Der richtige Dreh

Mit einstellbarem Mehrwert

Die Konjunkturlage verlangt nach Innovationen, und das heißt für die Blechbearbeiter neben einem härteren Preiskampf bei guter Qualität, die Kosten nicht aus den Augen zu verlieren. Es gilt sich vom Wettbewerb abzuheben und das wird für viele Zulieferer im Blechbereich zunehmend schwerer, zumal bessere Qualität oft nicht ausreichend honoriert wird. Auf der Südblech konnte man sich davon überzeugen, daß man sich nicht unbedingt vorab festlegen muß, wie man eine Entgratung entschärft.

12. August 2002

Einen großen Teil des Budgets frißt sicher der Maschinenpark und hier gilt es das zu kaufen was nötig ist, jedoch mit der Option die Maschinen an zukünftige Bedürfnisse anpassen zu können. Daher hat die Maschinenfabrik Paul Ernst GmbH, Eschelbronn, eine Blechentgratungsmaschine entwickelt, die es ermöglicht den über die Entgratung hinausgehenden Mehrwert exakt auf die Anforderungen des Kunden abzustimmen. Wie bei fast allen Blechentgratungs-Systemen aus dem Hause Ernst befindet sich an erster Position dieser Neuentwicklung die Schleifwalze, die allen Verzug und Toleranz ausgleicht und die Teile sauber entgratet. Sie kann mit Schleifleinen und Schleifvlies bestückt werden, so daß auch verzinktes Blech sowie foliertes Blech entgratet werden kann, ohne die Oberfläche zu beschädigen. Bei folierten Teilen bleibt die Folie gänzlich auf dem Werkstück, bei sensimierverzinkten Werkstücken werden von der Zinkschicht maximal 3µm abgetragen.

Zwei Alternativen zu einer Lösung

Da es sich um eine Naßentgratungsmaschine handelt, kann auch Aluminium problemlos bearbeitet werden. Selbst Teile mit Durchzügen stellen für die hochflexible Schleifwalze kein Problem dar. Das Bemerkenswerte an diesem System ist, daß der Anwender sich nicht schon vorab auf ein System festlegen muß, wenn es darum geht, die entgrateten Kanten zu entschärfen, sondern durch einen Wechselkopf gleich zwei Alternativen besitzt, dies zu tun.

Eines der bisherigen Verfahren ist das Entschärfen der Kanten mittels Edelstahl-Drahtbürsten. Dieses Verfahren mit Drahtbürsten ist schon seit langer Zeit im Gebrauch und viele hundertfach bewährt. Mit dieser Art der Bürste erreicht man sowohl eine Entschärfung der Kante - so daß eine Verletzungsgefahr ausgeschlossen werden kann - als auch die zuverlässige Entfernung der Oxidschicht von den Schmalseiten der Werkstücke.

Einige Anwendungen - speziell im Edelstahlbereich - erfordern jedoch eine extreme Verrundung der Kanten, weit über das einfache Entschärfen hinaus. In diesen Fällen werden abrasiv arbeitenden Bürsten eingesetzt. Das ist meistens im Bereich der Lebensmittelindustrie und der Medizintechnik der Fall, aber auch Hersteller von Großküchen oder Briefkastenanlagen vertrauen die Verrundung Ihrer Kanten dieser Ernst-Technik an. Für Zulieferer stellt sich aber hierbei das Problem, daß durch Festlegung auf eines der beiden Verfahren die notwendige Flexibilität in der Fertigung verloren geht. Daher hat Ernst eine Maschine mit einem Wechseldrehkopf entwickelt. Durch eine Drehung um 180° können entweder Edelstahl-Drahtbürsten oder Schleiflamellenbürsten eingesetzt werden. Dies versetzt den Anwender in die Lage, seinem Kunden unterschiedliche Verrundungsqualitäten anzubieten, so flexibel auf den Kundenwunsch eingehen kann und gleichzeitig den erbrachten Mehrwert der extremen Verrundung auch zu Geld zu machen. Die Maschinenfabrik Paul Ernst GmbH baut darüber hinaus Maschinen mit Breitbandeinheiten und Schleifvliesbürstaggregaten zum Oberflächenstrukturschleifen, sowie Maschinen zum Entgraten von Brenn- und Plasmaschnitten.

Erschienen in Ausgabe: 04/2002