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Der Schritt zum Sägezentrum

Der Schritt zum Sägezentrum

Sägetechnik: Die Verbindung von Sägen, Entgraten, Messen et cetera in einer Fertigungslinie ist eine Spezialität von „RSA“ aus Lüdenscheid. Auf der Tube 2006 zeigten die Maschinenbauer den zahlreichen interessenten nun, wie weit die Technik inzwischen gediehen ist.

24. August 2006

Vor rund zehn Jahren stellte RSA, Lüdenscheid, als erster Anbieter eine Säge-Linie für Rohre und Profile vor, die mehrere Bearbeitungsprozesse miteinander verkettete und von einem Hersteller stammte. Die Vorteile für die Anwender waren vielfältig: kürzere Durchlaufzeiten und höhere Ausbringung durch weniger Transportwege, mehr Flexibilität durch sehr kurze Rüstzeiten sowie eine höhere Verfügbarkeit durch nur einen Verantwortlichen für alle Bearbeitungsprozesse.

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Veränderte Bedingungen

In den letzten 10 Jahren haben sich aufgrund der Globalisierung die Absatz- und Produktionsbedingungen für Rohre und Profile stark verändert - und ebenso die Möglichkeiten der Automation. Gemäß den Marktanalysen von RSA war nach Ansicht des Unternehmens die Zeit reif, das Konzept einer Säge-Linie weiter zu entwickeln und dabei die bekannten Vorteile zu übernehmen sowie aktuelle und zukünftige Forderungen einzubinden.

Neues Konzept

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Dazu präsentierte RSA auf der Tube 2006 in Düsseldorf ein neuartiges Konzept, das am besten mit dem Begriff Säge-Zentrum beschrieben werden kann. Das neue Säge-Zentrum „Rasacut MC“ markiert damit den Generationswechsel in der Säge- und Bearbeitungstechnologie für Rohre und Profile. Kern des im bewährten Modul-Prinzip angelegten Säge-Zentrums ist eine PC-gestützte Anlagensteuerung, die eine deutlich vereinfachte Bedienung ermöglicht und keine CNC-Kenntnisse mehr voraussetzt. Die Lärmemission im Betrieb liegt unter 85 dB(A). Die Zielsetzung dieser Neuentwicklung sind die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Anwenders und eine umfassende Wirtschaftlichkeit, die über die reinen Leistungsdaten hinausgeht. Schwerpunkte bilden hierbei die Abkopplung von Leistung und Qualität der Produktion von der Bedienerqualifikation und die Offenheit des Säge-Zentrums, um weitere Prozesse und Funktionen nachträglich ohne großen Aufwand zu ergänzen.

Einfache Bedienung

Mit steigender Automation und Leistung der Maschinen zur Reduzierung manueller Arbeit steigen auch die Anforderungen an die Qualifikation der Bediener. NC-Achsen mit hohen Geschwindigkeiten und schier grenzenlosen Bahnbewegungen realisiert die CNC-Programmierung. Selbst eine übergeordnete Menüstruktur verlangt vom Maschinenbediener, in den festen Strukturen der CNC-Logik zu denken. Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer und Einsatz von geringer qualifiziertem Personal führen an diesem Punkt häufig zu Qualitäts- und Leistungseinbußen.

Zukunft eingebaut

In dem neuen Säge-Zentrum von RSA kommt daher eine PC-Steuerung zum Einsatz. Im Hintergrund bedient sich die Steuerung zwar der SPS- und auch der CNC-Logik zur optimalen Automation des Säge-Zentrums, allerdings ohne dem Bediener Spezialkenntnisse abzuverlangen. Es reicht beispielsweise die Eingabe einer Auftragsnummer, und das gesamte Zentrum stellt sich vollautomatisch ein. Bei neuen Aufträgen genügt die Eingabe von Länge, Durchmesser, Werkstoff und Stückzahl. Alles Weitere ist in der Steuerung hinterlegt. Ein großzügiger Touchscreen, intuitive Menüführung und die Möglichkeit, auf jede beliebige Sprache umzuschalten, tragen zusätzlich zur Einfachheit bei.Weitere Vorteile der PC-Steuerung in Verbindung mit dem Konzept des Säge-Zentrums sind Datentransparenz zur Diagnose und Beobachtung sowie Erweiterbarkeit. Die einfache Anbindung an das firmeneigene Netzwerk oder ans Internet ermöglicht beispielsweise von jedem beliebigen Ort eine Status- und Leistungsabfrage oder auch die Fernwartung. Werden zusätzliche Prozesse in das Säge-Zentrum integriert bleibt die Menüführung der Bedienoberfläche erhalten; sie wird lediglich um Funktionen ergänzt. Aktuell bietet RSA die Module Entgraten, Planen und Anfasen, Prüfen, Reinigen und Stapeln an. Weitere Module zur Endenbearbeitung sind in der Entwicklung. Auch Zusatzfunktionen wie die Materialverwaltung über Barcode zur Rückverfolgung der Chargen sind soft- wie hardwaremäßig problemlos zu ergänzen. Ebenso Optionen zur Vereinfachung, die erst in der Zukunft entwickelt werden.

Zur Wirtschaftlichkeit

„Wirtschaftlichkeit“, so die Erfahrung von RSA-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Rainer Schmidt, „ist die Summe aller Kundenforderungen, Maschinenleistungen und Vereinfachungen in Abhängigkeit des Personal- und Kostenaufwands. Außer der Amortisationszeit muss natürlich auch die Lebenszeit des Säge-Zentrums betrachtet werden.“

Produktionsleistung

Zur Errechnung der Amortisationszeit ist zum Beispiel nicht die reine Sägeleistung zu berücksichtigen, sondern vielmehr wie viele Teile pro Tag und Mann produziert werden. Diese Betrachtung berücksichtigt Nebenzeiten ebenso wie Personaleinsatz zum Beladen und Entladen der Säge-Anlage. Hier gibt RSA zum Beispiel 5.000 Stück pro Mannstunde als Ausbringung an, inklusive der Entgratung, Prüfung, Reinigung und kundenspezifischen Verpackung der Rohre und Profile. »Ein zukunftsfähiges Säge-Zentrum hat natürlich nur einen geringen Nutzen, wenn Präzision und Leistung im Laufe der Zeit nachlassen. Daher haben wir auf höchste Solidität Wert gelegt«, erläutert Rainer Schmidt. Beispiele dafür sind ein extrem massives Maschinenbett, wie es bei großen Werkzeugmaschinen üblich ist, ein lebenslang spielfrei vorgespannter Säge-Vorschub sowie überdimensionierte Getriebe, Motoren und Baugruppen. Darüber hinaus gewährleistet RSA weltweit langfristig Ersatzteilversorgung und Service.

DIe Technik in Kürze

Die Rasacut MC glänzt durch hohe Präzision und hohe Ausbringung; je nach Werkstücklänge über 5.000 Stück/h inklusive Anarbeitung. Ohne Anarbeitung können bis zu 8.000 Stück pro Stunde getrennt werden. Das Sägezentrum verfügt über eine zentrale Bedienung von Bundlader, Säge und allen Modulen der Weiterverarbeitung. Die PC-Steuerung (keine CNC-Programmierung oder Spezialkenntnisse erforderlich) erlaubt einfachste Bedienung. Die Steuerung ist zudem Netzwerkfähig, was die Diagnose vereinfacht sowie die Fernwartung und Fernüberwachung ermöglicht. Rasacut MC ist auch für Kurzrohrzuschnitte unter 30 mm Länge geeignet. Einzelschnitte sind im Durchmesserbereich von 10 bis 90 mm und Mehrschnitte von 10 bis 60 mm möglich. Die Ausgangslängen der Rohre betragen 6.000 bis 16.000 mm, die Fixlängen 30 bis 1.000 / 2.000 / 3.000 mm. Das Sägezentrum kann mit allen Weiterverarbeitungsmodulen verkettet werden und besticht durch eine kurze Rüstzeit. Der Sägeschnitt erfolgt von oben. Für den Sägeblattwechsel ist circa eine Minute nötig. Die Vollverschutzung senkt die Geräuschemissionen unter 85 dB(A). Der auf Lebenszeit spielfrei vorgespannte Sägevorschub (RSA-Patent) erhöht die Standzeit des Sägeblatts, und die pufferlose Lagenvereinzelung ermöglicht einen sicheren Werkstücktransport.

Erschienen in Ausgabe: 08/2006