Dünnwandige Bauteile ohne Ölbad verzugsarm Abhärten

Wickert Presse erhöht Produktivität landwirtschaftlicher Geräte

17. Februar 2011

Üblicherweise wird das zu härtende Bauteil auf 900°C erwärmt und dann in einem Ölbad abgeschreckt. Damit verbunden sind in der Regel ein Verzug des Bauteils sowie eine vergleichsweise hohe Umweltbelastung durch das Härteöl und die im Rahmen des Prozesses freiwerdenden Härteöldämpfe. Hinzukommt das Brandrisiko durch Entzünden des Härteöls. Auf der Wickert-Härtepresse wird der Härteprozess indirekt über ein innengekühltes Presswerkzeug durchgeführt. Das Bauteil ist somit während des Abkühlens zwischen Werkzeugoberteil und Werkzeugunterteil eingespannt, sodass das Werkzeug nicht nur abkühlt sondern auch fixiert ist.

Bei der Pressenwahl kommt der Schließgeschwindigkeit eine große Bedeutung zu. Gerade in Härteprozessen ist Tempo wichtig, denn wenn der Prozess zu langsam liefe, gäbe es Probleme in der Gefügebildung. Die Aufgabenstellung eines renommierten Herstellers von Maschinen und Geräten für Bodenbearbeitung, Aussaat und Pflanzenschutz war, Stähle für diese Anwendungen zu härten.

Durch die gegenüber der Standard(Elastomer-)presse auf 22 kW erhöhte Hydraulikleistung und das druckabhängige Umschalten vom doppeltwirkenden Schnellschließzylinder auf Presszylinder wird in der WKP 3000 S ein sehr schneller, dynamischer Druckaufbau bewirkt. Die Presse mit maximal 3500 kN Presskraft öffnet und schließt mit 300 mm/s und erreicht 14 mm/s Pressgeschwindigkeit. Die dem Wickert Baukastensystem entstammende Ober-kolbenpresse in Viersäulen-Bauart ist mit vollhydraulischem Schließsystem und verstärkter Mechanik ausgerüstet. Die verlängerte Führung der beweglichen Druckplatte sorgt für sicheren Lauf des Pressenbärs und nimmt Querkräfte zuverlässig auf. Überzeugend ist auch die Tatsache, dass, sobald das Werkzeug geschlossen ist, die Hydraulikpumpe ausschaltet und der Druck energiesparend nur mehr gehalten wird. Ober- und Unterwerkzeug sind mit Kühlwasser- und Druckluft versorgt, wobei die Anschlüsse für das bewegliche Oberwerkzeug in einer Energiekette geführt sind.

Die neuen, auf der Wickert-Presse gehärteten Stähle bieten eine um 25 bis 30 Prozent erhöhte Verschleißfestigkeit. Dies sorgt nicht nur für Einsparungen in der Instandhaltung und bei den Rüstzeiten. Damit steigt auch die Maschinenproduktivität im Sinne der erweiterten Verfügbarkeit. Erwünschter Nebeneffekt des härteren Stahls ist auch die Möglichkeit, Pflugscharen, Streichbleche und Konstruktionsteile des Geräts in dünneren Wandstärken und damit leichter zu gestalten. Die Gewichtseinsparung kommt nicht nur dem Treibstoffverbrauch zu Gute, sondern bewirkt auch eine für das Pflanzenwachstum förderliche, geringere Bodenverdichtung. Sogar die Hydrauliken für die Hubvorrichtungen lassen sich verkleinern oder die Maschinen erreichen - bei gleichem Gewicht - eine größere Flächenleistung.