Ein Roboter für heißes Zink

Prozesssicherheit 24/7/365: Mit diesem Ziel hat Unitechnik ein Automatisierungskonzept für die Stahlbandveredelung bei Arcelormittal entwickelt. Ein Roboter übernimmt den bisher manuell ausgeführten Arbeitsschritt des Entfernens von 450 Grad Celius heißer Schlacke, die bei der Verzinkung von Stahlbändern entsteht. Arcelormittal erhöht den Arbeitsschutz und verbessert gleichzeitig die Effizienz und die Qualität in der Produktion.

14. September 2015

Im Mittelpunkt des Automatisierungskonzepts von Unitechnik steht ein Sechsachsroboter von Kuka. Dieser wurde speziell für die Tätigkeit in der Bandveredelungsanlage von Arcelormittal programmiert und ausgestattet. Um die Oberfläche der Stahlbänder vor Korrosion zu schützen, laufen diese durch ein Bad mit flüssigem Zink. Bei dem Prozess setzt sich Schlacke an der Badoberfläche ab, die regelmäßig entfernt werden muss. Früher übernahm ein Mitarbeiter diese Arbeit, indem er mit einer Kelle durch das heiße Zinkbad fuhr.

Um die Mitarbeiter zu entlasten, die Effizienz zu steigern und den Qualitätsanforderungen seiner Kunden gerecht zu werden, setzt Arcelormittal nun auf die Automatisierungslösung von Unitechnik. Dabei fährt der eingesetzte Kuka-Roboter mit einem eigens dafür konstruierten Schöpfwerkzeug in festgelegten Bahnen direkt über dem Zinkbad und entfernt die 450 Grad Celsius heiße Schlacke. Um den hohen Temperaturen standzuhalten, ist der Roboter mit einem Schutzanzug bekleidet. Die entnommene Schlacke füllt er in eine Recyclingtonne. Sobald diese ein bestimmtes Gewicht erreicht hat, wird sie per Stapler ausgetauscht. Das aus der Zinkschlacke in einem Recyclingprozess zurückgewonnene und in Blöcke gegossene Zink wird wieder als Einsatzmaterial verwendet.

Arbeitssicherheit ganz vorne

Die Unitechnik Automatisierungs GmbH hat – abgesehen von der Berechnung der optimalen Fahrweise und der Programmierung des Roboters – auch ein Sicherheitskonzept für Arcelormittal entwickelt. Der festgelegte Arbeitsbereich des Abschlackroboters ist durch Sicherheitstechnik und Zäune geschützt. Stellt das System einen Fehler in seinem Arbeitsbereich fest – beispielsweise das Eintreten eines Unbefugten – stoppt der Roboter seine Tätigkeit. Die Automatisierungslösung wird so allen Anforderungen in puncto Arbeitsschutz und Maschinensicherheit gerecht.