Carl Stahl GmbH rettet 15 Ventzki-Arbeitsplätze

Eislinger Topp-Marke war insolvent - Süßener Investor sieht hohe Synergien im Vertrieb

29. August 2007

Die Eislinger Traditionsmarke Ventzki ist gerettet: Zum 1. August übernimmt die Süßener Carl Stahl GmbH den insolventen Hersteller für Handhabungstechnik. Damit rundet der Seil- und Hebetechnikspezialist sein Produktsortiment im Bereich Materialfluss ab.

„Die Ventzki GmbH steht für bestes Engineering und hat nur Premiumkunden wie Audi oder Siemens“, begründet Wolfgang Schwenger sein Engagement bei der Eislinger Firma. Das Ulmer Büro des Insolvenzverwalters Pluta war auf den Geschäftsführer der Carl Stahl GmbH zugekommen, weil diese bereits bundesweit mit Kransystemen und Anschlagmitteln stark in den Bereichen Logistik und Materialfluss engagiert ist. Der Marktführer für Seil-, Hebe- und Sicherheitstechnik verfügt bundesweit über 20 Niederlassungen mit topp qualifiziertem Außendienst, der flächendeckend die deutsche Wirtschaft vom Handwerksbetrieb bis zu Konzernen wie BASF, EnBW oder DaimlerChrysler mit Hebe- und Transportlösungen ausrüstet. Für die Ventzki Handhabungstechnik, die zuletzt mit 20 Mitarbeitern 1,3 Millionen Euro Umsatz gemacht hatte, sieht Schwenger deshalb gute Perspektiven, bald wieder profitabel zu arbeiten.

„Wir konnten alle Arbeitsplätze erhalten,“ freut sich der 38-Jährige, der sich vom Können der Ingenieure in Forschung und Entwicklung persönlich überzeugt hat. Die neu erworbene Firma will der Unternehmer nun auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und von der Buchhaltung über das Engineering bis zum Marketing alle anderen Bereiche innerhalb seiner Holding zentral führen. Im Management, für dessen Qualität die Carl Stahl-Führung in Branchenkreisen bundesweit bekannt ist, werden etwa sofort SAP-Software und ein effektives Controlling eingeführt. Im Kaufpreis, über den alle Beteiligten schweigen, sind das gesamte Anlage- und Umlaufvermögen sowie das Know-how der Mitarbeiter, bestehende Kundenverträge und etwaige Patente enthalten. Das Gebäude selbst mietet die Schwenger Verwaltungs GmbH von der Vorbesitzerfamilie bis auf weiteres an. Zu den Ursachen der Ventzki-Krise kann und will sich Schwenger („Unser Blick ist immer nach vorne gerichtet“) nicht äußern. Das übernommene Unternehmen hat 1882 seine Wurzeln im Pflugbau für die Landwirtschaft. Später wurde das Segment Rasenmäher ausgegliedert während sich die Ventzki GmbH, die die Brüder Günter und Rolf Hofmann übernahmen, ganz auf stationäre Behälter-Neigegeräte, Scherenhebetische mit Kippeinrichtung und Behälter-Entleerungsgeräte konzentrierte, wie sie an vielen Arbeitsplätzen gebraucht werden.