Effizientes Rohrbiegen

Die Krones AG als Leader in der Getränkeindustrie setzt auf ein bahnbrechendes Konzept einer Rohrbiege-Sägeanlage mit Anbindung an ein intelligentes Workflow-Management- System.

18. August 2015

Jede vierte Flasche, die weltweit geöffnet wird, ist auf einer Krones-Anlage befüllt, etikettiert und/oder verpackt worden. Beim Besichtigen der Werkhallen des oberpfälzischen Unternehmens mit Gottfried Schuster, dem Leiter der Fertigung in der Rohrproduktion, wird klar, dass Krones nicht nur Getränke zum Fliessen bringt. Im Fluss und Takt ist die gesamte Produktion, insbesondere die Rohrfertigung.

Das Herzstück der Rohrproduktion ist ein Konzept einer Rohrbiege-Sägeanlage mit Anbindung an ein intelligentes Workflow-Management-System. Dieses enthält vollständig automatisierte Schnittstellen zum CAD-System, ERP-System, sowie zum Rohrlager und Laser-Beschriftungssystem. Weitere Bestandteile der Fertigungsanlage sind eine Datenbank für die chargenspezifischen Korrekturwerte, eine Reststückverwaltung und eine Sägeanlage für ungebogene Zuschnitte.

Diese Kombination führt zu einer Effizienzsteigerung. Jede Rohrkonstruktion unterscheidet sich in Form und Länge und wird als Einzelteil in Losgröße Eins hergestellt. Entscheidend ist, dass die Fertigungsstraße die Kostenstruktur von Serienteilen aufweist.

Workflow-Management-System

Das raffinierte Workflow-Management-System verarbeitet die Daten der anstehenden Aufträge selbständig. Es ermittelt die optimale Arbeitsfolge und verschachtelt vollautomatisiert die zu biegenden Aufträge, so dass ein Verschnitt von maximal fünf Prozent der gesamten Rohrlänge pro Jahr entsteht. Die Rohreinzelstücke kommen komplett gebogen und auf Endmaß gesägt von der Anlage.

Die intelligente Software steuert, dass die Lagerbox mit der korrekten Materialcharge ausgefahren wird. Die Software ist so programmiert, dass zuerst immer alle Reststücke aus dem Lager verwendet werden.

Der Traum der papierlosen Fertigung wurde wahr, indem jeder Rohrkomponente vor dem Biegen automatisch ein Datenfeld mit allen relevanten Auftragsinformationen aufgetragen wird. Das Datenfeld wird an den diversen Arbeitsposten durch den Mitarbeiter per Scan eingelesen, so dass alle relevanten Informationen für ihn auf dem Bildschirm erscheinen. Somit ist es gelungen die einst notwendigen Auftragspapiere, die pro Rohrkomponente von Arbeitsposten zu Arbeitsposten mit wanderten zu eliminieren. Fertigungsleiter Gottfried Schuster: „Plötzlich war das Papier nicht mehr da. Das war zunächst gewöhnungsbedürftig. Die Vorteile lagen aber schnell auf der Hand: Keine Suche nach irgendwelchen papierenen Unterlagen mehr.“