Dreimal Nachwuchs

Fokus/Lasertechnik

Um drei Systeme erweitert Rofin seine erfolgreiche MPS-Serie und antwortet damit auf konkrete, kundenspezifische Anforderungen. Mit anderen Modellen bietet das Unternehmen zudem Lösungen für die Schmuckindustrie.

13. Oktober 2014

Es freut jeden, mit einem neuen Produkt erfolgreich in den Markt zu treten. Dieses Kunststück ist Rofin vor zwei Jahren wohl mit der MPS-Serie an Laserarbeitsplätzen zur industriellen Materialbearbeitung gelungen, respektive mit dem Modell MPS Flexible. Einem modularen Konzept folgend, steuert hier je nach Anwendung ein CNC-Controller eines von vier verfügbaren Achssystemen – vom Basismodul mit Z-Achse bis hin zu hochpräzisen Dreiachslösungen mit Granitaufbau. An Strahlquellen stehen verschiedene Ausführungen zur Verfügung. Für das Feinschneiden oder -schweißen sind das speziell optimierte Faserlaser, für die kalte Materialbearbeitung eignen sich Femto- und Pikosekundenlaser. MPS Flexible ist in verschiedenen Branchen vertreten wie etwa der Automobilindustrie, Feinwerktechnik, Medizintechnik oder der Fertigung hochwertiger Uhren.

Erfolge inspirieren zu Nachfolgern. Dies äußert sich bei Rofin in drei neuen Modellen der Serie. Dabei ist MPS Compact mit seiner geringen Stellfläche das neue Einstiegssystem der MPS-Reihe. Mit seinem kompakten, nur 800 Millimeter breiten Gehäuse eignet es sich für enge Produktionsumgebungen. Rofin kann den MPS Compact mit verschiedenen fasergekoppelten Rofin-Strahlquellen ausrüsten. Das Modell verfügt in der Grundausführung über einen Ablenkkopf und eine motorgesteuerte Z-Achse. X- und Y-Achsen lassen sich optional ergänzen, etwa für Applikationen mit Festoptik. Strahlquellen und Versorgungseinheiten sind in 19-Zoll-Einheiten untergebracht, die in der Industrie Standard sind.

Der neue MPS System Rotary basiert auf dem MPS Flexible und bietet einen Rundschalttisch mit 800 Millimetern Durchmesser. Ohne Sicherheitslichtschranken zu Hilfe zu nehmen, lässt sich damit eine effiziente Teilebestückung und -entnahme in einer Vielzahl von Anwendungen umsetzen. Der freie Durchlass hat eine Höhe von 150 oder 300 Millimetern. In der Grundausführung verfügt der MPS Rotary über eine motorgetriebene Z-Achse, eine X-Achse kann optional ergänzt werden.

Mit 1000 Millimetern Verfahrweg in X-Richtung und 600 Millimetern in Y-Richtung bietet das Top-Modell MPS Advanced einen geräumigen Arbeitsbereich. Für die Kranbeladung mit schweren oder sperrigen Werkstücken gibt es optional Schiebetüren. Zwei auf Granit aufgebaute, hochpräzise Achssysteme leisten eine Wiederholgenauigkeit bis zu zwei Mikrometer. Die Arbeitskammer ist breit ausgestaltet und der Verfahrweg der X-Achse ist sehr lang. So eignet sich das System für anspruchsvolle Anwendungen mit zwei Laserstrahlquellen mit Festoptiken.

Jedes MPS-System wird auf die individuelle Applikation des Kunden angepasst. Rofin stützt sich dabei auf das große Applikationswissen seiner Ingenieure. Dies gilt für die klassischen Anwendungen beim hochpräzisen Schneiden, Schweißen, Strukturieren und Bohren ebenso wie für eine Vielzahl von Ultrakurzpuls-Anwendungen.

Ein Spezialgebiet von Rofin sind Laserlösungen für die Schmuckindustrie. Die Produktpalette reicht vom kleinen Desktop-Handschweißlaser für den Goldschmied bis hin zum großen Lasersystem für die Großserienfertigung in der Industrie.

Der sehr kompakte Desktop profitiert von der Technologie seines großen Bruders Performance. Durch computergesteuerte Laserpulse und überwachte Kühlung ist er laut Rofin ein zuverlässiges Werkzeug. Die einfache Bedienung und unterstützende Assistenzsysteme sollen die tägliche Arbeit vereinfachen. Das Gehäuse ist maßgeschneidert für Werkstätten mit geringem Platzangebot und bietet dennoch ausreichenden Bearbeitungsraum.

Merkmale des Performance Basic sind das einfach zu bedienende Touchdisplay sowie die robuste und industrieerprobte Technologie. Auch hier war eine maximale Schweißkontrolle für einen optimalen Arbeitsprozess das oberste Ziel. Durch den Eco-Mode kann der Anwender Energie einsparen, die patentierte Sweet-Spot-Technologie soll für konstante Präzision des Schweißprozesses sorgen.

Der Handschweißlaser Performance ist laut Rofin das optimale Werkzeug für den Goldschmied. Ein neu designtes Gehäuse bietet einen einfachen Zugang zur Arbeitskammer, die Funktionen Speedmode und Burstmode sowie Pulse Ramping garantieren maximale Schweißkontrolle. Der Performance ist mobil und benötigt wenig Stellfläche. Der dynamische Fußschalter erlaubt die feinfühlige Steuerung der Laserparameter sowohl bei kleinsten Schweißenergien in Prozessen nah an temperaturempfindlichen Teilen eines Schmuckstückes als auch bei hochenergetischen Pulsen, wie sie für Ringweitenänderungen an massiven Ringschienen benötigt werden.

Speziell gemacht für Schmuck

Der Easy Jewel ist ein kompaktes und preiswertes Lasermarkiersystem, das konsequent für die Anforderungen der Schmuckherstellung optimiert wurde. Neben der Gravur auf den Innen-, Außen- oder Stirnflächen von Ringen eignet sich der Laser auch für eine Vielzahl weiterer Aufgaben bei der Schmuckherstellung, unter anderem auch zum Schneiden von Metallen mit einer Materialstärke bis zu 1,5 Millimetern. Durch diese Doppelnutzung kann der Anwender viel Zeit einsparen, sagt Rofin. Wahlweise ist der Easy Jewel auch mit Faserlaser erhältlich, was bei flächenintensiven und tiefen Gravuren, etwa für Einlegearbeiten oder Kanalfassungen, zum Tragen kommt.

Die einfach zu bedienende Standard-Ringaufnahme fixiert nahezu alle regelmäßig geformten Ringe mit einem Handgriff. Für ausgefallen geformte Designs steht eine individuell einstellbare Aufnahme bereit. Die eingebaute Kamera und ein Pilotlaser zeigen das zu erwartende Beschriftungsergebnis. Die integrierte Geometriekorrektur der Easy-Jewel-Software kompensiert alle Abweichungen – etwa bei der Innenbeschriftung breiter Ringe. Und mit wenigen Handgriffen ist das System für die Bearbeitung flacher Schmuckstücke umgerüstet.

Euroblech Halle 11, A46

Zahlen & Fakten

Seit der Gründung im Jahre 1975 hat Rofin sich nach eigenen Angaben zu einem Technologie- und Marktführer in der industriellen Lasermaterialbearbeitung entwickelt. Eine schon sehr frühe internationale Ausrichtung sowie wachstumsbegleitende Übernahmen haben das Unternehmen weiter verstärkt. Im letzten Geschäftsjahr betrug der Umsatz 598 Millionen US-Dollar.

Mit CO2-, Festkörper-, Faser-, Dioden- und q-switch-Lasern bietet die Rofin-Gruppe ein breites Produktspektrum für die industrielle Materialbearbeitung. Die Struktur des Unternehmens orientiert sich an den Einsatzbereichen der Lasertechnologie: Macro, Micro und Marking. Auch aufgrund dieser drei Kernkompetenzen hat Rofin den Anspruch, für nahezu jede Aufgabenstellung die optimale Laserlösung zu finden und effizient und schnell auf alle Wünsche der Kunden zu reagieren.

Die Anwendungsgebiete für Rofin-Laser sind sehr vielfältig. Laser des Anbieters produzieren im Automobil-, Flugzeug- und Schiffbau, in der Elektronik- und Halbleiterfertigung, im Maschinenbau, in der Verpackungs- oder Kunststofftechnik, im Werkzeug- und Formenbau, aber auch in der Schmucktechnik sowie in der Medizintechnik.

Erschienen in Ausgabe: 06/2014