Die richtige Kombination für Generatoren

Der Generatorenhersteller Bayerische Elektrische Maschinen (B.E.M.) aus Ingolstadt nutzt für seinen Sondermaschinenbau die Software Solidworks von Dassault Systèmes. In DPS Software fand er einen Solidworks-Reseller, der ihm die nötige Starthilfe geben konnte.

23. November 2018
H30 Rendering View: Die gerenderte Ansicht eines Hochspannungsgenerators mittlerer Größe aus der Produktpalette von B.E.M. (Bild: DPS Software)
Bild 1: Die richtige Kombination für Generatoren (H30 Rendering View: Die gerenderte Ansicht eines Hochspannungsgenerators mittlerer Größe aus der Produktpalette von B.E.M. (Bild: DPS Software))

Das Start-up Bayerische Elektrische Maschinen (B.E.M.) ist in nur vier Jahren zu einem weltweit agierenden Hersteller von Generatoren für den Leistungsbereich 0,5 bis 20 Megawatt gewachsen. Das 25-köpfige Konstruktionsteam gestaltet jeden Generator nach Wunsch. Größere Generatoren werden von Siemens, ABB oder Alstom angeboten, kleinere von anderen, wie Nan Qu, einer der beiden Gründer, erklärt: „Was wir machen ist typischer Sondermaschinenbau. Herrschen an den Generator besondere Anforderungen, sind wir der richtige Partner.“

2014 startete Nan Qu mit wenigen Mitstreitern im Homeoffice, heute hat B.E.M. zwei Fertigungsstätten in China. Rund 400 Mitarbeiter entwickeln, konstruieren, vermarkten und verwalten auf zwei Kontinenten eine ganze Produktpalette. Sie nutzen dafür die Software Solidworks von Dassault Systèmes. „Die Entscheidung für Solidworks war richtig“ lobt Vladislav Kugler, ein Konstrukteur mit viel Erfahrung aus der Automobilindustrie.

„Solidworks ist die goldene Mitte“

„Solidworks ist die goldene Mitte“, führt Kugler aus und erläutert warum: Es gäbe zwar ähnlich intuitive Programme, die hätten aber kein integriertes Simulationsprogramm, seien zu komplex oder hätten ein ungeeignetes Lizenzmodell, das die Kosten an die Anzahl der genutzten PC-Kerne bindet. „Wir haben Computer mit vier Kernen, könnten aber nur einen nutzen, da die Lizenzen sonst zu teuer wären“, bemängelt auch Qu.

„Arbeitet man mit Software verschiedener Hersteller, verliert man durch die Übertragung der Konstruktionsdaten von einem ins andere Programm viel Zeit und es entstehen häufig Fehler“, führt der Konstrukteur Stefan Kleber als weiteres Argument an. In DPS fanden sie einen Solidworks-Reseller, der ihnen mit seinem gut ausgebauten Netz die nötige Starthilfe geben konnte.

Wichtig war, zusätzlich zur Konstruktions-, und Simulationssoftware ein geeignetes PDM nutzen zu können. Das Produktdatenmanagement von Solidworks hilft dem ehrgeizigen Team sein hohes Entwicklungstempo beizubehalten. Die Ingolstädter Generatoren sind zwar stark individualisiert, doch basieren die einzelnen Baugruppen auf identischen Konstruktionsdaten. „Gemeinsam haben wir ein Baukastensystem aufgebaut, das inzwischen zehn Generatortypen enthält“, sagt Geschäftsführer Qu.

Solidworks auf allen Rechnern

In dem weiträumigen Büro im Ingolstädter Osten läuft auf allen Rechnern die Solidworks-Oberfläche. Ein junger Mann arbeitet gerade mit dem Composer an einem Video, das die Funktionsweise einer Falzmaschine für Isolatorpapier zeigt. „Für ein komplexeres Video mit mehr als 100 Einzelteilen brauche ich ungefähr zwei Tage“, sagt der Bachelorstudent. Die Falzmaschine ist für das Werk in Wuxi. Die Kollegen dort können anhand des Videos noch vor Bau der Maschine ihre Verbesserungsvorschläge einbringen.

An der Stirnwand des Raumes arbeitet Stefan Kleber mit Simulation Professional. Er simuliert das Verhalten des Generators beim Auftreten des Kurzschlussdrehmomentes, um an einer weiteren Sicherung des Stators arbeiten zu können. „Die Ergebnisse der Simulation zeigen vereinfacht, wie sich der Druck auf die Schrauben auswirkt, das kann sogar ein Praktikant nachvollziehen“, lobt Kleber das Programm.

Keine Schnittstellen, schneller Support

Zwei Arbeitsplätze weiter läuft Flow Simulation. Die Physikerin Ning Sun zeigt auf feine blaue Linien um die 3D-Grafik. Diese stellen anschaulich Fluidströme dar und machen sie für den Ingenieur nachvollziehbar. Sie überlegt sich nun, wie die Ströme gelenkt werden müssen – das ist entscheidend für die Langlebigkeit und Leistung des Generators.

Daneben rendert Huang Chen die Zeichnung eines Generators. Mit den realitätsgetreuen Oberflächen aus der Solidworks-Materialdatenbank sieht der Generator aus wie fotografiert. Sie kümmert sich um das Marketing, dafür braucht sie möglichst anschauliches Bildmaterial.

Keine Schnittstellen, eine einheitliche Datenquelle und schneller Software-Support – das war genau die Kombination, um dem ehrgeizigen deutsch-chinesischem Team zu helfen, seine Pläne termingerecht umzusetzen.