Deutliche Effizienzsteigerung

Beschichten

Opel in Kaiserslautern liefert unter anderem Chassiskomponenten. Die Vorbehandlung Für die Bauteile wurde erfolgreich auf ›Oxsilan‹ umgestellt. Kostenreduzierungen im sechsstelligen Bereich sind das Resultat.

05. Oktober 2009
Opels Chartbreaker Insignia
Bild 1: Deutliche Effizienzsteigerung (Opels Chartbreaker Insignia )

Seit Jahrzehnten genießt die Adam Opel GmbH in Kaiserslautern einen exzellenten Ruf als Systemhersteller. Für das Auto des Jahres 2009, den Opel Insignia, produzieren die Pfälzer vornehmlich Achsteile. Zur Verbesserung des Korrosionsschutzes und zur Optimierung der Lackhaftung erfolgt eine Vorbehandlung, die vor Kurzem auf die Oxsilan-Technologie umgestellt wurde.

In zweijähriger partnerschaftlicher Entwicklungsarbeit führten Chemetall und Opel Kaiserslautern sowie das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim umfangreiche Verfahrensoptimierungen und Qualitätstests durch. Das Oxsilan-Verfahren bestand alle Prüfungen, die in den globalen Spezifikationen genauestens definiert sind. Bei Opel sind dies ein zyklischer Korrosionstest, Salzsprühtest, Lackhaftungstest und Steinschlagtest. Im Sommer 2008 wurde Oxsilan in Kaiserslautern reibungslos integriert und seit Februar 2009 ist der neue Prozess im Serieneinsatz.

Durch die Einführung von Oxsilan konnte, neben anderen Modifikationen im Produktionsablauf, die Bandgeschwindigkeit von 2,4 auf 3,1 m/min erhöht und damit die Produktivität der Anlage signifikant verbessert werden. Dauerte die bisherige Behandlungszeit in der Phosphatierzone 90 s, sind für den Oxsilan-Prozess 60 s ausreichend.

Zusätzlich konnte ein Spülbad nach der Oxsilan-Behandlung außer Betrieb genommen werden. Im Gegensatz zur konventionellen Phosphatierung benötigt der neue Prozess deutlich weniger Spülwasser.

Die Oxsilan-Technologie ist zudem schlammarm. Durch den deutlich geringeren Beizangriff auf den Stahl im Konversionsbad bilden sich nur kleine Mengen an Eisenhydroxid, was die Abwasserbehandlung wesentlich vereinfacht. Mit einer intelligenten Mehrfachnutzung von Spülwässern ist die dezentrale Abwasserbehandlung nun überflüssig. Auch entfällt die kostenintensive Beheizung, da das Oxsilan-Bad bei Raumtemperatur (etwa 25 °C) arbeitet.

Auf die Frage nach dem neuen Verfahren antwortet der verantwortliche Betriebsleiter bei Opel, Michael Schmitt: »Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Mit Oxsilan können wir unsere Werkstücke hochwertiger und zugleich deutlich wirtschaftlicher herstellen. Oxsilan ist ein weiterer Schritt, den Opel-Standort Kaiserslautern zukunftssicherer zu machen.« Opel stellt eine Produktivitätssteigerung von 30 Prozent und eine jährliche Kostenreduzierung im mittleren sechsstelligen Bereich fest. Schmitt: »Aufgrund der positiven Resultate wird der Oxsilan-Einsatz von anderen Opel-Standorten derzeit intensiv geprüft.«

FAKTEN

Vorteil Oxsilan

Beim Oxsilan-Vorbehandlungsprozess werden auf die Metalloberfläche Reaktionsprodukte funktionaler Organo-Silane abgeschieden. Diese dünnen und funktionellen Schichten liegen mit 30 bis 80 nm deutlich unter denen von Zinkphosphatschichten.

Erschienen in Ausgabe: 10/2009