Butzenfrüherkennung

IN-Line-Prozesskontrolle: Abdrücke von Butzen auf dem Werkstück sind in der Regel unerwünscht. Sie sicher auszuschließen bedarf es einer kostenintensiven 100-Prozent-Kontrolle. Geht das nicht günstiger?

27. Februar 2006

Stanzbutzen werden während des Stanzprozesses von Schnittstempeln aus dem Butzenkanal hochgezogen, geraten dann an zufällige Stellen im Werkzeug und kommen zwischen Blech und Werkzeug zum Liegen. Teilweise bleiben sie im Werkzeug kleben, häufig wandern die Butzen jedoch mit dem Stanzteil aus dem Werkzeug. Die Folge sind Stanzteile mit einer unzulässigen Oberflächenmarkierung und im schlimmsten Fall ein Werkzeugbruch. Gerade für Stanzteile, bei denen die sichtbare Oberfläche als wichtiges Quali­tätskriterium festgelegt wird, stellen Butzenabdrücke eine problematische und sehr kostenintensive Prozessstörung dar. Da die Stanzteile mit Butzenabdrücken in der Regel zufällig und vereinzelt auftreten, ist zur Erkennung derartiger Produktbeschädigungen eine stichprobenartige Qulitätskontrolle nicht ausreichend. Nur durch eine ostenintensive 100%-Endkontrolle kann im Anschluss an den Produktionsvorgang verhindert werden, dass beschädigte Teile zum Kunden kommen. Ein solches Produkt kann in der Regel nicht mehr zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden.

In-Prozess-Qualitätskontrolle

Die In-Prozess-Qualitätskontrolle mit den Überwachungsgeräten von Brankamp bietet die benötigte Lösung. Durch die „Ultra Emission“-Sensoren auf dem Niederhalter des Stanzwerkzeuges und die entsprechende Signalauswertung mit leistungsfähigen „Process Monitoring“-Systemen werden Stanzbutzen bereits während der Fertigung im Werkzeug erkannt. Die Maschine wird, nachdem ein Stanzbutzen vom Niederhalter getroffen wurde, sofort gestoppt. So wird auf kostengünstige Weise verhindert, dass Teile mit Abdrücken produziert werden und zum Kunden gelangen. Stanzbutzen beeinträchtigen nicht nur die Qualität, sondern stellen teilweise auch eine Gefahr für das Werkzeug dar. Wandern sie z.B. in eine eng tolerierte Prägestufe (Dichtungsherstellung) kann bereits ein einzelner Stanzbutzen einen Werkzeugbruch verursachen. Durch die „Ultra Emission“-Überwachung wird bei derartigen Werkzeugen neben der Qualitätssicherung auch Werkzeugbruch verhindert. In einem solchen Fall rechnet sich der Einsatz eines „Process Monitoring“-Systems bereits bei Vermeidung eines einzigen Werkzeugbruchs. Da diese Gefahr durch wandernde Butzen durch niedrige Hubzahl aufgefangen werden soll, laufen viele Stanzen mit „angezogener Handbremse“. Durch den Einsatz eines Process Monitoring Systems kann als zusätzlicher Nutzen die Hubzahl des Stanzautomaten bis zu 30 Prozent und mehr erhöht werden, da jetzt die Folgeschäden vermieden werden.

Klare Vorteile

Die kostengünstige Sicherstellung der Oberflächenqualität, die Vermeidung von Werkzeugschäden mit den damit verbundenen Stillstandszeiten und die höhere Produktivität ohne Qualitätseinbuße ermöglicht Kundenaufträge langfristig zu behalten und bei Ausschreibungen gegenüber den Mitanbietern aus den Billiglohnländern nicht immer häufiger das Nachsehen zu haben.

Erschienen in Ausgabe: 02/2006