Den Strahlen verpflichtet

Weiter auf Erfolgskurs

Die Zusammenführung von Rofin-Sinar und Baasel Lasertech ist abgeschlossen. Neben der Neugliederung in die Kernkompetenzbereiche Macro, Micro und Marking wurde in den vergangenen drei Jahren vor allem am Ausbau der leistungsfähigen Produktpalette gearbeitet und neue Anwendungen wurden erschlossen. Auf der LASER 2003 in München stellte Rofin auch gleich eine Reihe neuer Produkte aus allen Bereichen vor. Technologisch neu sind die Scheibenlaser, die sich sowohl für Macro- als auch Micro-Anwendungen nutzen lassen.

22. Oktober 2003

Die „Laser Macro Gruppe“ konzentriert sich auf Laserstrahlquellen und laserbasierte Systeme für industrielle Anwendungen von CO2-, Dioden- und Festkörperlasern hoher Ausgangsleistung zum Schneiden, Schweißen und für die Oberflächenbearbeitung. Auf der LASER 2003 präsentierte das Unternehmen CO2-Slab-Laser mit höherer Ausgangsleistung, die zweite Generation von Hochleistungs-Diodenlasern und schließlich mit diodengepumpten Scheibenlasern eine vollkommen neue Laser-Baureihe.

So hat Rofin seine Produktpalette der erfolgreichen CO2-Slab-Laser durch den neuen, leistungsstarken „Rofin DC 050 W“ erweitert. Der diffusionsgekühlte Laser erreicht eine Ausgangsleistung von 5.000 Watt und ist vornehmlich für Schweißaufgaben konzipiert, die hohe Schweißtiefe benötigen oder bei denen mit langer Brennweite gearbeitet werden muß, wie zum Beispiel beim Großraum-Remote-Schweißen von Karosseriebauteilen in der Automobilindustrie. Für die CO2-Slab-Baureihe ist erstmals neben dem Grundmode auch ein „Donut“-Mode für Schweißanwendungen verfügbar. Diese Option ermöglicht eine erhöhte Schweißnahtbreite. So ist ein produktionssicheres Schweißen selbst bei größeren Bauteiltoleranzen möglich.

Diodenlaser die Zweite

Aus dem Bereich der Diodentechnologie stellt die Macro-Gruppe einen Vertreter der zweiten Generation von Hochleistungs-Diodenlasern vor: den „Rofin DL 028 S“ mit einer Ausgangsleistung von 2.800 Watt und quadratischer Strahlgeometrie. Die Laserstrahlquellen der DL-S-Serie, deren Leistungsspektrum sich von 700 bis 3.100 Watt erstreckt, eignen sich hervorragend für die verschiedensten industriellen Applikationen in der Oberflächenbearbeitung, beim Wärmeleitungsschweißen oder beim Hartlöten. Ergänzt wird die DL-S Serie durch die DL-F Serie mit Faserkopplung für die flexible und richtungsunabhängige Bearbeitung, die bewährte DL Serie mit rechteckigem Fokus sowie die leistungsstarken DL-H Laser mit Leistungen bis 5.000 Watt.

Strahlende Scheibe

Im Bereich der Festkörperlaser präsentierte das Unternehmen mit dem „Rofin DS 015 HQ“ eine Novität: den diodengepumpten Scheibenlaser mit einer Ausgangsleistung von 1.500 Watt. Der Strahl der DS-HQ Laser läßt sich in eine Faser mit 150 µm Kerndurchmesser einkoppeln, während die leistungsstärkere Variante mit einer Ausgangsleistung von 3.000 Watt in Kombination mit einer 300 µm Faser eingesetzt wird. Heute lassen sich mit diesem Konzept aus nur einer Scheibe 750 W Ausgangsleistung bei einer Strahlqualität von 7 mm x mrad beziehungsweise 1.500 W bei einer Strahlqualität von 12 mm x mrad erzielen. Bei der Kopplung von zwei Scheiben lassen sich die Leistungen entsprechend verdoppeln, ohne daß Einbußen bei der Strahlqualität zu verzeichnen sind. Als Hauptanwendungsgebiete dieser Laser stellen sich heute das Hochgeschwindigkeitsschweißen von dünnen Materialien, das Schweißen mit Scanner-Optik sowie das Schneiden feinster Konturen dar. Die grundlegenden Entwicklungen für diese Technologie wurden in Hamburg getätigt.

Scannen mit der Scheibe

In Kombination mit dem Scheibenlaser präsentierte der Bereich Macro das „Scanner Welding System“ (SWS), ein auf dem Dynamic-Beam-Prinzip basierendes robotergeführtes Schweißsystem mit schneller Scannerablenkung, das zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik in Dresden entwickelt wurde. Die integrierte Echtzeit-Steuerung erlaubt das Bearbeiten komplexer Konturen bei einfachen Verfahrbewegungen des Roboters. Dadurch lassen sich die Roboterbewegungen minimieren und die Zykluszeiten drastisch reduzieren.

Der Laser Micro-Bereich von Rofin stellte mit dem StarWeld Disc einen diodengepumpten Scheibenlaser für die Mikrobearbeitung vor, der etwa für das Quasisimultanschweißen größerer Kunststoffbauteile, das Nahtschweißen von Aluminium und Kupfer, das Überlappschweißen von dünnen Metallfolien in der Brennstoffzellen-Herstellung, dem High-Speed-Mikroschweißen mit Scannerkopfablenkung oder auch beim Lasermetallsintern oder Hochgeschwindigkeitsschneiden eingesetzt werden kann.

Rofin stellte auch die 6. Generation der Performance-Reihe als auch die neue DeskTop-Reihe vor. Die Laser der „StarWeld Manual“-Familie stellen die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit dar, flexibel Punkt- und Nahtschweißungen an Metallen durchzuführen. Mit dem einzigartigen „sweet spot“-Resonator und der neu vorgestellten Mikroschweißoption können dabei sowohl feinste Punktschweißungen weit unterhalb 100 µm als auch gleichbleibende Tiefenschweißungen an hoch reflektierenden Metallen wie Kupfer oder Silber durchgeführt werden.

„New Generation“

Der neue „StarWeld 20“ mit einem kompakten, unterbaufähigen Gehäuse findet unter jedem normalen Arbeitstisch Platz. Die Laserstrahlquelle ist luftgekühlt und benötigt lediglich einen einphasigen Stromanschluß. Mit dem StarWeld 20 lassen sich gleichbleibend hochwertige Punkt- und Nahtschweißungen von Metallen und Legierungen sowie Edelmetallen erzielen - dank einstellbarer Pulsformung auch unter schwierigen Prozeßbedingungen. Ideal für Elektronik, Elektromechanik, Optoelektronik, Sensorik, Medizintechnik und Schmuck.

Weltweite Spitzenstellung

Die „Laser Marking“-Gruppe ist innerhalb des Rofin-Verbundes für standardisierte und kundenspezifische Markiersysteme verantwortlich. Die Produktpalette reicht von lampen- und diodengepumpten Festkörperlasern bis hin zu CO2-Lasern. Dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Produktpalette und den innovativen, kundenorientierten Systemlösungen behauptet Rofin seine weltweite Spitzenposition bei industriellen Markierlasern.

Neben der neuen Generation endgepumpter Laser, der „PowerLine E“-Serie mit kleiner Baugröße - ohne auf Varianten wie Wellenlängenverdopplung oder Doppelkopfsysteme verzichten zu müssen -, die sich durch hohe Strahlqualität und kurze Pulslängen auszeichnen stellte Rofin auch erstmalig die „SL-RT/WT“-Baureihe vor. Diese Systeme zeichnen sich durch einen größeren Arbeitsraum aus und lassen sich dank modularem Aufbau problemlos an kundenspezifische Anforderungen anpassen. Der SL-RT ist wahlweise mit einem manuellen oder elektrischen Rundschalttisch ausgestattet, während der SL-WT mit einem xy-Tisch oder mit einer starren Arbeitsplatte verfügbar ist. Alle Laser aus der StarMark- und PowerLine-Serie lassen sich in diese Systemreihe integrieren.

Das Rofin mit dieser Produkt-Bandbreite gut aufgestellt ist, steht außer Frage. Beim Besuch von Bänder Bleche Rohre auf dem Rofin-Messestand sah man jedenfalls zufriedene Gesichter, und Thorsten Frauenpreiß von Rofin hatte gleich am ersten Messetag alle Hände voll zu tun, denn Innovation erzeugt Interesse.

Erschienen in Ausgabe: 09/2003