Drei Fragen Ulrich Kromer

Das spricht glasklar für den Messestandort Stuttgart

09. Juni 2006
Der Geschäftsführer der Messe Stuttgart, Ulrich Kromer, hat gut Lachen. viele Flaggschiffe der Schall Messegesellschaft (z.B. die Blech­expo) gehen nach Stuttgart.
Bild 1: Drei Fragen Ulrich Kromer (Der Geschäftsführer der Messe Stuttgart, Ulrich Kromer, hat gut Lachen. viele Flaggschiffe der Schall Messegesellschaft (z.B. die Blech­expo) gehen nach Stuttgart. )

Ulrich Kromer: Nein, ganz bestimmt nicht. Aber Stuttgart liegt nun einmal für nicht wenige Branchen mitten im Markt, wie unser Unternehmensclaim es perfekt zum Ausdruck bringt. Baden-Württemberg ist die Heimat des deutschen Mittelstandes, die Region Stuttgart hat die höchste Industriedichte der ganzen Republik. Und: Ab 2007 verfügen wir über ein Messegelände, um das uns die Konkurrenz schon jetzt beneidet. 100.000 Quadratmeter Hallenfläche in bester Lage unmittelbar am Flughafen Stuttgart, mit Direktanbindung an Autobahn und Schiene, noch dazu in einmaliger Architektur und verbunden mit dem ICS als einem der größten Kongresszentren Deutschlands ? das gibt es in dieser Kombination sonst nirgendwo. Ich habe im Moment manchmal den Eindruck, dass sehr viele darauf gewartet haben, dass in dieser wirtschaftlich enorm starken Region endlich auch ein Messegelände entsteht, das zur Heimat von Weltfirmen wie Mercedes-Benz, Bosch und Porsche passt. Die Neue Messe Stuttgart entwickelt eine starke Magnetwirkung auf nationale und internationale Veranstalter, schon jetzt zeichnet sich für 2008/2009 eine gute Belegung des Geländes ab. Andererseits: Wir hatten einen großen Nachholbedarf in Sachen Messeinfrastruktur. Mit unserem alten Gelände auf dem Killesberg sind wir nicht mehr konkurrenzfähig gewesen.

Mit der Blechexpo von Schall-Messen und der AMB, unterstützt vom VDW, haben Sie zwei Konkurrenten im Portfolio, die speziell bzw. auch die Metallumformer ansprechen. Erzeugt das nicht Spannungen?

Aber warum denn? Bei unserer AMB und der seitherigen Metav-Süd heißen die Hauptthemen Zerspanung und Präzisionswerkzeuge, bei der Blechexpo geht es um die Umformtechnik, um Prägen, Fügen und Verbinden - das sind völlig unterschiedliche Seiten der Metallbearbeitung. Natürlich gibt es Aussteller, die in beiden Bereichen tätig sind, aber halt auch jede Menge Spezialisten. Wenn wir nun künftig in Stuttgart auf zwei Messen das komplette Spektrum der Metallbearbeitung zeigen können, freut mich das natürlich. Außerdem wird so deutlich, wo im Maschinen- und Werkzeugbau die Musik spielt in Deutschland: in Baden-Württemberg. Hier sitzen Entwickler und Anwender quasi vor der Haustüre der Messe - man muss nicht, wie andernorts mit mehr oder weniger Erfolg, einen Markt künstlich schaffen, den es dort nicht gibt. Außerdem spricht auch die starke Exportorientierung der baden-württembergischen Industrie glasklar für den Messestandort Stuttgart.

Schon in Sinsheim hatte sich die Blechexpo großartig entwickelt und als die Nummer 2 in Deutschland, nach der Euroblech (Mack Brooks) in Hannover, etabliert. Wollen Sie auch die Nummer 1 in Stuttgart haben?

Also, zunächst mal: Ich ziehe den Hut vor der unternehmerischen Lebensleistung von Herrn Schall. Er hat es geschafft, an einem wirklich alles andere als optimalen Standort auch international beachtete Fachmessen von großer Bedeutung für die jeweiligen Branchen hochzuziehen. Dass er jetzt mit diesen Messen zu uns auf das neue Stuttgarter Gelände kommt, zeugt von unternehmerischer Weitsicht. Stuttgart ist einfach der ideale Standort für Messen wie Motek, Control oder die Blechexpo. Und was Ihre Frage nach Hannover betrifft: Wir sind mit der Blechexpo auf unserem Gelände sehr gut bedient und hegen keinerlei Ambitionen, dem Standort Hannover irgendwelche Veranstaltungen abzujagen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2006