CO2-neutrale Stahlproduktion mit Wasserstoff

Arcelormittal hat den Technologieanbieter Midrex Technologies damit beauftragt, am Standort Hamburg eine Demonstrationsanlage zur Herstellung von Stahl mit Wasserstoff zu errichten.

05. November 2019
CO2-neutrale Stahlproduktion mit Wasserstoff
Die Midrex-Anlage in Hamburg hat den geringsten CO2-Ausstoß für die Qualitätsstahlproduktion in Europa. Jährlich werden 980.000 Tonnen Eisenerzpellets zu Eisenschwamm verarbeitet. (Bild: Arcelormittal)

Arcelormittal und Midrex Technologies werden bei mehreren Projekten zusammenzuarbeiten – von der Forschung und Entwicklung bis zur Implementierung neuer Technologien. Diese Rahmenvereinbarung wird durch eine Reihe von Abkommen zur Entwicklung unterschiedlicher Projekte ausgefüllt, in die die Fachkenntnisse von Midrex und Arcelormittal einfließen. Das erste Abkommen soll dazu dienen, in Hamburg die großtechnische Herstellung und Verwendung von direktreduziertem Eisen zu demonstrieren. Dabei soll es mit 100 Prozent Wasserstoff als Reduktionsmittel hergestellt werden.

Die Demonstrationsanlage wird in den kommenden Jahren rund 100.000 Tonnen direkt reduziertes Eisen pro Jahr produzieren – zunächst mit grauem Wasserstoff aus Erdgas. Die Umstellung auf grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen erfolgt nach ausreichender Verfügbarkeit und zu wirtschaftlichen Kosten. Die Energie für die Wasserstofferzeugung könnte aus den Windparks vor der Küste Norddeutschlands stammen. Die Anlage wird die erste Direktreduktionsanlage im industriellen Maßstab sein, die mit Wasserstoff betrieben wird.

Europa muss 2050 klimaneutral sein

»Wir wollen Kenntnisse darüber aufbauen, wie man reines Eisen für die Stahlherstellung in großem Maßstab nur mit Wasserstoff produziert. Dieses Projekt in Kombination mit unseren laufenden Projekten zur Verwendung von nicht-fossilem Kohlenstoff und zur Kohlenstoffabscheidung ist entscheidend, um in Europa 2050 klimaneutral zu sein. Es wird allerdings von den politischen Rahmenbedingungen abhängen, wie schnell die Transformation stattfinden kann«, sagt Carl de Maré, Vizepräsident bei Arcelormittal.

Arcelormittal Hamburg produziert bereits Stahl auf Basis der DRI-Technologie. Während des Prozesses werden Eisenoxid-Pellets zu metallischem Eisen, dem Rohstoff für hochwertigen Stahl, reduziert, indem Sauerstoff mit Erdgas entzogen wird. »Unser Standort ist die energieeffizienteste Produktionsanlage von Arcelormittal«, betont Dr. Uwe Braun, CEO bei Arcelormittal Hamburg. Die bestehende Midrex-Anlage in Hamburg ist zudem bereits heute das Werk mit den niedrigsten CO2-Emissionen für die Produktion von hochwertigem Stahl in Europa. »Mit der neuen DRI-Anlage werden wir die Stahlproduktion auf ein neues Niveau heben«, meint Dr. Braun.

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