Deutlich mehr Aufträge

Beim Pressenhersteller Schuler haben die 2016 übernommenen Tochtergesellschaften Aweba und Yadon bereits im ersten Jahr positiv zum Wachstum und Ergebnis beigetragen. Konzernweit verbuchte das Unternehmen vor allem beim Auftragseingang (+17,6 Prozent) und beim Auftragsbestand (+13,5 Prozent) deutliche Zuwachsraten.

28. März 2017
Die 2016 übernommenen Tochtergesellschaften Aweba (Bild) und Yadon haben bereits im ersten Jahr positiv zum Wachstum und Ergebnis von Schuler beigetragen. (Bild: Schuler)
Bild 1: Deutlich mehr Aufträge (Die 2016 übernommenen Tochtergesellschaften Aweba (Bild) und Yadon haben bereits im ersten Jahr positiv zum Wachstum und Ergebnis von Schuler beigetragen. (Bild: Schuler))

Bis Jahresende gingen Bestellungen in Höhe von 1,20 (Vorjahr 1,02) Milliarden Euro ein. Der Auftragsbestand stieg Ende 2016 auf 1,01 (0,89) Milliarden Euro. Nach schwächerem Jahresauftakt erreichte der Konzernumsatz mit rund 1,17 (1,20) Milliarden Euro fast Vorjahresniveau. Der Betriebsgewinn (Ebitda) betrug 122,6 Millionen Euro und lag damit weit über dem unbereinigten Vergleichswert von 70,9 Millionen Euro.

Ohne die Sonderbelastungen aus der Umstrukturierung der Produktion in Deutschland in Höhe von 73 Millionen Euro gerechnet, hatte Schuler beim Ebitda 2015 den Rekordwert von 138,8 Millionen Euro erreicht. Aus der Abwicklung des Strukturkonzepts flossen 2016 Sondererträge in Höhe von 13 Millionen Euro in das Ergebnis ein. Einschließlich dieser Erträge blieb die Ebitda-Marge als Maßstab für die Unternehmensrentabilität 2016 mit 10,4 (Vorjahr bereinigt 11,6) Prozent zweistellig.

Vor Steuern verdiente Schuler 2016 mit 95,1 Millionen Euro weit mehr als den unbereinigten Vorjahreswert von 44,0 Millionen Euro. Bereinigt um die Restrukturierungseffekte waren es 116,6 Millionen Euro gewesen. Die neuen Konzerngesellschaften, der chinesische Pressenhersteller Yadon und der sächsische Werkzeugbauer Aweba trugen 2016 zeitanteilig gerechnet knapp 120 Millionen Euro zum Konzernumsatz und knapp 17 Millionen Euro zum Ebitda bei.

Umsatz und Ergebnis sollen 2017 steigen

„Wir gehen durch den höheren Auftragseingang mit Rückenwind in das neue Geschäftsjahr“, sagt Vorstandsvorsitzender Stefan Klebert. „Die Investitionsneigung unserer Kunden hat zugenommen, die Delle bei Umsatz und Auftragseingang Anfang 2016 liegt hinter uns. Mit der Übernahme des sächsischen Werkzeugbauers und des chinesischen Pressenherstellers haben wir richtig gehandelt. Beide Unternehmen öffnen Schuler neue Märkte und entwickeln sich überdurchschnittlich.“

Schuler rechnet damit, im laufenden Geschäftsjahr 2017 Umsatz und Ergebnis  spürbar steigern zu können. Die verbesserte Orderlage, günstigere Kostenstrukturen in Deutschland durch die fast abgeschlossene Konzentration der Produktion auf vier Standorte und die erstmals ganzjährigen Ergebnisbeiträge von Yadon und Aweba werden für positive Impulse sorgen. Schuler erwartet in Europa und China 2017 stabile Wachstumsraten, in den USA sogar eine Beschleunigung der Konjunktur.

Wachstumsprogramm aufgelegt

In Amerika hat Schuler 2016 die Traditionsmarke Bliss wiederbelebt und mit einer neuen Maschinengeneration erste Markterfolge erzielt. „Insgesamt wollen wir das Wachstum in den kommenden Jahren beschleunigen“, sagt Vorstandsvorsitzender Klebert. „Mit unserem Wachstumsprogramm „We go for 20.2“ wollen wir Innovationen schneller zur Marktreife bringen und mit neuen Produkten neue Kundengruppen gewinnen.“ Ziel ist es, 2020 einen Umsatzkorridor von rund zwei Milliarden Euro zu erreichen.

Ein wichtiger Innovationstreiber ist die weitere Digitalisierung der Umformtechnik. Dazu hat Schuler 2016 den Smart Press Shop vorgestellt. Damit zeigt Schuler digitale Lösungen zur Vernetzung in der Umformtechnik auf, die auf Kundenseite sowohl die Prozesssicherheit als auch die Wirtschaftlichkeit in der Produktion erhöhen.

 

E-Mobilität als Zukunftsfeld

Auf der Produktebene greift Schuler insbesondere das weltweit wachstumsstärkste Segment für Pressenlinien mit mittlerem Preisniveau an. Dabei spielen sowohl die Technik von Yadon als auch eigene Neuentwicklungen wie die Presse MSP 400  eine wichtige Rolle. Gleichzeitig hat Schuler den Bereich Elektromobilität als neuen Markt erschlossen. Aufträge eines Elektroauto-Herstellers sowie der deutschen Traditionsmarke Borgward und des Batterieproduzenten Samsung werden derzeit abgearbeitet. 

Im Geschäftsjahr 2016 hatte Europa am Umsatz von 1,17 Milliarden Euro mit 537 Millionen Euro weiterhin den größten Anteil. China blieb mit 299 Millionen Euro stabil. Positiv entwickelte sich das Schuler-Geschäft in Nordamerika mit einem Umsatzanstieg auf 267 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten stieg 2016 konzernweit auf 6.617 Mitarbeiter. Darin enthalten sind 1.011 Mitarbeiter von Yadon und 628 von Aweba.

Eigenkapital-Ausstattung bleibt komfortabel

Vor dem Hintergrund der positiven Ertragsentwicklung hat Schuler – zu über 95 Prozent im Eigentum der österreichischen Andritz-Gruppe – seine Kapitalausstattung verbessert. Das Eigenkapital stieg auf 438,4 (369,1) Millionen Euro. Weil die Bilanzsumme durch die Übernahmen von Yadon und Aweba stärker wuchs, gab die Eigenkapitalquote leicht auf 32,2 (34,3) Prozent nach. Das ist aber immer noch der zweithöchste Stand seit dem Börsengang 1999.

Die Investitionen steigerte Schuler 2016 weiter auf 45,8 (38,2) Millionen Euro. Auf das inzwischen fast fertiggestellte Technologiezentrum in Göppingen, den Schuler Innovation Tower, entfiel davon rund die Hälfte der Summe. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt waren die Bereiche IT und Digitalisierung. Der Nettofinanzstatus lag mit 116,3 (281,3) Millionen Euro deutlich unter Vorjahr. Grund dafür sind die Liquiditätsabflüsse für die Übernahmen von Aweba und Yadon.