllt sind, demontieren wir die Maschine und bauen sie beim Kunden wieder auf. Da wir hier sehr offen sind, können unsere Kunden jederzeit bei uns vorbeikommen und den Baufortschritt ihrer Maschine begutachten.

Das kommt durchaus öfter vor. Im vergangenen Jahr hat ein Kunde sogar seinen weihnachtlichen Firmenausflug zu uns gemacht. Andererseits haben wir auch Abnehmer, bei denen schon mehrere LVD-Maschinen stehen. Die wünschen dann oft keine Abnahme im Werk, sondern erwarten, dass wir ihre Maschine ohne Verzögerung bei ihnen installieren.« Wie wichtig LVD den Kundenservice nimmt, erkennt man daran, dass das Unternehmen in bestimmten Zeitabständen Kundentage organisiert, bei denen auch die Kunden zu Wort kommen und ihre Erfahrungen mit den LVD-Installationen mitteilen.

»Aus diesen Rückmeldungen ziehen wir natürlich wertvolle Informationen, die in unserer Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung aufgenommen und umgesetzt werden«, erläutert Dr. Fleckenstein. »Da wir in vielen Ländern präsent sind, organisieren wir deutsche, englische, italienische und französische Kundentage. Denn wir wissen eines ganz genau: Wenn man sich mit seinen Kunden beschäftigt und denen auch zuhören will, dann bleibt kein anderer Weg übrig, als diese Kundentage zu organisieren.« 

Industrie 4.0 bezeichnet die vierte industrielle Revolution und schließt die umfassende Digitalisierung von Produktionsprozessen ein. In der Blechbearbeitung sammelt sie große Datenmengen von Maschinen, die digital untereinander vernetzt sind. Diese Daten werden in einer zentralen Datenbank zusammengefasst und die Auswertung der Daten versetzt Produzenten in die Lage, ihre Herstellungsprozesse zu optimieren.

Industrie 4.0 wird bei LVD schon lange praktiziert

Dr. Fleckenstein erklärt dazu: »LVD realisierte die Bedeutung des Datenaustausches zwischen Fertigungsanlagen und Software bereits vor vielen Jahren – lange bevor der Begriff ›Industrie 4.0‹ eingeführt wurde, der meines Erachtens heute aus Marketinggründen arg strapaziert wird. Seit den 1980er-Jahren werden unsere Maschinensteuerungen und die Software so konstruiert, dass ihre Informationen über Status, Leistung und Ergebnisse in einer zentralen Datenbank abgelegt werden.

Kleine Chargen und kurze Lieferzeiten sowie zunehmend komplexere Teile machen diese Gestaltung der Arbeitsprozesse notwendig. Die Kombination von Aufträgen zur besseren Ausnutzung von Materialien und die Verbesserung der betriebsinternen Logistik sind unumgänglich. Wir benutzen unsere Erfahrungen auf diesem Gebiet, um unseren Kunden den Begriff Industrie 4.0, und was er bedeutet, näherzubringen.« Hans Georg DiederichsFachjournalist aus Grevenbroichwww.lvdgroup.comEuroblech Halle 12, Stand F104

LVD auf der Euroblech

Auf der Euroblech legt LVD den Schwerpunkt auf flexible Lösungskonzepte für Automation und Zellenfertigung und stellt folgende Produkte vor:

• Die Abkantpresse Toolcell mit automatischem

  Werkzeugwechsel bietet ein erweitertes Werkzeugmagazin.

  Hierdurch kann die Maschine noch besser kleine

  Chargengrößen, verschiedenste Teile und Werkstücke mit

  gesteigerter Komplexität bewältigen.

• Die Dyna-Cell hebt die elektrischen Abkantpressen auf eine

  neue Stufe durch hochschnelles Biegen kleinerer und

  mittlerer Werkstücke. Aufgebaut auf der Dyna-Press liefert

  diese neue, kompakte und automatisierte Biegezelle mehr

  Teile pro Stunde, schnelleres Rüsten und erhöhten

  Durchsatz sowie geringere Stückkosten.

• Die schnelle Faserlaser-Schneidanlage Electra FL 3015 hat

  über eine neue 10-Kilowatt-Laserquelle. Die Maschine

  schneidet eine große Bandbreite Fe- und NE-Materialien, so

  schnell, wie es der thermische Prozess ohne dynamische

  Kompromisse zulässt. Ein Kompaktturm (CT-L) für zehn

  Paletten hält mit der Electra Schritt, um Teile und

  Materialien effizient zu laden, zu entladen und zu lagern. 

• Die Abkantpresse Easy-Form 80/25 ist eine smarte

  Biegemaschine. Ausgestattet mit dem Easy-Form-Laser,

  einem prozessinternen System zur Winkelüberwachung,

  passt diese Abkantpresse die Stößelposition in Echtzeit an,

  um den gewünschten Winkel vom ersten Biegevorgang an zu

  gewährleisten. Der Biegevorgang wird nicht unterbrochen

  und es geht keine Produktionszeit verloren.

• Die Stanzmaschine Strippit PX-1530 kann stanzen,

  umformen, biegen und Gewinde formen, um

  mehrere Prozesse, auch bei komplexen

  dreidimensionalen Teilen, effizient durchzuführen.

  Ein flexibles Automatisierungssystem (FA-P) ermöglicht

  schnelle Belade- und Entladevorgänge sowie eine zügige

  Entnahme von Teilen für einen ununterbrochenen

  Produktionsfluss.

• Das CADMAN-Programmpaket ist die Antwort von LVD für

   eine umfassende Prozessintegration und den optimierten

   Produktionsfluss. Auf der Messe wird das gesamte

  Cadman-Programmpaket vorgeführt.

Erschienen in Ausgabe: 06/2018