Der qualifizierte Weg zur Perfektion

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Innerhalb neun Monaten kann eine Menge passieren – so kann sich ein Facharbeiter aus der Metallbranche zum Internationalen Schweißfachmann ausbilden lassen. Den passenden Lehrgang dazu liefert die Gesellschaft für Schweißtechnik International (GSI) in Kooperation mit Messer Cutting Systems als DVS-Bildungseinrichtung.

14. Mai 2018
Spezialisierung mit Zukunft: Als Aufsichtsperson bekommt der Schweißfachmann eine Führungsposition und übernimmt Verantwortung für die Einhaltung der geforderten Qualität von Schweißarbeiten. Bild: Messer Group
Bild 1: Der qualifizierte Weg zur Perfektion (Spezialisierung mit Zukunft: Als Aufsichtsperson bekommt der Schweißfachmann eine Führungsposition und übernimmt Verantwortung für die Einhaltung der geforderten Qualität von Schweißarbeiten. Bild: Messer Group)

Das Streben nach der perfekten Schweißnaht ist wahrscheinlich so alt wie die Disziplin an sich. Gefragt sind an dieser Stelle aber weniger Helden als vielmehr gut ausgebildete Experten, die ihr Handwerk aus dem Effeff beherrschen. »Dabei ist es gleichgültig, ob sich ein Facharbeiter, ein Geselle oder ein Meister aus der Metall- oder Elektrotechnik weiterbilden möchte: Die Zusatzqualifikation zum Internationalen Schweißfachmann steht jedem offen – und jetzt auch bei Messer Cutting Systems«, erläutert Wolfgang Schneider, Leiter der DVS-Bildungseinrichtung in Groß-Umstadt.

Mit Einführung der DIN EN 1090 verpflichten sich Betriebe, die geschweißte Bauteile herstellen, eine Herstellerqualifikation nachzuweisen. Eine besondere Aufgabe dabei hat der Schweißfachmann, denn er übernimmt die Schweißaufsicht, unter anderem für solche Projekte. »In zertifizierten Schweißfachbetrieben ist eine verantwortliche Schweißaufsicht sogar durch Normen zwingend gefordert. Somit lohnt sich eine Fortbildung für viele Betriebe«, ergänzt Wolfgang Schneider.

Schweißfachmann sichert Qualität

Während des Lehrgangs wird umfangreiches praxisrelevantes Wissen rund um Schweißtechnik, Werkstoffkunde, Konstruktion und Fertigung vermittelt. Die dort erworbenen Schlüsselkompetenzen befähigen den Teilnehmer, zukünftig im nationalen wie auch im internationalen Umfeld die Herstellung geschweißter Komponenten zu planen und zu überwachen. »Die Ausbildung zum Internationalen Schweißfachmann erfolgt nach DVS-Richtlinie EWF 1171 und wird in vier modularen Lehrgangsteilen vermittelt. Jeder Ausbildungsteil berechtigt zum direkten Einstieg in den Folgeteil«, so Wolfgang Schneider.

Facharbeiter und Gesellen, die mindestens 21 Jahre alt sind und inklusive Ausbildungszeit mindestens drei Jahre Praxiserfahrung mitbringen, müssen vor Lehrgangsbeginn die erfolgreiche Teilnahme an der Teil-0-Prüfung nachweisen.

Vier gewinnt

Darauf folgen die Teile 1 und 3 des Theorieblocks, ergänzt um einen praktischen Teil. Die Theoriemodule sind in vier Hauptgebiete aufgeteilt: Schweißprozesse und -ausrüstung, Werkstoffe und ihr Verhalten beim Schweißen, Konstruktion und Gestaltung, Fertigung und Anwendungstechnik.

60 Stunden Übungen zu den unterschiedlichen Schweißverfahren wie Lichtbogen-, Metallschutzgas- oder Fülldrahtschweißen bilden den Praxisteil (Teil 2). Dieses Modul wird in herkömmlicher Form freitags und samstags durchgeführt.

Der Lehrgang wird in einer Mischform aus Selbststudium und Gruppencoaching angeboten. Dadurch erarbeiten sich die Teilnehmer die grundlegenden Inhalte mit Hilfe der GSI-Lehrgangsunterlagen; im begleitenden Unterricht wird der Stoff vertieft und gefestigt. »Mit dieser Methode reduzieren wir die Anwesenheitszeiten bei den drei theoretischen Teilen auf das Nötigste, wodurch sich Reise- und Übernachtungsaufwand extrem verringern. Gleichzeitig müssen sich die künftigen Schweißfachleute nicht alles auf eigene Faust beibringen, sondern tauschen sich regelmäßig mit Lehrern und anderen Lehrgangsteilnehmern aus. Dieser Austausch beschränkt sich aber nicht nur auf die Unterrichtszeiten, sondern kann zu jeder Zeit stattfinden, da alle Lehrgangsteilnehmer im Lern-Management-System (LMS) eingepflegt sind. Im LMS befinden sich außerdem zu jedem Kapitel Prüfungsfragen, die der Selbstkontrolle dienen«, erläutert Wolfgang Schneider.

Verantwortungsvolle Aufgabe mit Zukunftsperspektive

Nach bestandener Prüfung erhält der Teilnehmer ein deutschsprachiges Zeugnis ›DVS-IIW-Schweißfachmann (SFM)‹ sowie ein englischsprachiges Diplom ›International Welding Specialist (IWS)‹. Als Aufsichtsperson bekommt der Schweißfachmann eine Führungsposition und übernimmt Verantwortung für die Einhaltung der geforderten Qualität von Schweißarbeiten. Beispielsweise prüft er Konstruktionszeichnungen, erstellt Schweißanweisungen, wählt Schweißer aus und leitet diese an. Außerdem stellt er die Prüfung von Werkstoffen sowie Schweißnähten sicher und übernimmt häufig auch die gesamte Fertigungsleitung und Baustellenbetreuung. In größeren Unternehmen ist der Schweißfachmann das Bindeglied zwischen dem Schweißfachingenieur und den Fertigungsmitarbeitern.

Mit einer guten Schweißausbildung hat man beruflich ausgesorgt

Die Globalisierung wird kaum besser greifbar als in der industriellen Produktion. Demnach gewinnt auch eine breit aufgestellte Wissens- und Qualifizierungsbasis mehr und mehr an Bedeutung. »Durch die internationale Anerkennung erleichtert die Qualifikation zum Schweißfachmann die Aufnahme einer Tätigkeit nicht nur im In-, sondern auch im Ausland. Die Berufsaussichten sind hervorragend, da der Bedarf an diesen spezialisierten Fachkräften kontinuierlich steigt«, weiß Wolfgang Schneider.

Erschienen in Ausgabe: 03/2018