»Die Kontinuität für Synchronpress ist gegeben.«

MEB Hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich ein Unternehmen, das interessante Lösungen für Umformer und Stanzer bietet – bbr traf den Europarepräsentanten Ronald Baiker und befragte ihn zu den Hintergründen.

12. Juni 2008
Bild 1: »Die Kontinuität für Synchronpress ist gegeben.«
Bild 1: »Die Kontinuität für Synchronpress ist gegeben.«

bbr: Der Hersteller (Hieger GmbH) der elektronisch gesteuerten Pressensysteme »Synchropress« ist von MEB übernommen worden. Wer verbirgt sich hinter diesem Kürzel?

Ronald Baiker: MEB steht für Markus Egon Bruderer und dahinter die M. E. Bruderer+ Partner AG, deren Geschäftsführer Markus Egon Bruderer ist. Unter dem Dach dieser Gesellschaft steht die M. E. Bruderer + Co. GmbH (Europa), deren Geschäftsführer ich bin. Der Synchropress-Hersteller ist unter dem Firmennamen MEB-Synchropress GmbH in unsere Gruppe neu integriert.

Geht die Entwicklung der Synchropress-Technologie weiter?

Ja, bei der Übernahme der Hieger GmbH im November 2007 standen zwei Aspekte klar im Vordergrund: Wir wollten vorhandene Arbeitsplätze und den Fertigungsstandort sichern. Die Mannschaft in Rietberg entwickelt das Pressenkonzept weiter. Jüngstes Beispiel ist eine 630-Tonnen- Synchropress, die nun Serienreife erlangt hat. Mit unserer erfahrenen Führungsmannschaft der M. E. Bruderer + Co. GmbH, treiben wir den Ausbau und die Weiterentwicklung dieses Pressenkonzeptes weiter voran. Übrigens, die 6.300-kN-Presse geht an einen Dichtungshersteller, der diese Presse für die exakte Werkzeugerprobung und Produktion einsetzt.

Der Synchropress-›Vater‹, JohannesHülshorst,ist nichtmehr mitan Bord.Wie wirddie Kontinuität fürSynchropress-Kundengewahrt?

Richtig, aber durch eine intakte Vertriebsmannschaft und das erworbene Know-how der letzten Jahre ist auch für die Synchropress-Kunden die Kontinuität gewähr leistet. MEB-Chef Markus E. Bruderer, ist, wie ich auch, von dem Synchropress-Pressenkonzept voll und ganz überzeugt. Die Synchropress bildet also die Basis unseres Unternehmens und wir sehen mit Stolz, wie sehr sich dieses Konzept auf dem Markt inzwischen etabliert hat. Die Synchropress ist ein Erfolgsgarant! Unsere Kunden werden von den Weiterentwicklungen ganz sicher profitieren, sei es hinsichtlich der Steuerbarkeit einzelner Prozesse — wie sie nur die Synchropress mit dem optional erhältlichen, ausgeklügelten elektronischen Ziehkissen so bietet — oder hinsichtlich der geringen Baugröße der Presse, bei trotzdem großen Pressentischen und natürlich den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.

Seit Januar vertreibt MEB exklusiv zwei weitere Pressenspezialitäten. Wen wollen Sie damit ansprechen?

Das stimmt, seit dem 1. Januar 2008 haben wir zwei weitere innovative Pressensysteme im Programm. Das ist zum einen die ›Patec‹-Presse (aus Singapur), die man sicher als eine Alternative zu einer Feinschneidpresse ansehen kann. Zum anderen haben wir das Segment der Schnellläuferpressen besetzt. Wir bieten hier ein italienisches Fabrikat unseres Partners ›Euro press‹ an. Diese Produkte werden unter dem Produktnamen MEB-Patec und MEB-Europress am Markt vertreten.

Was verleitet Sie zur Aussage, dass die Patec-Presse eine Alternative zu Feinschneidpressen darstellt?

Nun, die Patec-Presse kann beachtliche Leistungsmerkmale vorweisen. Wir haben da eine aktuelle Anwendung im Automobilbereich, wo die eingesetzte Patec-Presse beim Einsatz von intelligenten Werkzeugkonzepten Glattschnittanteile von nahezu 95 Prozent erzielt. (Ronald Baiker zeigt dazu Fotos der aktuellen Anwendung.) Die Presse ist ein wahres Kraftpaket. Durch die hohe Steifigkeit des Pressenrahmens — hier ist der Pressentisch aus einem Gussteil mit einem unglaublich niedrigen Verformungsgrad zu nennen — kann diese Presse dicke und selbst hochfeste Stähle mühelos verarbeiten. Durch den hohen Glattschnittanteil entfällt in der Regel eine Nachbearbeitung der Teile und das spart Kosten in der Produktion.

Warum haben Sie mit der Schnellläuferpresse von Europress eine weitere Produktionspresse im Programm?

Damit sprechen wir ein anderes Kundensegment an, als mit der Synchropress, bei der ja, je nach Ausführung und Anwendung, bei rund 100 Hub/Minute die Grenze erreicht ist. Die Schnellläuferpresse von Europress verfügt über Hubzahlen im mittleren Presskraftbereich von 250 bis 500 Hübe pro Minute. Europress-Pressen werden vor allem bei der Rotor-, Statorproduktion für E-Motoren eingesetzt. Hier kommt es auf Präzision gepaart mit hoher Geschwindigkeit an, um die Elektrobleche wirtschaftlich zu stanzen und zu Paketen zu fügen. Übrigens alle drei Produkte, also Synchropress, Patec und Europress, werden von der M. E. Bruderer + Co. GmbH durch den Vertrieb am Markt abgedeckt.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie MEB und seine Produkte den deutschen Fertigungsbetrieben näherbringen?

Zum einen sind wir im Vertrieb ja ständig bei Kunden unterwegs. Da lässt sich bereits abschätzen, welches unserer Produkte für den Kunden eine maßgeschneiderte Lösung darstellen könnte. Zum anderen haben wir für die Euroblech ’08 einen großen Messestand mit 200 Quadratmetern geplant. So groß haben wir uns bisher noch auf keiner Fachmesse präsentiert. In Halle 27, Stand J23, können unsere Besucher sich dann einen Eindruck über die Leistungsfähigkeit und Vielfalt unserer Produkte und unseres Unternehmens machen.

VITA

Der Pressefachmann

RONALD BAIKER, Geschäftsführer M.E.Bruderer+Co.GmbH Über 14 Jahre Erfahrung bei einem Automationshersteller für Band- und Transferanlagen.

Über 5 Jahre Erfahrung im Vertrieb bei einem Stanzautomatenhersteller.

Erfahrung als Fertigungsleiter in einem Stanzbetrieb. Seit 2006 für das Produkt Synchropress tätig.

Erschienen in Ausgabe: 06/2008