Effizient mit Schutzgas

Fokus/Schweißen

Das hohe Gewicht der Stahlflaschen und die aufwendige Vorbereitung des Equipments erschweren Schweißarbeiten auf der Baustelle bereits im Vorfeld. Air Liquide bietet nun ein Schutzgas-Package an, das dank erhöhten Gasdrucks kleinere Flaschen und dennoch größere Füllmengen ermöglicht.

02. Oktober 2018
© Air Liquide
Bild 1: Effizient mit Schutzgas (© Air Liquide)

Unter ›Arcal Force Exeltop kompakt‹ haben die Gase-Experten von Air Liquide ein fehlbedienungssicheres und weitgehend rüstzeitfreies Schweißschutzgas-Produkt (18-prozentiges CO2 in Argon) auf den Markt gebracht. Es handelt sich um ein ganzheitliches Schutzgaskonzept zum MAG-Schweißen, das sich aus drei Komponenten zusammensetzt: Das Arcal-Force-Schweißschutzgas (18 + 1,8 % CO2 in Ar) ist ein Gasgemisch, das sehr hohen Qualitätsansprüchen gerecht wird.

Das Equipment besteht aus der 33-Liter-300-bar-Druckgasflasche sowie dem fest montierten Exeltop-Flaschenkopf aus Aluminium mit zweistufigem Druckminderer, Füllstandsanzeige, Schnellanschlusssystem und Auf-zu-Hebel. Zwar sind leichtere Inverter-Schweißgeräte im Kommen, doch bleiben die rund 80 Kilogramm, die eine herkömmliche 50-Liter-Druckgasflasche bei 200 bar Fülldruck auf die Waage bringt – bei einer Größe von anderthalb Metern. Arcal Force punktet mit einer leichteren 33-Liter-Flasche.

Sie ist fast einen halben Meter kleiner und 25 Kilogramm leichter als übliche 200-bar-Gasflaschen und fasst dennoch die gleiche Gasmenge. Das Geheimnis hinter diesen Daten ist der höhere Fülldruck: 300 bar. Die Konstruktion entspricht allen aktuellen Sicherheitsstandards. Das geringe Gewicht und die handlichere Größe ermöglichen Schweißtrupps deutlich mehr Mobilität und Flexibilität. 

Druckminderer integriert

Der besondere Clou des Systems ist Exeltop, ein fest montierter Flaschenkopf aus Aluminium, der als permanenter Ventilschutzkäfig fungiert. Exeltop ist eine Weiterentwicklung des Kunststoff-Flaschenkopfes Altop. Anders als sein Vorgängermodell besteht Exeltop am Kopf aus Aluminium und ist fest mit der Flasche verbunden – dank GGSV-Konformität auch während Lagerung und Transport.

Es wird lediglich ein Schnellanschluss aufgesteckt, der Gasentnahmehebel betätigt sowie die gewünschte Durchflussrate eingestellt. »Der schnelle werkzeuglose Anschluss der Gasversorgung an der Schweißanlage ist eine große Erleichterung, da das zeitraubende Montieren der Ventilklappen und Armaturen wegfällt«, so Norbert Semsch, Marketing Offer Deployer Entrepreneurs & Professionals Air Liquide Deutschland.

Weiterer Vorteil: Das integrierte Druckminderersystem verhindert hohe Staudrücke mit großem Druckstoß beim Schweißstart und hält den Gasdurchfluss konstant. Daher verzeichnen die Experten bis zu 15 Prozent weniger Gasverbrauch im Vergleich zu einstufigen Standarddruckminderern.

Prozesssicherheit

Diverse Details machen Arcal Force zu einem sehr sicheren Arbeitsmittel: Die passive Sicherheit entspricht selbst in Benutzung im wesentlichen der einer konventionellen Druckgasflasche mit montierter GGVS-konformer Ventilschutzkappe. »Zudem ist das Flaschenventil konstant durch den Exeltop-Flaschenkopf geschützt«, ergänzt Norbert Semsch, »weshalb gefährliche Fehlbedingungen konstruktionsbedingt ausgeschlossen sind.«

Auch Schnellanschluss, Druckminderer, Durchflussregler und Füllstandanzeige sind wie in einem Sicherheitskäfig gesichert. Bei voll aufgedrehtem Durchflussregler ist ein Betriebsdruck von maximal 10 bar möglich; im Notfall kann die Gaszufuhr mit einem einzigen Griff unterbrochen werden. Aufgrund der immer eindeutigen Hebelposition wird ein unkontrolliertes Austreten von Gas verhindert. Da zwischen Ventil und Druckminderer keine Verunreinigungen entstehen können, entfällt auch das übliche Ausblasen und so das Unfallrisiko durch eine falsche Ausblasrichtung. Das Verletzungsrisiko wird durch das reduzierte Gewicht und den in den Flaschenkopf integrierten Griff minimiert.

Effizienz und Wirtschaftlichkeit

Auch in Sachen Effizienz und Wirtschaftlichkeit rentiert sich Arcal Force: Der integrierte zweistufige Druckminderer mit dem geringeren Staudruck kann 15 Prozent weniger Schutzgas gegenüber Flaschen mit einstufigem Standarddruckminderer benötigen; verbrauchs- und zeitintensives Nachregeln entfällt. Dank des fest montierten Flaschenkopfes mit integriertem Druckminderer ist Arcal Force plus immer sofort einsatzbereit.

Zeitaufwand für die Montage und Demontage der Armatur sowie das Auf- und Abschrauben der Ventilschutzkappen entfällt vollständig. Zudem ist eine Anschaffung teurer eigener Armaturen überflüssig, was wiederum den Wartungsaufwand verringert. Die in den fest montierten Exeltop-Flaschenkopf integrierte Füllstandanzeige verhindert Fehlfahrten mit leeren Flaschen und vereinfacht das Vorratsmanagement erheblich.

Fast einen halben Meter kleiner und rund 25 Kilogramm leichter als übliche Druckgasflaschen bietet Arcal Force als Package Schweißtrupps spürbar mehr Mobilität – bei gleichem Inhalt und hoher Ergiebigkeit. Sicherheit und Effizienz können durch optimierte Prozesse deutlich gesteigert werden.

Kompaktversion

Mit Minitop kompakt hat Air Liquide eine Kompaktversion von Exeltop entwickelt, die leicht, tragbar, ergonomisch und damit für Anwendungen mit besonderen logistischen Anforderungen geschaffen ist. Minitop kompakt bietet eine 300-bar-Flasche mit 13,4 Litern und 27 Kilogramm. Der Inhalt der Gasflasche ist vergleichbar mit üblichen 20-Liter-Flaschen. Was Handling, Ergonomie und Sicherheit betrifft, bietet das System dieselben Vorteile wie Exeltop kompakt: integrierter Druckminderer und geschütztes Flaschenventil. Minitop kompakt ist tragbar und lässt sich bequem transportieren, auch auf unwegsamem Gelände.

Euroblech Halle 13, Stand F 134

Hintergrund

Air Liquide entstand 1902 aus einer einfachen Idee: der industriellen Herstellung von Sauerstoff aus Luft. Später kamen weitere Gase und Gasmischungen hinzu. Auch heute noch sind Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff essenziell für die Material- und die Energiewirtschaft. Air Liquide versteht sich als Teil der Gesellschaft und engagiert sich von der Flüchtlingshilfe bis zum Sponsoring von Veranstaltungen und Ausstellungen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2018