Effiziente Matrizenkonstruktion

Mecadat hat mit Visi V21 eine Branchenlösung im Werkzeugbau entwickelt. Speziell auch für die Konstruktion von Werkzeugen für Blechteile, die im Folgeverbundverfahren oder als Transferwerkzeug erzeugt werden, bieten sich maßgeschneiderte Optionen für die Konstruktion komplexer Matrizen und Stempel. Walter Ottendorfer, Senior Techniker bei Mecadat: „Damit beschleunigt sich die Konstruktion von Umform- und Kalibrierwerkzeugen.“

18. Februar 2016

Nach dem Import der Artikeldaten über die Schnittstellen erfolgt eine automatisierte Extrahierung der oberen und unteren Haut des Blechteils. Diese steht auch für die Visi-Platinenermittlung zur Verfügung. Nun unterstützen die speziell für die Matrizenkonstruktion entwickelten Flächenfunktionen den Werkzeugkonstrukteur bei seiner Arbeit.

Die sogenannte Tangentialfläche Advanced erstellt die Flächen für die Erweiterung der Artikelhaut zu einem Matrizenkörper. Um die Artikelflächen effektiv zu verlängern, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Die Option "Erzeuge linearen Schnitt" gewährleistet eine lineare Flächengruppe unter Einhaltung der Tangentenbedingung zwischen Artikelrändern und der neuen Fläche.

Matrizenvolumen simpel erstellen

Die Randstrukturen komplexer, freigeformter Blechteile werden so automatisch tangential verlängert. Eine Erweiterung aller Flächen bis zu einer rechteckigen Box erleichtert zusätzlich das Erstellen des Volumens für die Matrize.

Oft benötigt der Konstrukteur eine Ankonstruktion, die er über einen 2D-Querschnitt definiert, um Höhensprünge in der Matrize auszugleichen. Solche Generierkurven erstellen dann automatisch die Flächen, wobei der Flächenverlauf normal zur Randstruktur oder parallel zur Generierkurve verläuft.

Flächenstruktur optimieren

Auch das Schließen konkaver Zonen am Artikel, zum Beispiel Ausklinkungen, ist jederzeit möglich. Eine Verbesserung der Flächenstruktur wird durch einfaches Editieren oder Erhöhen der Kontrollpunkte und durch Prüfen der Tangentenstetigkeit dynamisch ermöglicht.

In einer weiteren Flächentechnik für den Blechwerkzeugkonstrukteur gibt es Möglichkeiten zum Erstellen allgemeiner tangentialer Übergänge zwischen Bereichen eines Bauteils. Diese Funktion dient von der Datenreparatur importierter Bauteilen bis zur Erstellung von Übergängen an Matrizen für mehrfach fallende Teile in Transferwerkzeugen. Die Übergangsflächen sind tangentenstetig oder aber tangenten- und krümmungsstetig.

Zum Schließen innerer Öffnungen im Blechteil gibt es weitere Funktionen im Flächenbereich von Visi. Der Funktionsumfang reicht vom Erstellen einfacher tangentialer Spannflächen bis zum Schließen über die Looptechnik, wobei das System versucht, die Originalstruktur des Blechteils ohne Öffnung wiederherzustellen.

Konstruktionshilfen wie das Abändern komplexer Verrundungsverläufe, um zum Beispiel einen Nachschlagradius in ein Kalibrierwerkzeug einbringen zu können, runden die Funktionalität für die Matrizenkonstruktion ab. „Durch die einfache Bedienung eignet sich Visi auch für Abteilungen, die der Konstruktion vorgelagert sind“, betont Walter Ottendorfer. „Funktionen für die Konstruktion der eigentlichen Umform- und Folgeverbundwerkzeuge schließen die Prozesskette im Bereich Konstruktion Werkzeugbau."