Damit der Kunde kontinuierlich fertigen kann

Blech zur richtigen Zeit in der richtigen Qualität und Menge an der Maschine

Dienstleistung unterschiedlicher Ausprägung wird im gesamten Bereich der Blechverarbeitung immer wichtiger. Es beginnt schon bei der Beschaffung. Die Vorlaufzeiten werden immer kürzer, denn der Kunde ist nicht mehr bereit, Kapital im Vormaterial zu binden. Das freie Stahl-Service-Center Stahlo kommt seinen Kunden mit Qualität und Serviceleistungen entgegen.

06. März 2002

Die zur Friedhelm-Loh-Gruppe gehörende Stahlo Stahlhandels GmbH & Co. KG im hessischen Dillenburg ist ein freies Stahl-Service-Center (SSC). Dort werden solche Trends zur Dienstleistung genau verfolgt, um das Unternehmen kundengerecht auszurichten. Geschäftsführer Peter Schröder gibt ein Beispiel: „Wir versuchen unter anderem, unsere Logistik zu optimieren. Unsere LKW müssen auf die Stunde genau beim Kunden sein, damit die Ware rechtzeitig ans Band gehen kann. Mit unserem größten Kunden Rittal arbeiten wir jetzt gerade aus, ob es Sinn ergibt, das Material nicht in den Wareneingang, sondern gleich direkt an die Anlagen zu liefern. Wir könnten dann rund um die Uhr anliefern und wären nicht mehr an den Wareneingang gebunden. Die Bereitstellungszeit wird dadurch wesentlich verkürzt.“ Wer erfolgreich sein will, muß heutzutage terminliche Sicherheit und kurze Abrufvorlaufzeiten bieten. Peter Schröder sieht darin die freien SSC im Vorteil gegenüber den Walzwerken: „Während die Werke sechs bis acht Wochen brauchen, um Stahl beizustellen, machen wir das in Tagesfrist. Auch wenn der Kunde einmal vergessen hat zu disponieren oder ein Schnellauftrag kommt, sind wir bereit und in der Lage, schnell auszuhelfen.“

Neben den kurzen Reaktionszeiten spielt die Qualität der gelieferten Ware eine immer größere Rolle. Nicht nur der größte Kunde der Blechanbieter, die Automobilindustrie, wünscht die DIN ISO 9001-Zertifizierung ihrer Zulieferer und Qualitätsnachweise bis in den Vormaterialbereich. Fast jeder Kunde möchte von seinem Band auch eine Analyse haben, möchte über die mechanischen und chemischen Eigenschaften des Blechs Bescheid wissen. Bei Sicherheitsteilen, die zum Beispiel beim Airbag gebraucht werden, ist das sogar zwingend vorgeschrieben. Stahlo bietet diese Stückanalyse von jedem Ring und kann die Rückverfolgbarkeit sicherstellen - kostenlos.

Wenn ein Kunde es fordert, bekommt er von Stahlo auch Prozeßdaten mitgeliefert. Denn in Dillenburg wird seit letztem Jahr jeder Zuschnitt vollautomatisch und prozeßintegriert gemessen, und das Format in einem Diagramm festgehalten. Diese Prozeßüberwachung dient in erster Linie der eigenen Produktionssicherheit: Werden Toleranzen überschritten, kann sofort nachkorrigiert werden, und es gibt weniger Ausschuß. Doch bei Bedarf stehen diese Daten auch dem Kunden zur Verfügung.

Ähnlich ist es beim Bandmaterial. An den Spaltanlagen wird mittels Laser die Blechdicke kontinuierlich gemessen. Denn die Qualität hat höchste Priorität. Für den Kunden und seine Serienfertigung ist es zwar nicht unbedingt wichtig, ob das Material 1,51 oder 1,49 mm dick ist, aber Schwankungen in diesem Dickenbereich bereiten Probleme. Die Maschinen müssen dann nachjustiert werden, was teure Produktionszeit kostet. Peter Schröder kennt das Problem seiner Kunden genau: „Wenn sie mehrere hundert Tonnen in einer Arbeitsschicht umsetzen und immer wieder korrigieren müssen, kostet das richtig Geld. Also tun wir alles, um eine gleichbleibende Banddicke zur Verfügung stellen zu können.“

Der Stahlo-Service endet nicht beim Zuschnitt von Bändern und Platinen. Die Verpackung und Lieferung ist ein weiterer wichtiger Faktor. Besonders schwierig ist es, mit schmalen Bändern umzugehen, die bis zu zwei Meter Durchmesser haben können. So ein Band aufzusetzen und abzufahren, ohne dass es auseinanderfällt, kann für den Kunden problematisch sein. Stahlo bietet für seine Kunden eine Lösung. Im Juni geht eine Packenwicklungsanlage in Betrieb, auf der solche schmalen Bänder oszillierend gewickelt werden. Das heißt, das Band wird versetzt auf die Papphülse gewickelt, so daß aus dem großen „Wagenrad“ eine kleine breite Spule wird. Damit kann der Kunde seine Anlage länger und sicherer im kontinuierlichen Betrieb fahren.

Erschienen in Ausgabe: 06/2001