Dynamische Geschäftsentwicklung

Leoni hat das Geschäftsjahr 2010 deutlich besser abgeschlossen als ursprünglich geplant. Der Anbieter von Kabeln und Kabelsystemen für die Automobilbranche und weitere Industrien konnte mit 2,96 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,16 Mrd. Euro) einen neuen Umsatzrekord markieren. Basis für das Plus von rund 37 Prozent war die nachhaltige Verbesserung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

06. April 2011

Insbesondere die kräftige Erholung der Automobilbranche, die weltweit etwa ein Fünftel mehr produzierte als im Vorjahr, führte bei Leoni zu einer unerwartet starken Nachfrage. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gelang dem Unternehmen die Kehrtwende. Nach einem Verlust von 116,3 Mio. Euro im Krisenjahr 2009 wurde im Berichtsjahr ein Gewinn von 130,7 Mio. Euro erzielt. Auch unter dem Strich gelang die Rückkehr zur Profitabilität, sodass ein Jahresüberschuss von 67,2 Mio. Euro (Vorjahr: Fehlbetrag von 138,1 Mio. Euro) verzeichnet werden kann. Leoni beabsichtigt, eine Dividende von 0,70 Euro auszuschütten.

Der Kabelspezialist hat dank der stetig steigenden Nachfrage, der Erschließung neuer Märkte und Kundengruppen sowie des stringenten Kostenmanagements alle ursprünglich gesetzten Ziele für das abgelaufene Geschäftsjahr bei Weitem übertroffen. Beide Unternehmensbereiche konnten stärker wachsen als viele Vergleichsmärkte. Grund für die Überschreitung der Umsatzprognose, die zunächst bei 2,4 Mrd. Euro gelegen hatte, waren der überraschend kräftige Konjunkturaufschwung und die anhaltende Dynamik der Schwellenländer, vor allem China. Auf den erheblich gestiegenen Kupferpreis entfielen 187,4 Mio. Euro oder 9 Prozentpunkte des Erlöszuwachses. Leoni hat die vergangene Wirtschaftskrise auch dafür genutzt, seine Organisation schlanker zu gestalten, die Kostenstruktur zu optimieren und somit die Ertragskraft zu erhöhen. Zum kräftigen Plus beim Ergebnis, das ursprünglich mit 50 Mio. Euro geplant worden war, trugen weiterhin ein vorteilhafter Produktmix, beispielsweise durch zunehmend hochwertige Fahrzeugausstattungen, Mengeneffekte dank der höheren Auslastung sowie ein optimiertes Produktionsnetzwerk bei.

China als Wachstumstreiber Nr. 1

Im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions wirkte sich die konjunkturelle Belebung im Jahresverlauf 2010 bei nahezu allen Abnehmergruppen wesentlich positiver aus als erwartet, was zu einer sehr guten Auslastung der Kapazitäten führte. Der Außenumsatz des Segments erhöhte sich im Berichtsjahr um etwa 41 Prozent auf 1.321,5 Mio. Euro (Vorjahr: 935,5 Mio. Euro). Davon sind gut 18 Prozentpunkte auf den im Jahresverlauf erheblich gestiegenen Kupferpreis zurückzuführen. Das EBIT belief sich auf 56,3 Mio. Euro (Vorjahr: -34,2 Mio. Euro). Besonders hervorzuheben ist die Expansion in China. Der dort realisierte Umsatz nahm im Berichtszeitraum um rund 64 Prozent auf 159 Mio. Euro zu. Der Anstieg des Geschäftsvolumens ist nicht zuletzt Ergebnis der neu eingeführten Organisationsform einer Business Area China. Des Weiteren ist es Leoni 2010 gelungen, sein Geschäft im Bereich der Umwelttechnologien auszubauen. Das Unternehmen hat beispielsweise neue Aufträge für Kabelerhalten, die in der Bahntechnik und der Solarbranche verwendet werden.

Fortschreitende Internationalisierung

Der Unternehmensbereich Wiring Systems konnte 2010 von der kräftigen Nachfragebelebung in der weltweiten Fahrzeugindustrie überdurchschnittlich profitieren und seinen Außenumsatz um rund ein Drittel auf 1.634,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.224,6 Mio. Euro) steigern. Die größten Umsatzanteile entfielen auf die Automobilhersteller PSA, Mercedes-Benz, General Motors, VW Gruppe und BMW. Das Segment-EBIT beträgt 74,3 Mio. Euro (Vorjahr: -78,5 Mio. Euro).

Die Erholung des Geschäfts war über alle Kundengruppen und Regionen hinweg festzustellen. Insbesondere das in der Krise stark beeinträchtigte Geschäft mit der Nutzfahrzeugindustrie konnte deutlich zulegen. Besonders gut entwickelte sich weiterhin die Nachfrage nach Kabelsätzen und Bordnetz-Systemen in China, wo sich der Umsatz 2010 aufgrund mehrerer Neuprojekte etwa verdreifachte, sowie in den USA, wo deutsche Premiumfahrzeuge stärker gefragt waren. Des Weiteren baute Leoni sein Leistungsportfolio für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus und gründete dafür die divisionsübergreifende Business Unit Electromobility.

Mehr Eigenkapital

Leoni ist es gelungen, sein Ziel eines mindestens ausgeglichenen Free Cashflows vor Dividende deutlich zu übertreffen: Vor dem Hintergrund des guten Geschäftsverlaufs konnte konzernweit ein Wert von 50,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro) erzielt werden. Dadurch sanken die Nettofinanzschulden im Berichtsjahr von 495,4 Mio. Euro auf 444,6 Mio. Euro. Gleichzeitig stieg das Eigenkapital per 31. Dezember von 369,1 Mio. Euro auf 481,2 Mio. Euro, wodurch es erstmals seit Beginn der Wirtschaftskrise wieder die Nettofinanzschulden überstieg. Im Zuge der raschen wirtschaftlichen Erholung hat Leoni sein Investitionsprogramm konzernweit auf 107,4 Mio. Euro (Vorjahr: 83,2 Mio. Euro) ausgeweitet. Davon entfielen 103,1 Mio. Euro auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen; für Finanzanlagen und Akquisitionen wurden 4,3 Mio. Euro aufgewendet.

Wachsende Erträge

Im laufenden Geschäftsjahr 2011 wird Leoni basierend auf seiner in vielen Geschäftsfeldern führenden Position erneut stärker als seine wichtigsten Märkte expandieren. Besonderes Potenzial bergen dabei die Länder China, Russland und Indien. Der Konzernumsatz sollte aus heutiger Sicht auf mehr als 3,1 Mrd. Euro steigen. Da sich die wesentlichen Aufwandspositionen unterproportional zum Umsatzanstieg entwickeln dürften, mit weiteren positiven Skaleneffekten zu rechnen ist und sich zudem Strukturverbesserungen auswirken sollten, wird beim EBIT ein Rekordwert von ca. 170 Mio. Euro erwartet. Für das Jahr 2012 stellt das Unternehmen einen Konzernumsatz von 3,4 Mrd. Euro und eine Kapitalrendite (ROCE) von 20 Prozent in Aussicht.