Dominanter Schneider

"Fliegend" zum Laserschnitt

Die Festlegung ob 2D- oder 3D-Schnitt gilt nicht mehr. Ein italienischer Hersteller von Laserschneidanlagen macht mit seiner Domino-Baureihe die Übergänge fließend und überläßt dem Anwender die Entscheidung ob er mit seiner Laserschneidmaschine Rohre oder Bleche schneiden möchte.

23. November 2002

Das Lieferspektrum der Matra-Werke GmbH, Frankfurt am Main, ist weit. Vom Spezialwerkzeug über Hydrauliksysteme, wie etwa Werkstattpressen, Erodieranlagen, spanende Werkzeugmaschinen bis zur Lasertechnik, kann man hier alles finden. Im Sektor Laserschneidtechnik sind die Domino-Anlagen von Prima-Industrie, Turin (I), zu finden. Die nicht nur optisch interessanten Laserschneidanlagen für 2- und 3D-Anwendungen sind mit einer fliegender Optik ausgerüstet. Das Werkstück bewegt sich während der Bearbeitung nicht. Die 6 x 4,1 m (Grundfläche) große Domino 1530, eine Fünfachs-Laserschneidmaschine, verfügt wie die anderen Domino-Modelle über eine Monoblock-Ausführung, in der alle Elemente, wie Führungen, Antriebe et cetera in einem einzigen, leicht transportierbaren Block integriert sind. Zur Aufstellung der Laserschneidanlage sind keine Fundamente erforderlich. Die Maschine ist freitragend ausgeführt. Die X-Achse beträgt 3.000 mm, die Y-Achse 1.500 mm und die Z-Achse 370 mm. Der Maschinentisch kann sowohl 2D- als auch 3D-Werkstücke aufnehmen. Die Schubladen unter dem Schneidtisch sind mit Rädern versehen, und lassen sich leicht herausziehen, um den Schneidabfall zu entsorgen. Die optisch ansprechend gestaltete Kabine ist rundherum geschlossen und läßt sich seitlich verschieben, so daß die vollständige Zugänglichkeit zum Be- und Entladen von beiden Seiten und von oben, zur Programmierung und Wartung gewährleistet ist. Große Fenster sorgen für einen optimalen Einblick in den Arbeitsbereich.

„Fliegend“ zum Werkstück

Der Laserresonator, mit 2.500 bis 4.000 Watt, ist im Maschinengestell integriert und wird direkt von der CNC gesteuert. Die 32-Bit-CNC, eine Primach-9000L, ist mit einem TFT-Flachbildschirm, „Touch-screen“-Funktion und einer Handbox für die 3D-Lernprogrammierung ausgestattet. Das Betriebssystem basiert auf Windows-NT. Über den Bildschirm kontrolliert der Bediener den gesamten Prozeß sowie die Steuerung der fünf Maschinenachsen und eventueller Zusatzachsen. Auch die Offline-Programmierung mit dem 2D CAD/CAM-System Picam ist möglich. Zum Programmieren im „Teach-in“-Verfahren kann der Bediener seine Maschine bequem „betreten“ und erreicht auch die schwierigsten Stellen der Werkstücke. Er kann das gesamte Programm über seine „Handbox“ erzeugen, der leicht und intuitiv zu bedienenden tragbaren Programmiervorrichtung.

Der Laserschneidkopf kann zwei Drehungen ausführen. In der A-Achse 360° (kontinuierlich, ohne Begrenzung) und in der B-Achse ± 120° (kontinuierlich gegenüber der Vertikalen). Der Kollisionsschutz (SIPS = Save Impact Protection System) mit dem kapazitiven Sensor für die automatische und adaptive Erfassung der tatsächlichen Werkstückposition lassen den den Kopf den nötigen Abstand zum Werkstück wahren. Der Laserschneidkopf ist auch für Linsen von 5- und 7,5 Zoll vorgerüstet. Die Verfahrgeschwindigkeiten der Linearachsen x, y und Z betragen 40 m/min, die der Drehachsen 180°/s. Die Positionsabweichung gemäß VDI 3441 beträgt 0,05 + 0,025 L/2000 mm. Die mittlere Streubreite ± 0,03 mm/m und die Auflösung 0,001 mm.

Zahlreiche Optionen lassen die Domino zur individuellen Produktionsstätte werden. Sei es der Blechlader zur Automatisierung der Ladevorgänge oder der Palettenwechsler zur Erhöhung der Produktivität. Auch eine CNC-Drehachse, zum Schneiden von Rohren, inklusive Software mit einem maximalen Spanndurchmesser von 240 mm, einem Durchlaß von 150 mm für eine Rohrlänge von1.200 mm ist erhältlich. Zudem ist ein 3D-CAD/CAM-System „Forma 2000“ für die Offline-Programmierung erhältlich.

Noch mehr „Dominosteine“

Funktionen, wie „Autosquare“, „Shapestoring“ und „Skating“ für die rasche Programmierung im „“Teach-in“-Verfahren sind ebenso im Optionskatalog, wie „Nesting“ und „gemeinsamer Schnitt“, die 2D-Software-Pakete für die Optimierung der Produktionskosten und -zeiten. Die Matra-Werke GmbH, Frankfurt am Main, sind die deutsche Vertriebspartner für die italienischen Allrounder.

Erschienen in Ausgabe: 08/2002