Effizienter WIG-Schweißen

Neues Schutzgas sorgt für blanke Nähte, weniger Nacharbeit, höhere Schweißleistung

Auf der Euroblech 2002 in Hannover (Halle 12, Stand B08) informiert das Industriegaseunternehmen Messer Griesheim über die wirtschaftlichen Vorteile neuer Gasgemische beim MSG-Löten verzinkter Bleche, dem MAG-Schweißen hochlegierter Stähle, dem MIG- und WIG-Schweißen von Aluminium sowie dem Laser-Schweißen und Löten. Als neues Schweißschutzgas für das Edelstahlschweißen stellt Messer das Dreistoffgemisch „Argofit“ vor.

06. Januar 2003

Argofit - Blanke Nähte, weniger Nacharbeit, höhere Schweißleistung, so bewirbt Messer das neu Schutzgas.

Der Werkstoff Edelstahl erfordert angepaßte Schutzgase. Messer hat mit „Argofit“ ein Mischgas auf Argon-Basis entwickelt, das mit einem geringen Heliumzusatz und noch weniger Wasserstoffanteil dem WIG-Schweißer in vielen Punkten Vorteile zum gängigen Argon bietet, ohne dabei auf dessen Universalität für alle Anwendungen wie Zwangslagen-Eignung, Spaltüberbrückbarkeit und Modellierbarkeit des Schweißgutes verzichten zu müssen

Schweißkostenoptimierer

Verschiedene Effekte kommen zusammen. Der Einbrand mit „Argofit“ ist „schlanker“, also schmaler und tiefer als mit reinem Argon. Dies erlaubt dem Schweißer einerseits die Zurücknahme des Schweißstroms bei gleichbleibender Verfahrenssicherheit, hierdurch wird der Verzug deutlich vermindert. Andererseits kann man mit dem Gasgemisch auch verzugsarm schneller schweißen. Die verbesserten Einbrandverhältnisse werden besonders deutlich im 3-mm-Dickenbereich. Im I-Stoß (Stumpfnähte) ist hier mit Argofit auch ohne aufwendige Schweißkantenvorbereitung - anders als unter Argon - noch eine sehr sichere Durchschweißung bei gleichmäßig ausgebildeter Schweißwurzel problemlos möglich. Durch den Entfall von Nebenzeiten, reduzierten Materialverbrauch und schnelleres Schweißen lassen sich bei solchen Anwendungen Schweißkosteneinsparungen von mehr als 50 Prozent realisieren.

Blanke, oxidarme, gleichmäßig feinschuppige Nähte erweisen sich neben der erhöhten Schweißleistung und dem reduzierten Verzug als weitere Vorteile in der praktischen Anwendung.

Auch als Wurzelschutzgas sehr gut geeignet

So ließen sich in einem Unternehmen des Spezialmaschinenbaus die Beizzeiten um 40 Prozent reduzieren, weiter entfiel der Aufwand für das Beschleifen auch bei Sichtnähten fast völlig. Aufgrund seiner Zusammensetzung - geringe Beimischungen von Helium und Wasserstoff - eignet sich Argofit auch hervorragend als Wurzelschutzgas; mit einem robusteren Oxidationsschutzeffekt auf der Wurzelseite durch die Wasserstoffkomponente.

Erschienen in Ausgabe: 10/2002