„Der Fortschritt beginnt mit dem Werkstoff”

Die Vacuumschmelze GmbH & Co. KG (Hanau) produziert ihre Werkstoffe gezielt auf die Anforderungen der Kunden abgestimmt und passgenau in den jeweils gewünschten Dimensionen. Das bedeutet für die Abnehmer ein hohes Maß an Flexibilität und die Möglichkeit, hochwertige Spezialwerkstoffe auch in Losgrößen von typischerweise 100 bis 500 kg zu beziehen.

15. März 2012

Unter Verwendung der Hauptelemente Eisen, Nickel und Kobalt stellt die VAC Drahtprodukte sehrunterschiedlicher Eigenschaften her. Im Bereich der weichmagnetischen Anwendungen beispielsweise, wo immer neue Anforderungen bezüglich Genauigkeit und die Fähigkeit zur Miniaturisierung gestellt werden, bietet die VAC verschiedene Nickel-Eisen- und Kobalt-Eisenlegierungen an.

So wird Mumetall mit einer Maximalpermeabilität bis 250.000 als zentrales Bauteil in Stromsensoren eingesetzt. Kobalt-Eisen-Legierungen wie Vacoflux wiederum weisen sehr hohe Sättigungspolarisationen bis 2,35 T auf. Damit eignen sich diese Werkstoffe hervorragend für hochdynamische ele-tromagnetische Aktoren und Elektromagnete.

Neben den weichmagnetischen Legierungen stellt die VAC auch verformbare Dauermagnete her. Aufgrund seiner Duktilität ist zum Beispiel Crovac auch in Form von Draht und als abgelängte Stifte lieferbar. Auch lassen sich komplexere Geometrien durch Biegen oder geeignete Nachbearbeitung realisieren. Im Gegensatz zu sehr spröden Seltenerd- oder teuren AlNiCo-Magneten stellen Crovac-Stifte beispielsweise in bistabilen Relais eine hochwertige und zugleich kostengünstige Alternative dar.

Interessant sind auch die Federwerkstoffe mit teilweise einzigartigen Eigenschaftskombinationen. So findet sich in nahezu jeder hochwertigen mechanischen Uhr eine Aufzugsfeder aus Nivaflex. Nur dieser Werkstoff bietet Festigkeiten bis 3000 MPa gleichzeitig mit einer Restduktilität, die auch bei einer hoher Wechselbelastung der Feder eine extrem lange Lebensdauer gewährleistet.

Zu den jüngsten Entwicklungen der VAC zählt der Kontaktfederwerkstoff Duracon 17A. Dieser weist bei Festigkeiten bis 1800 MPa eine elektrische Leitfähigkeit von 6 MS/m (10 % IACS) auf. Damit existiert eine hochfeste und umweltfreundliche Alternative zu Kupfer-Beryllium-Legierungen.

Während die Federwerkstoffe der VAC im Hinblick auf maximale Festigkeitswerte optimiert wurden, liegt der Fokus für die Einschmelzlegierungen auf einem genau definierten thermischen Ausdehnungsverhalten. Das ist wichtig im Zusammenspiel mit Gläsern und Keramiken. Die unterschiedlichen Vacovit- und Vacon-Legierungen bieten hier exakt angepasste Ausdehnungskoeffizienten von nahe null in feinen Abstufungen bis etwa 12 x 10-6 K-1.

Für spezielle Anwendungsfälle werden von der Vacuumschmelze auch immer wieder gänzlich neue Legierungen entwickelt. Dies gilt z. B. für Vacon CF8 und Vacon CF25, die hohe Leitfähigkeiten und eine starke Temperaturabhängigkeit des elektrischen Widerstandes (0,1 bis 1,1 µΩm) aufweisen. Vacon CF25 ist zudem eine Einschmelzlegierung und hat sich für hochleitfähige Glasdurchführungen bewährt. In diesen Anwendungen wurden durch die Wahl eines Hochleistungswerkstoffes die herkömmlichen Kupfer-Seelen-Drähte ersetzt und bzgl. elektrischer und thermischer Leitfähigkeit übertroffen.

Halle 16, Stand A49