Dünn aber oho

In Abgassystemen wird oftmals feueraluminiertes Feinblech eingesetzt. Bislang konnten die Bleche herstellungsbedingt jedoch nicht dünner als 0,4 Millimeter angeboten werden. Die Thyssenkrupp Steel Europe AG kann nun auch feueraluminiertes Feinblech mit Dicken ab 0,3 Millimetern produzieren.

02. Juli 2014

Beim Bau von Autos kommt es auf jedes Gramm an, denn je weniger das Fahrzeug wiegt, desto sparsamer fährt es. Das gilt auch für das Abgassystem. Da dort hohe Temperaturen herrschen, müssen die verwendeten Materialien jedoch nicht nur leicht, sondern auch sehr hitzebeständig sein.

Marktüblich sind drei Werkstoffe: Edelstahl, Aluminium und feueraluminiertes Feinblech. Der Edelstahl ist zwar sehr temperaturbeständig, allerdings auch recht teuer. Das gleiche gilt für Aluminium, allerdings hält dies nicht ganz so hohe Temperaturen aus. Feueraluminiertes Feinblech übersteht Temperaturen von 700 Grad Celsius unbeschadet und eignet sich daher sehr gut für den Einsatz in Abgasanlagen. Bisher konnte es allerdings nicht dünner als 0,4 Millimeter hergestellt werden.

Die Thyssenkrupp Steel Europe AG bricht diese Grenze nun auf: Sie kann feueraluminierte Feinbleche herstellen, die lediglich 0,3 Millimeter dick sind. Die Fertigung noch dünnerer Blechstärken ist aktuell im Fokus der Entwicklung. Der Vorteil dieses Lightprotect-fal-Feinblechs: Autobauer und andere Kunden können damit, verglichen mit den bisherigen feueraluminierten Feinblechen, 25 Prozent des Gewichts einsparen und zudem 15 Prozent der Kosten. Auch gegenüber den Materialien Edelstahl und Aluminium ergeben sich deutliche Vorteile: Lightprotect fal ist wesentlich kostengünstiger als Edelstahl und deutlich temperarturresistenter als Aluminium.

25 Prozent leichter bei gleichen Eigenschaften

Die Eigenschaften von Lightprotect fal entsprechen denen der marktüblichen feueraluminierten Feinbleche: Sie sind beständig gegenüber Korrosionsangriffen insbesondere in sauren Medien, reflektieren die Wärme und halten dauerhafte Temperaturen von 700 Grad Celsius aus. Zum Vergleich: Feuerverzinktes Feinblech würde nur Temperaturen von 220 Grad Celsius unbeschadet überstehen. „Lightprotect fal eignet sich hervorragend für alle Bauteile, die hohe Temperaturen aushalten und korrosionsbeständig sein müssen sowie nur geringe Blechdicken ausweisen dürfen“, sagt Achim Peuster von der Thyssenkrupp Steel Europe AG.

Hergestellt wird das dünne Feinblech genauso wie die herkömmlichen aluminierten Feinbleche auch: Das Blech wird zunächst zu Kaltbandausgewalzt, anschließend wird in einer Feuerbeschichtungsanlage das Aluminium aufgebracht. „Dass wir das Lightprotect fal so dünn und in Breiten bis 1480 Millimeter herstellen können, ist auf unsere Expertise, unser Know-how und die gute Anlagentechnik zurückzuführen“, sagt Achim Peuster.

„Damit sind wir einer der Anbieter im europäischen Markt, der in der Lage ist, feueraluminierte Bleche in so dünner Abmessung ab 0,3 Millimetern herzustellen“, ergänzt Dr. Jens Horstmann. Die Bedeutung dieser Entwicklung zeigte sich auch beim Innovationspreis ‚Steel Tomorrow 2013‘ der Thyssenkrupp Steel Europe AG: Lightprotect fal wurde als eine der zehn besten Innovationen ausgezeichnet.