Die erste Neue

Neue Großpressenstraße sichert das Wachstum

Die vierte Großpressenstraße stellt die bisher größte Investition in der fast 100jährigen Unternehmensgeschichte des Uhinger Automobilzulieferers Allgaier-Werke dar. Am 12. April 2002 um 14:30 Uhr starteten der geschäftsführende Gesellschafter Dieter Hundt gemeinsam mit Schuler-AG-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Schuler SMG & Co. KG Wolfgang Feil die neue Großpressenstraße, und setzten sieben Industrieroboter sowie fünf Großpressen in Bewegung. „Der Festakt gilt zuallererst den Mitarbeitern des Allgaier-Werkes, ohne die dieses Vorhaben nicht möglich gewesen wäre“, so Dieter Hundt. Und da DaimlerCrysler mit seiner Produktion nicht wartet, dauerte der Festakt ganze 30 Minuten, bevor die Produktion für den schwäbischen Kunden termingenau startete.

13. August 2002
Sauber angelaufen: Wie am Schnürchen laufen fünf Pressen und sieben Industrieroboter pünktlich an und produzieren Qualitätsteile für DaimlerCrysler.
Bild 1: Die erste Neue (Sauber angelaufen: Wie am Schnürchen laufen fünf Pressen und sieben Industrieroboter pünktlich an und produzieren Qualitätsteile für DaimlerCrysler. )

Eine neue 2.000-qm-Halle für eine 10.000- und vier weitere 6.300-KN-Pressen der Schuler AG, Göppingen, und die dazugehörigen sieben Industrieroboter von Kuka bilden den Kern der Großanlage, die mit über 10 Mio. Euro die größte Investition der Allgaier Werke in Uhningen darstellt. Daß der Pressenlieferant aus dem benachbarten Göppingen kam, ist nicht auf Lokalpatriotismus zurückzuführen, sondern basiert auf der Tatsache, daß Allgaier bereits seit Jahren aufs Beste mit der Schuler-Automation zusammenarbeitet, denn die drei „alten“ Pressenstraßen laufen auch dank der Schuler-Automation reibungslos. Aus diesem Grund, und da Schuler das beste Angebot offerierte, erhielten die Göppinger den Auftrag über die fünf neuen Pressen. Dieter Hundt ließ dies in seiner Ansprache nicht unerwähnt. „Mit der jetzigen Kapazitätserweiterung wollen wir uns im immer schärfer werdenden Wettbewerb der Automobilzulieferer nicht nur behaupten, sondern unsere gute Position weiter verbessern“, so der geschäftsführende Gesellschafter und Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände weiter. Er lobte zudem ausdrücklich die hervorragende Zusammenarbeit mit Schuler, und auch Wolfgang Feil von der Schuler SMG äußerte sich äußerst zufrieden über das gemeinsame Projekt.

Enorm viel Eigenleistung

Die Erfahrungen mit den „alten“ Pressenstraßen die mit gebrauchten Pressen bestückt sind, in die Allgaier enorm viel eigenes Know-how investiert hat (Automatisierung), der hochmoderne Werkzeugbau für den Automobilbereich, die eigenen Erfahrungen bei der Verkettung der Roboter, all das kam der neuen Pressenstraße zugute. „Bereits im Vorfeld der Bestellung bestanden bereits intensive Kontakte zu Schuler“, so der stellvertretende Produktionsleiter Dipl.-Ing. Marcus Czech. „Die Gesamtprojektleitung lag bei uns, dazu haben wir auch extra Personal - bereits in der Aufbauphase - freigestellt, das mit den Schuler-Leuten an der Anlage gearbeitet hat. So kennen unsere Leute die Pressenstraße genauso gut wie Schuler. Auch die komplette Wartung erfolgt im eigenen Hause. Die Pressenstraße muß zu 100 Prozent laufen, denn einen Stillstand können wir uns nicht erlauben“, so Markus Czech weiter. So ist für ihn auch eine garantierte Verfügbarkeit der Gesamtanlage eher eine theoretische Sache, die vertraglich festzuhalten nichts nützt, denn nur durch das hochqualifizierte eigene Personal kann ein eventueller Stillstand schon im Vorfeld verhindert werden. Die Schnittstelle Bediener-Anlage erledigt die Software von Allgaier. Die Industrieroboter von Kuka und die Steuerungen von Siemens wurden zugekauft.

40prozentige Kapazitätenerhöhung

Daß Allgaier anspruchsvolle Karosseriebauteile und zunehmend auch einbaufertige Komponenten, komplexe Rohbaumodule und eigenentwickelte Systeme liefern kann, und sich dazu auf dem Gebiet der Aluminiumumformung zu den weltweit führenden Spezialisten zählt, ist sicher auch den 1.200 engagierten Mitarbeitern im Uhinger Hauptwerk zu verdanken. Durch die hochmoderne Pressenstraße hat Allgaier seine Großpressenkapazität mit einem Schlag um 40 Prozent erhöht. Neuerungen, wie eine optische Zentrierstation, in der die Platinen mit Hilfe eines modernen Bildverarbeitungssystems präzise positioniert der Kopfpresse zugeführt werden, tragen dazu bei, Produktivität und Qualität in der Teileproduktion weiter zu steigern. Die vorwählbare Stufenschaltung an den jeweils drei Pressenzylindern der Kopfpresse ermöglichen eine belastungsabhängige Preßkrafteinstellung. Verknüpft sind die Maschinen mit sieben Industrierobotern mit einer Tragfähigkeit von 60 Kg. Maximal 40 Kg schwere, bis 1.800 x 1.800 mm große Platinen mit einer Dicke von 0,6 bis 2,5 mm können aufgenommen werden. Kopf- und Folgepressen verfügen über jeweils zwei Pressentische, womit ein zeitsparender Austausch der Werkzeuge ermöglicht wird.

Technik verbindet

Unterstützt wird die optimale Teileausbringung durch moderne Steuerungen, die über Bus-Systeme kommunizieren und dadurch eine einfache und übersichtliche Bedienung der komplexen Anlage gestatten. Zur flexiblen Nutzung der Anlage, für ein möglichst breites Teile-Spektrum, entwickelten die Allgaier-Techniker individuell einsetzbare Greifersätze für die Roboter. Die Ausbringungsleistung bis zu neun Teile pro Minute hängt von der Teilegeometrie ab. Mit dieser hochmodernen Pressenstraße von Schuler schaffte Allgaier zudem 15 neue Arbeitsplätze. Dieter Hundt hatte es schon bei der Eröffnungsrede herausgestellt, daß Allgaier sich seiner Verantwortung gegenüber seinen Leuten bewußt ist, und nicht nur die bestehenden Arbeitsplätze gesichert, sondern in seiner „Amtszeit“ viele neue Arbeitsplätze geschaffen hat. So haben sich die Allgaier-Werke im Kreis Göppingen vom 25sten Platz zum drittgrößten Unternehmen entwickelt, und allein im Jahre 2001 einen Umsatz von 153 Mio. Euro erwirtschaftet.

Erschienen in Ausgabe: 04/2002