Cecimo-Seminar auf der Emo Hannover 2011:

Neue hochpräzise Mikrobearbeitungstechnologien

02. September 2011

Der Europäische Dachverband der Werkzeugmaschinenhersteller (Cecimo) veranstaltet auf der Emo in Hannover am 22. September 2011 ein Seminar zum Thema Mikrobearbeitungstechnologien. In diesem Seminar werden die Ergebnisse des von der EU finanzierten Integ-Micro-Projects präsentiert, das sich mit der Entwicklung neuer hochpräziser Mikrobearbeitungstechnologien befasst. Ziel des Projekts ist es, die ökoeffiziente und umweltfreundliche Produktion von komplex geformten Mikroteilen aus verschiedenen Materialien zu ermöglichen.

Integ-Micro dient der Entwicklung von Produktionslösungen für aktuelle Herausforderungen in der Mikrobearbeitung, wie Multitasking, Produktivität und schnelle Rekonfigurierbarkeit. Die Strategie des Projekts basiert auf der Integration verschiedener Bearbeitungsprozesse in kompakten Anlagen. Durch die Kombination von mindestens zwei Prozessen in einer Werkstückhaltekonfiguration werden rekonfigurierbare, multitasking-fähige Hybridmaschinen entwickelt:

o Mikrofräsen/Drehen + Laserprozess

o Elektroentladungsbearbeitung + Mikrofräsen/Drehen/Schleifen

o Ultraschall-Vibrations-gestütztes Mikrofräsen/Drehen/Schleifen

o Hochpräzises Diamant- und CBN-Schneiden, inklusive Drehen/Fräsen + Mikroabrasivschleifen

Zudem geht das Projekt weitere Probleme in der Mikrobearbeitung an: So werden beispielsweise Mikroentgratung, thermische und dynamischen Stabilität, Prozess- und Steuerungszuverlässigkeit und ökologische Nachhaltigkeit durch volle Ausnutzung einiger Basistechnologien umgesetzt, darunter Ultrahochgeschwindigkeits-Trockenfertigung, Abtastung, Messungen, Inspektion und Qualitätsbewertung, Steuertechniken, Adaptronik und Mechatronik, neue Bewegungseinheiten und Leitsysteme. Die neuen Hybridmaschinen werden die Bearbeitung verschiedenster Materialien, wie technische Kunststoffe oder ultrahochfeste Metalllegierungen, mit verbesserten Oberflächen und höherer geometrischer Qualität ermöglichen.

Die Integ-Micro-Technologie wird mehr Präzision, reduziertes Handling und geringeren Platzbedarf im Werk, schnelleren Durchsatz und gesteigerte Produktivität ermöglichen. Die Zielanwendung wurde für eine ganze Reihe von EU-Schlüsselmärkten entwickelt, auf denen derzeit die Nachfrage nach der Entwicklung von mikro-/mesoskaligen Produktionstechniken besteht, beispielsweise für den medizinischen und biomedizinischen Bereich, die Automobilindustrie, Umweltüberwachung sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie.

Verschiedene hochrangige Referenten bekannter europäischer Institute werden an dem Seminar teilnehmen, darunter das Institut für BioRobotics - Scuola Superiore Sant'Anna, Ce.S.I (Centro Studi Industriali), Fraunhofer IPT (Institut für Produktionstechnik), WZL (Labor für Werkzeugmaschinen und Produktionstechnik) - RWTH Universität Aachen, Fundacion Tekniker, Cranfield University. Im Anschluss an das Seminar werden eine Diskussion am runden Tisch über künftige Forschungsschwerpunkte im Bereich Mikrobearbeitung und ein Networking Lunch stattfinden.