Edelstahl-Finish für Lebensmittel- und Pharmaindustrie

Herstellungsbedingt haben dickwandige Edelstahlbleche eine glasharte und raue Oberfläche. Diese sogenannte Walzhaut entsteht beim Warmwalzen und erschwert durch ihre Härte die weitere Bearbeitung der Oberfläche. Dickwandige Edelstähle werden oftmals in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie verwendet. Aus hygienischen Gründen müssen die individuell festgelegten Rautiefenwerte hier sehr gering sein. Denn je rauer die Oberfläche ist, desto eher können sich Verunreinigungen bilden.

22. Februar 2013

Um die Oberfläche warm gewalzten Edelstahls aufzubereiten, muss die Walzhaut vollständig abgeschliffen werden. Besonders wichtig ist, dass die harte Schicht im ersten Arbeitsschritt vollständig abgetragen wird. Dazu muss das Schleifkorn unter die Walzhaut „greifen“. Sonst besteht die Gefahr, dass die Spitze des Schleifkorns „verrundet“ oder „aufglast“ – ein Materialabtrag ist dann nicht mehr möglich. Deshalb empfehlen die Edelstahl-Experten von Fein, zuerst gröber vorzuschleifen. Im nächsten Schritt ist dann ein perfekter Aufbau des Schliffbilds möglich.

Für einen hohen Flächenabtrag eignet sich ein leistungsstarker Schleifpolierer in Kombination mit Schleifhülsen. Die gewalzten Edelstahloberflächen werden mit einer Drehzahl von 2.500 Umdrehungen in der Minute zuerst mit Korn 60 (aufreißen der Walzhaut) und danach mit Korn 80 und 120 bearbeitet. Nach dem Oberflächenschliff mit Korn 120 ist die Oberfläche optimal für das anschließende Satinieren oder den Feinstschliff vorbereitet.

Tipp: Durch die Verwendung von Schleifhülsen mit Zirkonkorund und schleifaktiven Kühlstoffen lassen sich hohe Standzeiten und ein relativ kühler Schliff erzielen. Im Fein-Edelstahl-Set „Schleifen Fläche“ sind die erforderlichen Schleifhülsen enthalten. Mit Expansionswalzen aus Vulkollanschaum lässt sich ein hoher Anpressdruck erzielen. Selbst bei einer geringen Drehzahl können die Schleifhülsen dabei nicht abrutschen. Um eine Überhitzung des Werkstoffes zu vermeiden, sollte die Drehzahl 2.500 U/min nicht überschreiten.