Einarbeitung auf der Tryout

Hohe Variantenzahl, kleine Stückzahlen, und die Werkzeugkosten sollen zumindest nicht steigen. Ist das möglich? Ein Kostensparmodell zeigt Dieffenbacher Pressen auf.

06. Dezember 2006

Wo sich früher Fahrzeugausführungen nur in Kombi und Limousine unterschieden, kommen heute oftmals zusätzliche Varianten wie Allroad oder spezielle Sportausführungen hinzu. Multipliziert mit der gestiegenen Anzahl an Modellen ergibt sich, dass eine immer größere Anzahl an Werkzeugen für immer kleinere Losgrößen benötigt wird. Da die Fahrzeugpreise dadurch nicht wesentlich steigen können, ist das Thema Kosten im Werkzeugbau dringlicher denn je. Moderne Anlagen zur Erprobung nehmen so einen immer bedeutenderen Platz im Werkzeugbau ein. Um den Werkzeug­anlauf und die Verfügbarkeit der Produktionsanlagen zu sichern, werden zeit- und kostenintensive Einarbeitungen verstärkt auf Tryout-Pressen verlagert.

Für hochfeste Werkstoffe

Dieffenbacher lieferte zuletzt acht Pressen an die Audi-Standorte Ingolstadt, Neckarsulm und Györ. Presskräfte bis zu 25.000 kN orientieren sich an den Anforderungen hochfester Werkstoffe. Neben der wirtschaftlichen Einarbeitung von Großwerkzeugen wird so dem Trend zur Bauteilreduzierung und dadurch immer größeren Blechteilen sowie neuen Stahlsorten Rechnung getragen. Durch Fahrtische mit 5 m x 2,5 m Aufspannfläche wird ein schneller Wechsel selbst großer und schwerer Werkzeuge ermöglicht. Neben einem Stößelkissen mit 2.000 kN sind die Pressen mit Mehrpunkt Tischkissen mit maximal 6.000 kN ausgerüstet. Bis zu acht Zylinder können individuell eingestellt werden und arbeiten beim Verdrängen vordefinierte Kraftprofile ab. Schnittschlag­dämpfer ermöglichen zudem die schonende Einarbeitung von Schneidwerkzeugen. Mit der motorischen Spindelverstellung lässt sich das System einfach auf die entsprechende Werkzeughöhe optimal einstellen. Ein aktives Parallelhaltesystem des Stößels rundet das Paket ab. Über die separate Ansteuerung der zwei Hauptzylinder wird die Presse parallel geschlossen und so ergibt sich ein optimales Tuschierbild.

Eine Frage der Regulierung

Schon seit Jahren setzt Dieffenbacher erfolgreich auf die Steuerungstechnik der Firma Beckhoff. Durch die Kombination der Ablaufsteuerung, Regelungstechnik und der Visualisierung auf einem einzigen Industrie-PC ergeben sich extrem kurze Signallaufzeiten was deutliche Verbesserungen der Maschinengenauigkeit mit sich bringt. Einfache und intuitive Navigation bei der Bedienung der Anlage sind Voraussetzung für den optimalen Einsatz der Pressen. Hierfür wurde die übersichtliche und auf die Bedürfnisse des Bedieners abgestimmte Bedienoberfläche »Pro Guide« umgesetzt. Kostenoptimierte Prozesse zur wirtschaftlichen Herstellung innovativer Produkte mit gleich bleibend hoher Qualität sind unverzichtbare Erfolgsfaktoren, um auf den internationalen Märkten zu bestehen. Das ist, was Dieffenbacher seinen Kunden bietet.

BackgroundDie Dieffenbacher-Gruppe

Name _ Dieffenbacher Group

Gründung _ 1873

Unternehmenssitz _ Eppingen, Deutschland

Unternehmensbereiche _ Holzplattentechnik, Service-Center, Umformtechnik

Mitarbeiter _ ca. 900 (ca. 45 Auszubildende)

Umsatz 2005 _ 240 Mio. Euro

Erschienen in Ausgabe: 12/2006