Der mechanische Weg zur glatten Kante

Das Bürstentgraten zählt zu den einfachsten, vielseitigsten und oft auch wirtschaftlichsten Verfahren der Entgrattechnik. Auf der EMO in Hannover und auf der Deburring Expo in Karlsruhe informiert Hersteller Kullen-Koti über die Möglichkeiten des manuellen, maschinellen und voll automatisierten Bürstentgratens.

16. August 2019
Der mechanische Weg zur glatten Kante
Rund- und Einzelscheibenbürsten von Kullen-Koti lassen sich sowohl für das manuelle als auch für das maschinelle und voll automatisierte Entgraten einsetzen. (Bild: Kullen-Koti)

In fast allen Bereichen der Metallbearbeitung gehört das Entgraten der Kanten von Werkstücken zu wichtigen Prozessstufen des Finishing und der Qualitätssicherung. Als Verfahren kommt etwa das Bürstentgraten infrage. Dabei handelt es sich um eine rein mechanische Methode, die weder den Einsatz von Chemikalien noch die Zuführung von thermischer Energie erfordert. Das Wirkprinzip des Bürstentgratens basiert auf der Rotationsbewegung der Bürste, wobei der Vorschub oder die Zustellung sowohl werkzeug- als auch werkstückseitig erfolgen kann.

Das Bürstentgraten eignet sich für fast alle metallischen Werkstücke und für Grate bis 0,2 Millimeter Höhe. Wie es sich am effizientesten und wirtschaftlichsten anwenden lässt, darüber informiert Kullen-Koti in den kommenden Wochen auf der EMO in Hannover und auf der Deburring Expo in Karlsruhe. Neben der manuellen Variante des Verfahrens steht das maschinelle und automatisierte Entgraten mit angetriebenen Bürstwerkzeugen im Mittelpunkt.

Schleifen oder Schlagen

Im Gegensatz zu (elektro)chemischen und thermischen Entgrattechnologien liegen die Stärken des Bürstentgratens in der einfachen Handhabung und der Flexibilität des Bürstwerkzeugs. Dem Anwender steht grundsätzlich eine große Auswahl an Bürstentypen zur Verfügung, deren Geometrie und Besatzmaterial optimal auf den Einsatzfall angepasst werden können. Je nachdem, ob eine schleifende oder eine abschlagende Wirkung erzielt werden soll, empfiehlt Kullen-Koti hochwertige Bürstwerkzeuge mit abrasiven Filamenten oder Stahldrähten.

Während sich die abrasiven Filamente über die Kornart (SiC, AlO, Diamant, Keramik) und unterschiedliche Korngrößen auf die Anwendung abstimmen lassen, erfolgt das bei den drahtbestückten Bürstwerkzeugen über die unterschiedlichen Härten und Durchmesser der Drähte (0,06 bis 1,2 Millimeter) sowie deren Geometrie (gewellt, verseilt, gezopft). So erhält der Anwender ein perfektes Werkzeug zum mechanischen Entgraten von Halbzeugen und Bauteilen aus Stahl, Edelstahl, Aluminium und vielen anderen Werkstoffen.

Abgestimmt auf wachsende Ansprüche

Auf der EMO und der Deburring Expo stellt Kullen-Koti zahlreiche Bürstenlösungen aus, etwa Tellerbürsten für das Finishing von Oberflächen, Rund- und Einzelscheibenbürsten für das Säubern von Schweißnähten, Pinsel- und Topfbürsten für das Entgraten von Trennstellen oder Innen- und Alphahonbürsten für die Bearbeitung von Bohrungen und Querverschneidungen.

Zudem zeigt Kullen-Koti, wie sich die Anforderungen an die Entgrattechnik – insbesondere im industriellen Bereich – in den vergangenen Jahren gewandelt haben. Kantenverrundungen im Mikrometerbereich sind heute beispielsweise keine Seltenheit mehr. Neben dem Wunsch nach immer höheren Standzeiten gehören auch die exzellenten Rund- und Planlaufeigenschaften der Bürstwerkzeuge zu den Voraussetzungen für ihren voll automatisierten Einsatz in Bearbeitungszentren oder Roboterzellen.

Unabhängig von der Stückzahl

Prinzipiell eignet sich das Bürstentgraten sowohl für Werkstückgewichte von wenigen Gramm als auch für tonnenschwere Bauteile und kann für weiche Werkstoffe ebenso eingesetzt werden wie für harte Materialien. Ein weiterer Pluspunkt: Das Verfahren ist unabhängig von der Stückzahl; es erweist sich bei Losgröße 1 als genauso leistungsfähig wie bei Großserien. Lange Stillstands- und Rüstzeiten gibt es nicht und eine spezielle Vorbereitung der Bürsten für den Entgratprozess ist ebenfalls nicht notwendig. Zudem können die meisten Entgratbürsten sowohl im Nassbetrieb als auch trocken eingesetzt werden.

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