Co-Engineering gewinnt an Bedeutung

Der Schweizer Präzisionshersteller Etampa stellt neue Umfrageergebnisse zum Thema Werkstoff-Kompetenz vor: 62,4 Prozent der Befragten erwarten von ihrem Stanz- und Feinschneidhersteller eine kompetente und detaillierte Werkstoff-Beratung. Eine teilweise Erwartung hegen 32 Prozent, 5,6 Prozent haben hier keinerlei Erwartungshaltung.

23. Februar 2016

27,2 Prozent der Befragten haben bislang einmal eine Beratung in Anspruch genommen, 54,4 Prozent bereits mehrfach. 60 Prozent der Umfrage-Teilnehmer waren mit der von ihrem Lieferanten empfohlenen Qualität des Werkstoffes zufrieden, 32,8 Prozent sogar sehr zufrieden.

Beratungsdefizite

Allerdings gibt es durchaus Beratungs-Defizite: 43,2 Prozent der Teilnehmer beklagten eine mangelnde Qualität und Tiefe in der Beratung; 40,8 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sahen sich schon einmal gezwungen, während der laufenden Serienproduktion den Werkstoff zu wechseln. Die Gründe hierfür waren unter anderem Festigkeitsprobleme, eine zu geringe Haltbarkeit oder nicht ausreichende mechanische Eigenschaften.

Das geht eindeutig besser

Daniel Brügger, CEO von Etampa: „Diese Umfrage liefert uns ein genaues Stimmungsbarometer und zeigt, wie filigran die Stanz- und Feinschneideanforderungen betrachtet werden müssen. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Werkstoffe mit diversen Oberflächen- und thermischen Behandlungen und den Umformprozessen muss genau geprüft werden.“ Dass bereits knapp 41 Prozent wegen Werkstoff-Mängeln eine Serienproduktion unterbrechen mussten, ist für Brügger ein Beweis dafür, dass noch Luft nach oben ist.

Erfreuliche Entwicklung im Co-Engineering

Sehr erfreulich findet der Etampa-CEO hingegen die Tatsache, dass das aktive Co-Engineering, also die Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Kunde immer mehr an Bedeutung gewinnt: „Hier können die Kunden bei der gemeinsamen Produkt-Entwicklung definitiv vom Know-how ihres Lieferanten profitieren."

Gut 40 Prozent der Befragten messen dieser Form der Zusammenarbeit eine sehr hohe Bedeutung zu. Immerhin 23,2 Prozent möchten ihren Hersteller partiell hinzuziehen, während 34,3 Prozent der Befragten die Eigenentwicklung bevorzugen. Das decke sich auch mit der Erfahrung, die man im eigenen Hause mache: „Der Anteil des aktiven Co-Engineerings in der Produktentwicklung ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen“, so Brügger.

Durchgeführt wurde die Umfrage auf der Blechexpo 2015 in Stuttgart. An der anonymen Befragung nahmen insgesamt 125 Personen teil. Die Befragten kamen aus den Bereichen Einkauf, Konstruktion und Entwicklung, Qualitätsmanagement und Logistik.